Allgemein

300km mit dem Rad durch die Oberlausitz

Etappe 4: Von Kleinsaubernitz nach Großdubrau

Wettertechnisch begann der Tag so, wie der vorangegangene endete. Sprich: leichter bis mittlerer unangenehmer Nieselregen und Wind. Nicht schön, nicht zu ändern, aber wir mussten und wollten ja weiter.

Unser Weg führte uns heute etwas weg vom Froschradweg in Richtung Bautzen. Des Wetters wegen fuhren wir zunächst ohne größere Pausen direkt bis zum Bautzener Stausee. Dort ergab sich die Möglichkeit, im Imbiss am Klettergarten eine Pause im Trockenen zu machen.

Zwischenzeitlich hörte es zum Glück auf zu regnen, so dass wir uns in Richtung Bautzener Zentrum auf den Weg machten und uns die Innenstadt ansahen. Leider reichte die Zeit nicht für eine ausgiebige Stadtbesichtigung, denn wir hatten ein gutes drittel Strecke noch vor uns. Also gab es ein abschließendes Leckerchen im Eiscafé und dann ging es weiter in Richtung Großdubrau.

 

300km mit dem Rad durch die Oberlausitz

Etappe 3: Von Rothenburg nach Kleinsaubernitz

Am dritten Tag unserer Tour starteten wir wie immer gegen 9:45Uhr von Rothenburg aus in Richtung Kleinsaubernitz. Wettertechnisch hofften wir, noch trocken am Ziel anzukommen, aber leider wurde daraus nichts. Erste kleine Sehenswürdigkeit war eine Wasserscheide im Rothenburger Ortsteil Geheege. Dort teilt sich ein Bach. In der einen Richtung fließt das Wasser über Neiße und Oder in die Ostsee, in der anderen Richtung über Spree, Havel und Elbe in die Nordsee. Ein hübsch gestalteter Rastplatz nebenan lädt zum Verweilen ein. Für uns war es aber noch zu zeitig für eine längere Pause.

Die gönnten wir uns erst in Niesky. Eine Freundin empfahl uns dort eine Pause in einem Café zu machen, weil es dort das „weltbeste Softeis“ geben soll. Dafür nahmen wir gern einen kleinen Umweg in Kauf, obwohl es uns des Wetters wegen eigentlich eher nach Glühwein als Eis war. 😉

Wasserscheide in GeheegeNach dem Stopp im Café hieß es dann erstmal wetterfeste Ausrüstung anlegen, denn zum kalten Wind hatte sich inzwischen auch noch Regen gesellt. Wir sind zwar nicht aus Zuckerguss, aber kalter Wind und Regen sind so ziemlich das letzte, was man sich auf so einer Tour wünscht.  Zumal die heutige Etappe quasi die Königsetappe war, was Streckenlänge und Höhenmeter betraf. Von Niesky aus ging es nämlich straff nach Süden, über die A4, in Richtung Königshainer Berge, danach wieder nach Norden und erst dann in Richtung Kleinsaubernitz. Abkürzen kann schließlich jeder 😉 .

Jedenfalls kamen wir, je nach Ausrüstung, mehr oder weniger nass und durchgefroren am Quartier an. Aufwärmen war das Gebot der Stunde, keinem war es nach dieser Tour nach einem Spaziergang durch den Ort.

 

300km mit dem Rad durch die Oberlausitz

Etappe 2: Von Bad Muskau nach Rothenburg

Foto: Neues Schloss Bad Muskau

Am zweiten Tag unserer Radrunde durch die Oberlausitz besichtigten wir zunächst das Neue Schloss. Radfahren mit Gepäck ist ja prinzipiell nicht so schlimm. Blöd ist es nur, wenn man ein Museum oder ähnliches besichtigen möchte. Entweder teilt man sich zur Besichtigung in zwei Gruppen auf (kostet Zeit) oder einer Verzichtet auf den Besuch und passt auf das Gepäck auf. Hat halt alles so seine Vor-und Nachteile.
Schien am Anfang noch die Sonne und machte die Wartezeit draußen erträglich, zog es sich im Verlauf der Zeit immer mehr zu und es wurde kalt und windig. Aber wir Aufpasser sind ja keine Schönwetter-Radler ;-).

