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Wandertag

Nach der langen „Regenzeit“ lockte uns heute die Sonne in die Natur. Zum Glück haben wir gute Freunde, die sich um die Routenplanung kümmern und immer schöne Touren finden. So ging es heute ins ehemalige Braunkohlenrevier im Süden des Leipziger Landes.
Wir waren heute weniger umweltfreundlich mit dem Auto unterwegs. Genau so einfach kommt man aber mit der S-Bahn an die Runde um die Haselbacher Teiche.
Die Streckenlänge der Runde beträgt Pi mal Daumen acht Kilometer, wenn man mit der S-Bahn bis Regis-Breitingen fährt und dort startet, sind es etwa zwei Kilometer mehr. Trotzdem bleibt es eine gemütliche Spazierrunde.

Ein größerer Teil der Strecke führt über mehr oder weniger befestigte Wege, die bei Regen schlammig und rutschig werden können. Wer sich für Wasservögel interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten und sollte das Fernglas nicht vergessen.

Endlich Sonne…

Januar und Februar glänzten in diesem Jahr eher in Einheitsgrau und die Sonne ließ sich nur vereinzelt blicken. Um so mehr genießt man die Momente, in denen sie sich sehen lässt. Heute morgen im Büro waren dann endlich mal wieder ein paar interessante Lichtblicke zu sehen. Also schnell das Handy raus und das Farbspiel festgehalten… 😁

Blick zum Uniriesen
Blick zum Wintergarten-Hochhaus

Unser Wohni… oder auch „Hotel de Carton“

Es war schon seit längerer Zeit ein Traum von mir, so ganz unabhängig von Hotels oder Pensionen eine (vielleicht auch längere) Tour mit dem Rad zu machen und einfach da, wo es schön ist oder die Kraft am Ende ist, zu übernachten. Doch oft ist das nicht so einfach.

Vor einigen Jahren fuhr ich mit ein paar Freunden mit dem Rad von Leipzig aus an die Ostsee. Die Etappenlängen bewegten sich zwischen siebzig und knapp hundert Kilometern. Das war für einen, sonst nur Kurzstrecken gewohnten Radler schon eine echte Herausforderung. Wir übernachteten zwar immer in Hotels oder Pensionen, doch gerade die längeren Strecken im Norden erwiesen sich auch mit „normalen“ Gepäck bei Gegenwind und Temperaturen um die 30°C als recht anstrengend, wo man hart an seine Grenzen kam.

Da hätte man sich manchmal gewünscht, einfach anhalten zu können und den Rest des Tages Pause machen zu können, war ja aber an die schon gebuchten Übernachtungen gebunden. Auch sonst ist die Planung einer längeren Tour mitunter nicht einfach. Zeitlich ist man ja immer an den Urlaub gebunden und in diesen Zeiträumen ist das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten meist knapp. Mit dem Auto ist es kein Problem, nach einer Wanderung auch mal 20km Umweg zum nächsten Hotel zu fahren. Nach einer hundert Kilometer Tour mit dem Rad noch so eine Strecke bis zur Pension zu fahren überlegt man sich aber zweimal.

Also was tun? Zelt mitnehmen? Oder in der nächsten Bushaltestelle schlafen? Ein Zelt ist eher suboptimal, weil man es nicht überall aufstellen darf, der Aufbau dauert und man falls es mal regnet oder feucht in der Nacht ist, warten muss, bis das Ding wieder trocken ist, bevor man es wieder einpacken und weiterfahren kann. Das größere Problem ist vermutlich ersteres. Zelte sind in D in der freien Natur nicht gern gesehen, auch wenn man nur eine Nacht bleibt und außer etwas plattem Gras keine weiteren Spuren hinterlässt. Ok, Zelt also nicht. Aber Bushaltestelle auch nicht. Aus dem Alter bin ich raus.