Irgendwann war die Truppe jedenfalls durch mit dem Museumsbesuch und wir starteten unsere Tour auf gepflegten Radwegen entlang der Neiße.

Unser Weg führte uns über etwa 46 Kilometer fast immer an der Neiße entlang. Nur auf dem letzten Stück ging es etwas weiter weg vom Neißeradweg mehr durchs Grüne ;-). Interessant war unterwegs der Halt an einer Stelle, an der früher mal eine Sprungschanze stand. Man möchte es kaum glauben, aber es war tatsächlich so. Die Sprungschanze ist weg, aber dafür lädt jetzt ein hübscher überdachter Platz zur Pause ein. Und nebenbei kann man sich über die Geschichte des Ortes informieren. Nach diversen Zwischenstopps an mehr oder weniger interessanten Sehenswürdigkeiten erreichten wir schließlich ein kleines, verschlafenes Örtchen namens Rothenburg. Wir hatten den Eindruck, dass dort schon ab 16:00Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden ;-). Kaum ein Mensch zu sehen, alle Straßen wie leergefegt.
In der Pension wurden wir aber herzlich empfangen und anschließend spazierten wir noch etwas durch die Stadt. Erstes Ziel war nach der Empfehlung im Hotel der Stadtpark. Danach ging es weiter in Richtung des ehemaligen Bahnhofs. Als bekennender Eisenbahner und Bahnfan musste das Areal natürlich besichtigt werden. Einige alte Güterwagen erregten unsere Aufmerksamkeit und während wir sie begutachteten rumpelte auf dem Nachbargleis irgend ein Gefährt heran. Was es war, konnten wir wegen der Wagons nicht sehen, aber als wir neugierig um die Ecke lugten, sahen wir einen „Eisenbahn-Polo“ und staunten darüber nicht schlecht. Einen zum Schienenfahrzeug umgebauten VW Polo sieht man schließlich nicht alle Tage. Und es dauerte auch nicht lange, bis wir mit den Insassen dieses „Nebenfahrzeugs“ ins Gespräch kamen und sogar zu einer Führung durch den ehemaligen Lokschuppen eingeladen wurden.

So erfuhren wir interessante Details zur Geschichte der Bahnstrecke und des Bahnhofs und weil wir die „hochgeklappten Bürgersteige“ 😉 ansprachen, sogar noch viel interessantes über die Stadt Rothenburg.

 

Etappe 2 von Bad Muskau nach Rothenburg

300 Kilometer mit dem Rad durch die Oberlausitz

Aktivurlaub mit dem Rad – diesmal sechs Tage und dreihundert Kilometer durch die Oberlausitz. Urlaubsplanung in Zeiten von Corona sind definitiv ziemlich schwer, zumal wenn der Teilnehmerkreis die eigene Familie weit übersteigt. Deshalb an dieser Stelle den beiden Organisatoren Petra und Kurt einen großen Dank!

Aber nun zu unserer Tour. Geplant war eine Runde, die sich in weiten Teilen am Froschradweg in der Oberlausitz orientiert. Kleinere Abstecher zu besonderen Sehenswürdigkeiten wurden spontan in die Tour eingeplant. Start war am Ostermontag in Leipzig. Von hier aus kommt man zurzeit noch  * kam man bequem und ohne lästiges Umsteigen mit der S-Bahn nach Hoyerswerda. Mit acht Fahrrädern inklusive Gepäck für sechs Tage wäre das nämlich bedeutend schwieriger, zumal es auf vielen Bahnhöfen keine Aufzüge zu den Bahnsteigen gibt – bestes Beispiel ist Hoyerswerda selbst. Wer dort mit schwer beladenem Pedelec versucht hat zum Zug zu kommen, weiß wovon ich rede. Und selbst mit Aufzug  wären knappe Umsteigezeiten kaum zu schaffen, weil die meisten Aufzüge so klein sind, dass nur ein Rad hinein passt. Bei acht Rädern dauert das :-(.

*Aktuell gibt es keine durchgehende Verbindung von Leipzig nach Hoyerswerda mehr – vermutlich sind Bauarbeiten der Grund.

Unsere Tour durch die Oberlausitz im Überblick. Karte ist von Openstreetmap.org

Etappe 1: Hoyerswerda – Bad Muskau

Die erste Etappe führte uns nach der Ankunft in Hoyerswerda über etwa 47 Kilometer nach Bad Muskau. Unterwegs gab es viele Möglichkeiten, eine Pause einzulegen. Inzwischen sind die Karten von Openstreetmap so gut, dass fast alle Plätze mit „Futterkrippe“ eingezeichnet sind und man die Tour entsprechend planen kann. Nur eine Online-Reservierungsmöglichkeit fehlt noch ;-). Bei schönem Wetter sind die meisten Rastplätze  oft schon besetzt, besser, man hat die Picknickdecke dabei ;-).
Highlight des Tages war der Besuch des Kromlauer Parks. Leider waren wir für die Rhododendronblüte im Park mindestens drei Wochen zu früh dran, aber der Park ist immer einen Besuch wert!

Rakotzbrücke im Kromlauer Park
Rakotzbrücke im Kromlauer Park
Neues Schloss im Bad Muskauer Park
Neues Schloss im Bad Muskauer Park
Die Neiße im Gegenlicht
Neiße im Bad Muskauer Park

Etappe 1 von Hoyerswerda nach Bad Muskau

Nach der Ankunft in Bad Muskau brachten wir zuerst das Gepäck in die Unterkunft und starteten dann einen gemeinsamen Spaziergang durch den Bad Muskauer Park. Schloss und Park hatte ich zuletzt vor mehr als 40 Jahren gesehen. Damals stand vom Schloss nur noch die ausgebrannte Ruine und es war ein ziemlich trauriger Anblick. Inzwischen wurde das Schloss komplett neu aufgebaut und auch der Park sieht deutlich besser aus, als damals ;-).

Rätselhaftes

Kennt ihr sicher auch: Ihr versucht ein Rätsel zu lösen, aber statt der Lösung findet ihr nur ein neues Rätsel…
Vor einiger Zeit stellten wir fest, dass sich irgendjemand an unserem Gartentor zu schaffen gemacht hat. Um der Sache auf den Grund zu gehen, packte ich die für solche Zwecke angeschaffte Wildkamera an die nächstbeste Stelle mit gutem Blick auf das Tor.
Bevor jetzt jemand schreit „DATENSCHUTZ!!!1!“: Das Gelände vor und hinter dem Türchen gehört uns und außer uns hat da niemand etwas zu suchen…
Nun ja. Jedenfalls hat die Kamera was aufgenommen. Und es war nicht das, was ich erwartet hatte. Aber seht selbst:

Nun stellt sich das zweite Rätsel: Wie kommt der in den Garten? Unser Tango (Australian Shepherd) ist (war) ziemlich sportlich, weswegen wir den Garten ziemlich hoch umzäunt haben, damit er nicht raus kommt.
Aber scheinbar ist Herr oder Frau Fuchs noch eine Nummer sportlicher, denn eine Lücke im Zaun kann auch nicht da sein, die hätte unsere Kaami (auch Aussie) nämlich sonst längst gefunden und zum Ausbüchsen genutzt ;-).

Wandertag Nr. 2

Weil es gestern so schön war, ging es heute gleich noch einmal auf Tour. Diesmal etwas weiter weg in Richtung Harz. Vom Ziegenkopf bei Blankenburg ging es in Richtung Kloster Michaelstein und von da zurück nach Blankenburg, hoch zum Schloß und zurück zum Ziegenkopf.