Beim Stöbern in den weiten des Netzes stieß ich dann auf Seiten von Leuten, die sich für ihr Fahrrad einen Wohnwagen gebaut haben. Tolle Sache und genau das, was ich mir für meine Touren auch wünschen würde. Aber so ein Ding komplett selbst bauen, ist nicht mein Ding. Schon aus Zeitgründen. Außerdem fehlt das Werkzeug und mit meinen zwei linken Händen wäre dann wahrscheinlich das linke Rad größer als das auf der rechten Seite 😉…

WidePathCamper

Irgendwann vor einem Jahr stieß ich dann beim Surfen auf den Wide Path Camper. Einen Wohni fürs Fahrrad. Den Bildern und Videos nach, war das das Ding meiner Träume. Der Preis von dem Ding allerdings sorgte dann eher für Albträume… 😉. Drei wegen Corona ausgefallene Urlaubsreisen später sah das nicht mehr ganz so schlimm aus. Urlaub im heimischen Garten hilft echt beim Sparen… So kam es dann kurz vor dem diesjährigen Osterfest spontan zur Bestellung. So ganz wohl war mir bei der Auslandsbestellung per Vorkasse mit Überweisung allerdings nicht. Im Zweifelsfall wäre die Kohle wohl weg gewesen. Die Befürchtung erwies sich im Nachhinein aber als unbegründet. Drei Wochen später stand ein riesiger Karton auf einer Palette im Hof.

Nach dem Unboxing begann die Testphase im heimischen Garten. Dabei erwies sich die versprochene minimale Aufbauzeit als nicht zu viel versprochen. Fahrrad abstellen und keine drei Minuten später könnte man sich zur Ruhe legen, so man das wollte 😉. Die Frau hätte das gute Stück ja nun am liebsten gleich wieder zusammengeklappt und in die sichere Garage geschoben. Von dieser Idee hielt ich nun aber gar nichts. Und das mit gutem Grund. Ich teste neue Sachen lieber erstmal ausgiebig zu Hause, bevor ich unterwegs auf unangenehme Überraschungen stoße. Und die ließen in Form von leichtem Regen mit etwas Wind auch nicht lange auf sich warten. Als erste Schwachstelle erwies sich die kleine Lücke im Dach, an der die beiden Dachhälften etwas überlappen. Dort drückte der Wind die Regentropfen rein, die sich auf dem Dach gesammelt hatten. Und von da aus tropften sie dann munter auf die Liegefläche. Ergebnis: großer nasser Fleck auf der „Matratze“. Wenn so etwas unterwegs passiert ist das recht unschön und die Nacht ist dann wohl gelaufen.

Einige Klicks beim Onlinedealer später hatte ich selbstklebende Gummidichtungen (eigentlich zur Abdichtung von Autotüren gedacht) geordert. Diese klebte ich von innen relativ dicht ans Ende des Daches und nun läuft das Wasser auf dem Dach an den Dichtgummis entlang nach unten.

Wide Path Camper am Fahrrad

Das nächste Leck betraf die Tür. Der Regen vom Dach lief ziemlich ungehindert herunter und da die Tür über keinerlei Dichtung verfügt, tropfte das Wasser auf der Innenseite der Tür herunter. Hat man den Camper für die Nacht hergerichtet, tropft das Wasser direkt auf den vorderen Teil der Liegefläche. Die „Matratze“ erweist sich dann als dankbarer Abnehmer des Wassers. Auch auf der Seite der Türscharniere ist der Abstand zwischen Tür und Wand so groß, dass das Wasser relativ ungehindert eindringen kann. Auch hier bewirkte der Dichtgummi eine Trockenzeit 😉. Nachdem die Wasserfrage geklärt war, stand der ersten Übernachtung im Wohni nichts mehr im Weg.

Die „einfache“ Matratze (man kann natürlich auch das „Luxury Package“ mit dickerer Auflage kaufen) erwies sich als für meine Gewichtsklasse überraschend bequem. Wenn man sich die relativ dünnen Auflagen anschaut, mag man das kaum glauben.