Dort gab es zur Belohnung den weltgrößten Hefekloß und dazu lecker Hopfentee. Schließlich müssten die vielen verbrauchten Kalorien wieder ersetzt werden.

 

Blick zum Kloster Michaelstein

Blick zum Kloster Michaelstein

Altstadt Blankenburg

Blankenburg, Blick zum Schloss

Blick auf Blankenburg

Blick auf Blankenburg

Wltgrößter Hefekloß

Weltgrößter Hefekloß

Fundstück am Wegrand

Fundstück am Wegrand

 
Spiegelungen im Wasser

Spiegelungen im Wasser

Restaurant auf dem Ziegenkopf

Restaurant auf dem Ziegenkopf

 
Eingangsportal Kloster Michaelstein

Eingangsportal Kloster Michaelstein

 

Wandertag

Nach der langen „Regenzeit“ lockte uns heute die Sonne in die Natur. Zum Glück haben wir gute Freunde, die sich um die Routenplanung kümmern und immer schöne Touren finden. So ging es heute ins ehemalige Braunkohlenrevier im Süden des Leipziger Landes.
Wir waren heute weniger umweltfreundlich mit dem Auto unterwegs. Genau so einfach kommt man aber mit der S-Bahn an die Runde um die Haselbacher Teiche.
Die Streckenlänge der Runde beträgt Pi mal Daumen acht Kilometer, wenn man mit der S-Bahn bis Regis-Breitingen fährt und dort startet, sind es etwa zwei Kilometer mehr. Trotzdem bleibt es eine gemütliche Spazierrunde.

Ein größerer Teil der Strecke führt über mehr oder weniger befestigte Wege, die bei Regen schlammig und rutschig werden können. Wer sich für Wasservögel interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten und sollte das Fernglas nicht vergessen.

Unser Wohni… oder auch „Hotel de Carton“

Es war schon seit längerer Zeit ein Traum von mir, so ganz unabhängig von Hotels oder Pensionen eine (vielleicht auch längere) Tour mit dem Rad zu machen und einfach da, wo es schön ist oder die Kraft am Ende ist, zu übernachten. Doch oft ist das nicht so einfach.

Vor einigen Jahren fuhr ich mit ein paar Freunden mit dem Rad von Leipzig aus an die Ostsee. Die Etappenlängen bewegten sich zwischen siebzig und knapp hundert Kilometern. Das war für einen, sonst nur Kurzstrecken gewohnten Radler schon eine echte Herausforderung. Wir übernachteten zwar immer in Hotels oder Pensionen, doch gerade die längeren Strecken im Norden erwiesen sich auch mit „normalen“ Gepäck bei Gegenwind und Temperaturen um die 30°C als recht anstrengend, wo man hart an seine Grenzen kam.

Da hätte man sich manchmal gewünscht, einfach anhalten zu können und den Rest des Tages Pause machen zu können, war ja aber an die schon gebuchten Übernachtungen gebunden. Auch sonst ist die Planung einer längeren Tour mitunter nicht einfach. Zeitlich ist man ja immer an den Urlaub gebunden und in diesen Zeiträumen ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten meist knapp. Mit dem Auto ist es kein Problem, nach einer Wanderung auch mal 20km Umweg zum nächsten Hotel zu fahren. Nach einer hundert Kilometer Tour mit dem Rad noch so eine Strecke bis zur Pension zu fahren überlegt man sich aber zweimal.

Also was tun? Zelt mitnehmen? Oder in der nächsten Bushaltestelle schlafen? Ein Zelt ist eher suboptimal, weil man es nicht überall aufstellen darf, der Aufbau dauert und man falls es mal regnet oder feucht in der Nacht ist, warten muss, bis das Ding wieder trocken ist, bevor man es wieder einpacken und weiterfahren kann. Das größere Problem ist vermutlich ersteres. Zelte sind in D in der freien Natur nicht gern gesehen, auch wenn man nur eine Nacht bleibt und außer etwas plattem Gras keine weiteren Spuren hinterlässt. Ok, Zelt also nicht. Aber Bushaltestelle auch nicht. Aus dem Alter bin ich raus.

Beim Stöbern in den weiten des Netzes stieß ich dann auf Seiten von Leuten, die sich für ihr Fahrrad einen Wohnwagen gebaut haben. Tolle Sache und genau das, was ich mir für meine Touren auch wünschen würde. Aber so ein Ding komplett selbst bauen, ist nicht mein Ding. Schon aus Zeitgründen. Außerdem fehlt das Werkzeug und mit meinen zwei linken Händen wäre dann wahrscheinlich das linke Rad größer als das auf der rechten Seite 😉…

WidePathCamper

Irgendwann vor einem Jahr stieß ich dann beim Surfen auf den Wide Path Camper. Einen Wohni fürs Fahrrad. Den Bildern und Videos nach, war das das Ding meiner Träume. Der Preis von dem Ding allerdings sorgte dann eher für Albträume… 😉. Drei wegen Corona ausgefallene Urlaubsreisen später sah das nicht mehr ganz so schlimm aus. Urlaub im heimischen Garten hilft echt beim Sparen… So kam es dann kurz vor dem diesjährigen Osterfest spontan zur Bestellung. So ganz wohl war mir bei der Auslandsbestellung per Vorkasse mit Überweisung allerdings nicht. Im Zweifelsfall wäre die Kohle wohl weg gewesen. Die Befürchtung erwies sich im Nachhinein aber als unbegründet. Drei Wochen später stand ein riesiger Karton auf einer Palette im Hof.

Nach dem Unboxing begann die Testphase im heimischen Garten. Dabei erwies sich die versprochene minimale Aufbauzeit als nicht zu viel versprochen. Fahrrad abstellen und keine drei Minuten später könnte man sich zur Ruhe legen, so man das wollte 😉. Die Frau hätte das gute Stück ja nun am liebsten gleich wieder zusammengeklappt und in die sichere Garage geschoben. Von dieser Idee hielt ich nun aber gar nichts. Und das mit gutem Grund. Ich teste neue Sachen lieber erstmal ausgiebig zu Hause, bevor ich unterwegs auf unangenehme Überraschungen stoße. Und die ließen in Form von leichtem Regen mit etwas Wind auch nicht lange auf sich warten. Als erste Schwachstelle erwies sich die kleine Lücke im Dach, an der die beiden Dachhälften etwas überlappen. Dort drückte der Wind die Regentropfen rein, die sich auf dem Dach gesammelt hatten. Und von da aus tropften sie dann munter auf die Liegefläche. Ergebnis: großer nasser Fleck auf der „Matratze“. Wenn so etwas unterwegs passiert ist das recht unschön und die Nacht ist dann wohl gelaufen.

Einige Klicks beim Onlinedealer später hatte ich selbstklebende Gummidichtungen (eigentlich zur Abdichtung von Autotüren gedacht) geordert. Diese klebte ich von innen relativ dicht ans Ende des Daches und nun läuft das Wasser auf dem Dach an den Dichtgummis entlang nach unten.

Wide Path Camper am Fahrrad

Das nächste Leck betraf die Tür. Der Regen vom Dach lief ziemlich ungehindert herunter und da die Tür über keinerlei Dichtung verfügt, tropfte das Wasser auf der Innenseite der Tür herunter. Hat man den Camper für die Nacht hergerichtet, tropft das Wasser direkt auf den vorderen Teil der Liegefläche. Die „Matratze“ erweist sich dann als dankbarer Abnehmer des Wassers. Auch auf der Seite der Türscharniere ist der Abstand zwischen Tür und Wand so groß, dass das Wasser relativ ungehindert eindringen kann. Auch hier bewirkte der Dichtgummi eine Trockenzeit 😉. Nachdem die Wasserfrage geklärt war, stand der ersten Übernachtung im Wohni nichts mehr im Weg.

Die „einfache“ Matratze (man kann natürlich auch das „Luxury Package“ mit dickerer Auflage kaufen) erwies sich als für meine Gewichtsklasse überraschend bequem. Wenn man sich die relativ dünnen Auflagen anschaut, mag man das kaum glauben.