Inzwischen ist der Sommer vergangen und die erste kleinere Ausfahrt mit dem Wohni liegt hinter mir. Das Wetter war in meinen zwei Urlaubswochen leider nicht so, dass es Spaß gemacht hätte, eine größere Tour zu unternehmen.

Aber die erste Tour über etwa 20km lief perfekt. Und nach weiteren 20km Rückweg stand eine erste Bestandsaufnahme an. Auch hier zeigte sich wieder eine arge Schwachstelle. Das Aluminiumband, das die Türöffnung verstärkt, ist mit Schrauben am Wohni befestigt. Und das sogar mit selbstsichernden Muttern. Nur leider ist die Länge der Schrauben offenbar so knapp bemessen, dass die Sicherung gar nicht richtig greift. Zwei Schrauben samt Muttern waren unterwegs schon abhanden gekommen, der Rest war locker.

Nun habe ich sämtliche Schrauben wieder festgezogen und zusätzlich mit Sicherungslack eingestrichen und hoffe, dass es bei der nächsten Tour keine unangenehmen Überraschungen mehr gibt.

Zwischenzeitlich hat der Hersteller auch ein Update geliefert. Dabei handelte es sich um die fehlenden Rücklichter (batteriebetrieben, mit über Micro-USB aufladbarem Akku) ein paar Reflektoren und eine stärkere Schraube, die an der Bremsanlage des Wohnis getauscht werden muss. Offenbar ist die ursprünglich verbaute Schraube zu knapp dimensioniert.

Nun warte ich darauf, endlich mal eine längere Tour machen zu können. Wenn da nur nicht immer dieses lästige „zur Arbeit gehen müssen“ wäre… 😉

Noch eine kurze Anmerkung: der größte Teil dieses Posts entstand im Mai 2021, mangels Zeit bin ich erst jetzt dazu gekommen, den Beitrag fertig zu stellen.

CO2-Ampel für die Schule

Seit fast einem Jahr müssen wir uns nun schon mit dem Thema „Corona“ beschäftigen. Aktuell schnellen die Infektionszahlen wieder in die Höhe und es entstand bei der besten aller Ehefrauen die Frage, ob denn eine Lüftung im Klassenzimmer nach zwanzig Minuten ausreichend ist.
In diversen Medien wurde der Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration in der Raumluft und Virenbelastung diskutiert. Fazit: Je höher die CO2-Konzentration, um so höher ist auch die potentielle Virenbelastung in der Raumluft – klingt jedenfalls logisch für mich ;-).

Daher bot sich die Messung der CO2-Konzentration der Raumluft an, um zu testen, ob die Lüftung nach zwanzig Minuten ausreichend ist oder ob gegebenenfalls früher zu lüften ist.

Das Stichwort lautet also CO2-Ampel. Angeregt durch einen Artikel in der „Make“ googelte ich mich durch diverse Seiten zum Thema. Dabei spielte bei meiner Entscheidung die Verfügbarkeit des CO2-Sensors und schon in der Bastelkiste vorhandener Hardware die entscheidende Rolle.

In meiner „Ampel“ werkelt als Herz ein Arduino Nano, der noch von einem anderen Projekt „übrig“ war. Als CO2-Sensor entschied ich mich für einen MH-Z19B, den ich über einen Händler aus dem „Reich der Mitte“ erwarb. Ursprünglich sollte die CO2-Konzentration nur über eine Ampel mit rot-gelb-grün angezeigt werden. Beim Umgraben der Bastelkiste stolperte ich dann über ein alphanumerisches 14-Segment-Display mit 4 Stellen und ich entschied mich spontan dazu, diese Anzeige noch in der Ampel unterzubringen. So kann ich zusätzlich Texte ausgeben und die CO2-Konzentration im „Klartext“ zur Anzeige bringen. Die Ansteuerung des Displays erfolgt per I2C-Bus und ist durch die Einbindung vorhandener Libraries recht simpel.
Die „Ampel“-Anzeige realisierte ich per WS 2812 (NeoPixel) – RGB-LED’s. Vom Bau meiner Wortuhr hatte ich noch einen Streifen mit 11 LED’s übrig. Auch hier ist die Ansteuerung durch die Verwendung fertiger Bibliotheken recht einfach zu machen.
Weil die Verdrahtung der einzelnen Komponenten auch recht einfach ist, bot sich die Verwendung einer Lochrasterplatte an – für die paar Leitungen lohnt es sich nicht, extra eine Leiterplatte zu entwerfen.