Inzwischen ist der Sommer vergangen und die erste kleinere Ausfahrt mit dem Wohni liegt hinter mir. Das Wetter war in meinen zwei Urlaubswochen leider nicht so, dass es Spaß gemacht hätte, eine größere Tour zu unternehmen.

Aber die erste Tour über etwa 20km lief perfekt. Und nach weiteren 20km Rückweg stand eine erste Bestandsaufnahme an. Auch hier zeigte sich wieder eine arge Schwachstelle. Das Aluminiumband, das die Türöffnung verstärkt, ist mit Schrauben am Wohni befestigt. Und das sogar mit selbstsichernden Muttern. Nur leider ist die Länge der Schrauben offenbar so knapp bemessen, dass die Sicherung gar nicht richtig greift. Zwei Schrauben samt Muttern waren unterwegs schon abhanden gekommen, der Rest war locker.

Nun habe ich sämtliche Schrauben wieder festgezogen und zusätzlich mit Sicherungslack eingestrichen und hoffe, dass es bei der nächsten Tour keine unangenehmen Überraschungen mehr gibt.

Zwischenzeitlich hat der Hersteller auch ein Update geliefert. Dabei handelte es sich um die fehlenden Rücklichter (batteriebetrieben, mit über Micro-USB aufladbarem Akku) ein paar Reflektoren und eine stärkere Schraube, die an der Bremsanlage des Wohnis getauscht werden muss. Offenbar ist die ursprünglich verbaute Schraube zu knapp dimensioniert.

Nun warte ich darauf, endlich mal eine längere Tour machen zu können. Wenn da nur nicht immer dieses lästige „zur Arbeit gehen müssen“ wäre… 😉

Noch eine kurze Anmerkung: der größte Teil dieses Posts entstand im Mai 2021, mangels Zeit bin ich erst jetzt dazu gekommen, den Beitrag fertig zu stellen.

CO2-Ampel für die Schule

Seit fast einem Jahr müssen wir uns nun schon mit dem Thema „Corona“ beschäftigen. Aktuell schnellen die Infektionszahlen wieder in die Höhe und es entstand bei der besten aller Ehefrauen die Frage, ob denn eine Lüftung im Klassenzimmer nach zwanzig Minuten ausreichend ist.
In diversen Medien wurde der Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration in der Raumluft und Virenbelastung diskutiert. Fazit: Je höher die CO2-Konzentration, um so höher ist auch die potentielle Virenbelastung in der Raumluft – klingt jedenfalls logisch für mich ;-).

Daher bot sich die Messung der CO2-Konzentration der Raumluft an, um zu testen, ob die Lüftung nach zwanzig Minuten ausreichend ist oder ob gegebenenfalls früher zu lüften ist.

Das Stichwort lautet also CO2-Ampel. Angeregt durch einen Artikel in der „Make“ googelte ich mich durch diverse Seiten zum Thema. Dabei spielte bei meiner Entscheidung die Verfügbarkeit des CO2-Sensors und schon in der Bastelkiste vorhandener Hardware die entscheidende Rolle.

In meiner „Ampel“ werkelt als Herz ein Arduino Nano, der noch von einem anderen Projekt „übrig“ war. Als CO2-Sensor entschied ich mich für einen MH-Z19B, den ich über einen Händler aus dem „Reich der Mitte“ erwarb. Ursprünglich sollte die CO2-Konzentration nur über eine Ampel mit rot-gelb-grün angezeigt werden. Beim Umgraben der Bastelkiste stolperte ich dann über ein alphanumerisches 14-Segment-Display mit 4 Stellen und ich entschied mich spontan dazu, diese Anzeige noch in der Ampel unterzubringen. So kann ich zusätzlich Texte ausgeben und die CO2-Konzentration im „Klartext“ zur Anzeige bringen. Die Ansteuerung des Displays erfolgt per I2C-Bus und ist durch die Einbindung vorhandener Libraries recht simpel.
Die „Ampel“-Anzeige realisierte ich per WS 2812 (NeoPixel) – RGB-LED’s. Vom Bau meiner Wortuhr hatte ich noch einen Streifen mit 11 LED’s übrig. Auch hier ist die Ansteuerung durch die Verwendung fertiger Bibliotheken recht einfach zu machen.
Weil die Verdrahtung der einzelnen Komponenten auch recht einfach ist, bot sich die Verwendung einer Lochrasterplatte an – für die paar Leitungen lohnt es sich nicht, extra eine Leiterplatte zu entwerfen.