Das Gehäuse entwarf ich mit FreeCAD und druckte es anschließend mit dem 3D-Drucker.  Die entsprechenden Dateien gibt es demnächst hier auch zum Download.
Die beiden Gehäusehälften werden einfach ineinander gesteckt. Durch die beim Drucken entstehende minimale Riffelung der Gehäusewände halten die beiden Teile auch ohne besondere Befestigung gut zusammen.
Der „Ampelturm“ ist aus zwei Teilen zusammengesetzt. Der nach vorn zeigende Teil ist u-förmig und aus transparentem PET gedruckt, die Rückwand ist aus weißem PLA gedruckt. Auf die Rückseite habe ich doppelseitiges Teppichklebeband geklebt. Damit klebt einerseits der Streifen mit den NeoPixeln bombenfest (der Streifen hat zwar selbst eine Klebeschicht, die klebte bei meinem Streifen aber nicht mehr) und andererseits ist damit auch gleich das u-förmige Vorderteil an der Rückwand befestigt.  Das hält bis jetzt jedenfalls ziemlich gut. Alternativ hätte ich beide Seiten mit Klebstoff kleben müssen und das wäre vermutlich eine mehr oder weniger große Sauerei geworden ;-).

Für heute soll es das  gewesen sein – ich muss mir nun erst mal Gedanken machen, wie ich einfach und schnell nen passenden Schaltplan zeichnen kann. Und als nächstes ist das Arduino-Programm aufzuräumen – das ist nur quick and dirty zusammengestrickt, funktioniert zwar super, aber jeder richtige Coder würde bei seinem Anblick vermutlich sofort graue Haare bekommen… 😉

(Hinterher wahrscheinlich auch noch, bin halt nur Teilzeitprogrammierer 😉 )

Foto: CO2-Ampel

Wetterstation, Teil 3

Ein weiterer Schritt zur Ablösung der alten Wetterstation ist geschafft. Die Daten der neuen Station landen in einer neuen Datenbank. Es bedurfte allerdings vorher erstmal einer kleinen Auffrischung der PHP-Kenntnisse. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell man Sachen vergisst, die man nicht ständig nutzt.
Kleines Problem: die Wetterstation sendete ungefähr alle zwölf Sekunden einen Messwert in meine neue Datenbanktabelle. Für meine Zwecke ist das viel zu oft. Also hieß es, die zu viel gesendeten Datensätze zu recyclen ;-):
Auch das stellte mich am Anfang vor eine kleine Herausforderung, die mit einem kurzen Eintrag in der Datenbank meines Webservers gelöst wurde. Erst fragte ich dazu einfach den Timestamp des letzten Eintrags in meiner Wetterdatenbank ab und schaute, ob die Mindestzeit bis zum nächsten Eintrag schon verstrichen ist.
Das funktionierte, reduzierte aber nicht den Traffic auf dem Rechner im heimischen Netzwerk – und den wollte ich ja eigentlich reduzieren. Also verlagerte ich die Abfrage auf den Webserver und siehe da – schon lief der Rechner zu Hause um einiges flüssiger ;-).
Im nächsten Schritt müssen nun noch die Skripte angepasst werden, die die hübschen Wettergrafiken 😉 hier im Blog erstellen. Weil es aber gerade wieder nicht nach Regen aussieht und ich die Zeit dann lieber im Garten verbringe, muss das noch etwas warten. 🙂

Wetterstation, Teil 2

Nachdem das schöne Sommerwetter erstmal Platz für den Herbst gemacht hat, habe ich endlich wieder Zeit gefunden, mich mit der neuen Wetterstation, bzw. der Auswertung der von ihr gelieferten Daten zu beschäftigen.

Am Anfang schien die Sache ziemlich einfach, aber wie immer steckt der (Fehler-)Teufel im Detail. Jedenfalls dauerte es eine ganze Weile, bis die erste korrekte Datenübermittlung beim Server ankam. Inzwischen klappt das und ich kann mit der Auswertung beginnen. Als Laie in Sachen Wetterstation musste ich nun erstmal herausfinden, was sich z.B. hinter dem übermittelten Wert „baromin“ verbirgt.

Bei allen anderen Werten war das nicht schwer, offenbar werden diese Stationen hauptsächlich für den amerikanischen Markt gebaut – das liegt nahe, wenn da Werte wie „windspeedmph“ oder „indoortempf“ übermittelt werden. Entsprechend schnell sind die empfangenen Werte dann auch in „vernünftige Daten“ 😉 umgerechnet. Nur bei „baromin“ stand ich kurzzeitig auf dem Schlauch. Das es irgendwas mit Luftdruck zu tun hat, war klar. Nur passte der Wert von 29.93 nicht so richtig zu gängigen Werten in milliBar.

Nach etwas Webrecherche fiel dann der Groschen. Die Angabe bedeutet in/Hg, also dem amerikanischen Pendant zu mm/Hg. Also fix eine passende Formel zur Umrechnung gesucht und schon passte der ermittelte Wert zur Anzeige auf der Station :).

Nur einen kleinen Schönheitsfehler hat die Sache. Die Daten des extra passend zur Station besorgten zusätzlichen Sensors für Bodentemperatur und -feuchte werden nicht mit übertragen. 😳

Also muss ich dafür doch einen Eigenbau-Sensor einsetzen. Funktionieren tut der schon, es fehlt nur noch ein Gehäuse. Und wo ich gerade dabei bin: meine Eigenbausensoren messen eigentlich genau so gut, wie die der Station. Die Unterschiede sind mit minimal. Da freut sich das Bastlerherz.😁

Als nächstes wird am Auswertescript weiter gebastelt. Daten auf Plausibilität prüfen, Eintrag in die Datenbank, usw.. Da kann es ruhig noch ein paar Tage weiter regnen 😉.

Einmal Hacker sein… ;-)