Das Gehäuse entwarf ich mit FreeCAD und druckte es anschließend mit dem 3D-Drucker.  Die entsprechenden Dateien gibt es demnächst hier auch zum Download.
Die beiden Gehäusehälften werden einfach ineinander gesteckt. Durch die beim Drucken entstehende minimale Riffelung der Gehäusewände halten die beiden Teile auch ohne besondere Befestigung gut zusammen.
Der „Ampelturm“ ist aus zwei Teilen zusammengesetzt. Der nach vorn zeigende Teil ist u-förmig und aus transparentem PET gedruckt, die Rückwand ist aus weißem PLA gedruckt. Auf die Rückseite habe ich doppelseitiges Teppichklebeband geklebt. Damit klebt einerseits der Streifen mit den NeoPixeln bombenfest (der Streifen hat zwar selbst eine Klebeschicht, die klebte bei meinem Streifen aber nicht mehr) und andererseits ist damit auch gleich das u-förmige Vorderteil an der Rückwand befestigt.  Das hält bis jetzt jedenfalls ziemlich gut. Alternativ hätte ich beide Seiten mit Klebstoff kleben müssen und das wäre vermutlich eine mehr oder weniger große Sauerei geworden ;-).

Für heute soll es das  gewesen sein – ich muss mir nun erst mal Gedanken machen, wie ich einfach und schnell nen passenden Schaltplan zeichnen kann. Und als nächstes ist das Arduino-Programm aufzuräumen – das ist nur quick and dirty zusammengestrickt, funktioniert zwar super, aber jeder richtige Coder würde bei seinem Anblick vermutlich sofort graue Haare bekommen… 😉

(Hinterher wahrscheinlich auch noch, bin halt nur Teilzeitprogrammierer 😉 )

Foto: CO2-Ampel

Wetterstation, Teil 3

Ein weiterer Schritt zur Ablösung der alten Wetterstation ist geschafft. Die Daten der neuen Station landen in einer neuen Datenbank. Es bedurfte allerdings vorher erstmal einer kleinen Auffrischung der PHP-Kenntnisse. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man Sachen vergisst, die man nicht ständig nutzt.
Kleines Problem: die Wetterstation sendete ungefähr alle zwölf Sekunden einen Messwert in meine neue Datenbanktabelle. Für meine Zwecke ist das viel zu oft. Also hieß es, die zu viel gesendeten Datensätze zu recyclen ;-):
Auch das stellte mich am Anfang vor eine kleine Herausforderung, die mit einem kurzen Eintrag in der Datenbank meines Webservers gelöst wurde. Erst fragte ich dazu einfach den Timestamp des letzten Eintrags in meiner Wetterdatenbank ab und schaute, ob die Mindestzeit bis zum nächsten Eintrag schon verstrichen ist.
Das funktionierte, reduzierte aber nicht den Traffic auf dem Rechner im heimischen Netzwerk – und den wollte ich ja eigentlich reduzieren. Also verlagerte ich die Abfrage auf den Webserver und siehe da – schon lief der Rechner zu Hause um einiges flüssiger ;-).
Im nächsten Schritt müssen nun noch die Skripte angepasst werden, die die hübschen Wettergrafiken 😉 hier im Blog erstellen. Weil es aber gerade wieder nicht nach Regen aussieht und ich die Zeit dann lieber im Garten verbringe, muss das noch etwas warten. 🙂