Seit vielen Jahren nutze ich eine Wetterstation im Garten. Sinnvollerweise hatte ich immer eine Station, bei der ich die Messwerte einfach zur eigenen Nutzung und Weiterverarbeitung selbst aus der Station ziehen kann. Im Lauf der Jahre passiert aber, was zwangsläufig mit jeder Technik irgendwann passiert: sie geht kaputt. In meinem Fall verabschiedeten sich von der ersten Station Schritt für Schritt die Sensoren. Bei der zweiten Station kommt eigenes Unvermögen dazu. 🙁
Wenn man schon zur Bespaßung der Hunde Bälle durch den Garten wirft, sollte man so werfen, dass die Außensensoren nicht im Weg sind…
Also reifte der Entschluss, bei nächster Gelegenheit etwas neues zu beschaffen. Nun kam es so, dass ein Angebot eines Discounters und der nahende Geburtstag Anlass zur Neubeschaffung einer neuen Station boten.
Im Vergleich zu anderen Angeboten war das Angebot des Discounters fast 150€ preiswerter. Schnäppchen also!
Aber wie das immer so ist: Kein Vorteil ohne nicht mindestens zwei Nachteile! Bei dieser Station (Bresser 7 in 1) gibt es keine (offizielle) Möglichkeit, auf direktem Weg an die Wetterdaten zu kommen. Zwar besteht die Möglichkeit des Anschlusses an das heimische WLAN, aber man kann die Daten dann nur über den Umweg wunderground.com (funktioniert bei mir nicht) oder weathercloud.net(funktioniert) bekommen. Da ich die Daten, speziell die Niederschlagsmenge, zur Steuerung meiner Gartenberegnung (Eigenbau, später vielleicht dazu mehr…) nutzen möchte, ist so ein Umweg natürlich suboptimal und fehleranfällig. Also begann ich über alternative Lösungen nachzudenken und entwickelte mich zum „Hacker“ ;-).
Alles, was per Netzwerk irgendwohin übertragen wird, kann man mit den passenden Werkzeugen ausschnüffeln. In meinem Fall war das mein Linux-Desktop und Wireshark. Zunächst ermittelte ich die IP-Adresse der Wetterstation im WLAN. Das war nicht schwer, weil mein Router mir jedes neue Gerät im Netzwerk per Mail petzt.
Als nächstes nutzte ich eine versteckte Funktion im Router dazu, den Netzwerkverkehr „nach draußen“ aufzuzeichnen. Diese Datei öffnete ich in Wireshark, setzte einen Filter mit der IP der Wetterstation und siehe da… die ist so „gesprächig“, dass sie die Daten im Klartext mittels eines einfachen Aufrufs einer URL überträgt. In diesem Fall ging der Aufruf der URL an wunderground.com. Allerdings endete dieser Aufruf permanent mit einer Fehlermeldung der Webseite (unauthorized – warum auch immer…).
Jetzt gäbe es die Möglichkeit, im lokalen Netz einen eigenen DNS-Server zu betreiben und den Aufruf an einen eigenen Server umzuleiten. Das war mir aber zu aufwändig. Es gibt da nämlich im Setup der Wetterstation noch die Möglichkeit, einen anderen „Wetterserver“ einzutragen. Nach etwas Frickelei und dem nochmaligen Einsatz von Wireshark war es dann geschafft – die Station „telefoniert“ jetzt mit meinem eigenen Server. Die Verbindung mit dem „Wetterserver“ funktioniert nämlich haargenau so, wie die mit wunderground.com. :).
Jetzt muss ich mir nur noch ein kleines php-Script schreiben, dass die Daten entgegen nimmt und in meine eigene Datenbank schreibt.

Alles neu macht der Mai…

Ok. Es war vielleicht auch schon Juni. Aber egal, höchste Zeit für den Umzug auf einen neuen Server war es allemal. Leider bedingt der immerwährende technische Fortschritt auch einige Änderungen, bewährtes wird über Bord geworfen und man muss sich einen Kopf machen, wie man die Dinge trotzdem zum Laufen bekommt.
Bei diesem Umzug hat es das Wetter-Plugin in der Seitenleiste erwischt. Momentan ist es jedenfalls erstmal wech… 🙁
Aber ich arbeite daran. Gut Ding will Weile haben.

Alle Jahre wieder…

… kommt die Weihnachtszeit und mit ihr jede Menge Lichterkram, den die beste aller Ehefrauen leuchten lassen möchte.
Bei so viel Kram stellt sich die Frage, wer das alles jeden Abend ein- und wieder ausschalten soll, zumal viele Steckdosen nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich sind. Die erste Wahl fiel auf einfache mechanische Zeitschaltuhren. Aber bei diesen Dingern lässt sich die Zeit/Schaltzeit nur relativ ungenau einstellen und es sieht doof aus, wenn die Lichter in dem einen Fenster eine halbe Stunde später als im anderen Fenstern eingeschaltet werden. Außerdem lässt sich nur eine Schaltzeit einstellen, unterschiedliche Schaltzeiten für Wochentage/Wochenende sind nicht drin.

Variante zwei sind/waren Funksteckdosen. Diese lassen sich prima über einen Raspberry Pi mit angeschlossenem 433Mhz-Funkmodul und der Software Pilight steuern. Das funktioniert super, da sich über den Raspberry quasi unendlich viele Schaltzeiten programmieren lassen. Nachteil: jeder andere mit etwas Bastelgeschick kann das auch tun, weil die Funkübertragung unverschlüsselt geschieht.
Mit einem simplen Befehl kann man sehen, was in der Nachbarschaft so an Funksignalen durch die Luft wandert und wenn man wollte, könnte man die Nachbarn zur Verzweiflung treiben, indem man ihre Steckdosen lustig ein- und ausschaltet. Aus diesem Grund kommen diese Steckdosen bei. mir kaum noch zum Einsatz.

Variante drei sind Steckdosen, die sich per WLAN schalten lassen. Die gibt es von diversen Herstellern im Internet und im Baumarkt zu kaufen. Die funktionieren auch prima, haben aber den Nachteil, dass jeder Hersteller sein eigenes Süppchen in Sachen Software kocht, dass man die Dose vom letzten Jahr oft nicht mehr nachkaufen kann und die neue Dose wieder eine eigene App für ihre Steuerung mitbringt. Außerdem funktionieren diese Apps meist nur über einen Server beim Hersteller und sie „telefonieren“ oft ungehemmt viele Daten „nach Hause“. Zudem klaffen in vielen dieser Dinger Sicherheitslücken, die das heimische Netz unter Umständen für Angreifer wie ein Scheunentor offen stehen lassen…

Eines haben diese Teile aber fast alle gemeinsam: in ihnen werkelt ein Chip vom Typ ESP8266. Und für den gibt es im Netz alternative, quelloffene Software, die sich mit wenig Aufwand in die Steckdosen „verpflanzen“ lässt. Das funktioniert super, man wird den Zwang, die App des Herstellers zu verwenden los, ohne Funktionen zu verlieren. Ganz im Gegenteil.

Schon im letzten Jahr hatte ich einige Steckdosen im Baumarkt mit den drei Buchstaben erworben und mit Tasmota geflasht. Die funktionieren seitdem problemlos und es wuchs der Wunsch, den „Rest“ der Weihnachtsillumination auch noch automatisiert zu schalten. Also erwarb ich wieder vier Dosen. Allerdings stellte sich nach dem Öffnen selbiger Ernüchterung ein. Wo im letzten Jahr die erforderlichen Anschlüsse zur Programmierung noch hübsch erreichbar waren, war dieses Mal nichts zu sehen. Das Design der Platine hat sich geändert… Aber: aufgeben gibt‘s nicht!

Das Herz der Dose ist nämlich unverändert ein ESP8266-Modul. Das ist gut dokumentiert und die nötigen Schritte zur Programmierung waren schnell ermittelt.
Wer sich nun selbst an‘s Werk machen möchte, dem seien folgende Hinweise mit auf den Weg gegeben:

 

  • Sobald ihr die Dose öffnet und daran rumfummelt, verliert ihr die Herstellergarantie!
  • Ihr fummelt an einem Gerät herum, dass mit Netzspannung arbeitet! Strom macht klein, schwarz und hässlich! Wenn ihr keine Elektrofachkraft seid und von Strom nur wisst, dass er aus der Steckdose in der Wand kommt, lasst die Finger davon!!!
  • Ihr solltet wissen, wo das heiße Ende am Lötkolben ist und eine ruhige Hand haben!
  • Ihr braucht einen PC (bevorzugt mit Linux als Betriebssystem, auf andere Systeme gehe ich nicht ein!)
  • Ihr braucht einen USB zu seriell-Konverter, der mit 3,3V Betriebsspannung klar kommt.

Wenn Ihr jetzt noch weiter lest, gehe ich davon aus, dass Ihr meine Warnhinweise gelesen und verstanden habt.

 

Steckdose vom Baumarkt

Wenn Eure Steckdose so aussieht, wie diese, seid ihr auf dem richtigen Weg. Um darauf die neue Software installieren zu können, führt um’s Öffnen kein Weg herum. Ihr benötigt dazu einen speziellen Schraubendreher. Habt Ihr den nicht in Eurer Werkzeugkiste, dann lasst die Finger davon! An dieser Stelle nochmal der Warnhinweis: NETZSPANNUNG ist lebensgefährlich!

Wenn Ihr die Dose öffnet, dann sollte sie unbedingt spannungslos sein, sprich Stecker raus!!! Anders kommt man zwar an die Schrauben zum Öffnen des Gehäuses nicht heran, aber man weiß ja nie..

Habt Ihr das Gehäuse geöffnet, sollte der Lötkolben jetzt angeheizt werden. Insgesamt müssen sechs Lötstellen bearbeitet werden. Das wären die Verbindungen vom ESP8266 zum USB-seriell Konverter (3,3V, GND, TXD, RXD) und eine Brücke am ESP von GND nach IO0. Letztere wird benötigt, um den Chip nach dem Start in den Programmiermodus zu versetzen.

Habt Ihr alles ordentlich verkabelt, ist es jetzt Zeit, den softwaretechnischen Teil anzugehen. Um den Chip programmieren zu können, benötigt Ihr Python auf Eurem Rechenknecht, das esptool und natürlich die Binärdatei von Tasmota. Auf Github gibt es die Quellcodes (falls Ihr das selbst kompilieren und anpassen möchtet…) und fertige Binärdateien. Letztere erleichtern die Arbeit enorm. Für meine Zwecke habe ich tasmota-DE.bin verwendet.
Habt ihr das ESPtool heruntergeladen, entpackt es in ein Verzeichnis eurer Wahl und kopiert die Tasmota-Binaries in das gleiche Verzeichnis.

 

 

Eure Verkabelung sollte jetzt etwa so wie auf dem Bild links aussehen. Auf der linken Seite des Chips ist der zweite (RXD), dritte (TXD) und neunte (GND) Pin belegt. RXD vom Chip kommt am seriell-USB-Konverter an TXD, TXD vom Chip an RXD vom Konverter.
Auf der rechten Seite sind die obersten zwei Pins (GND und IO0) gebrückt, der unterste Pin wird mit 3,3V vom Konverter verbunden.
Bevor es nun an’s Flashen geht, prüft die Verkabelung zur Sicherheit nochmal! Einmal GND und 3,3V vertauscht und euer Chip raucht ab. Das muss man nicht haben!
Öffnet nun am PC ein Terminal und wechselt in das Verzeichnis, in das ihr das ESPtool entpackt habt. Verbindet nun den USB-Seriell-Konverter mit dem PC. Wenn ihr es sinnvoll findet, könnt ihr nun zunächst das originale Programm des Chips auslesen und sichern. Ich persönlich verzichte darauf. Wozu sollte ich das noch brauchen können? Nach dem Öffnen und herumlöten ist die Garantie eh futsch und das Ziel ist es ja, eine neue Software zu verwenden. Also wer mag, tippt folgendes ab:

python esptool.py --port /dev/ttyUSB0 read_flash 0x00000 0x200000 orginal-firmware.bin

Nach dem das geklärt ist, wird es Zeit, den Chip platt zu machen, sprich die vorhandene Firmware zu löschen:

python esptool.py --port /dev/ttyUSB0 erase_flash

Ohne neue Software hättet ihr an dieser Stelle nun nur noch Elektronikschrott. Deshalb starten wir jetzt den Upload der neuen Firmware:

python esptool.py --port /dev/ttyUSB0 write_flash -fs 2MB -fm dout 0x0 sonoff-DE.bin

Ist alles ohne Fehlermeldung durchgelaufen, könnt ihr wieder zum Lötkolben greifen und die Programmierverkabelung zurückbauen. Sie wird nicht mehr benötigt und künftige Softwareupdates werden OTA („over the air“) per WLAN überspielt. Schraubt die Dose wieder zusammen, kontrolliert nochmal alles auf mögliche Beschädigungen am Gehäuse und verbindet die Dose dann mit dem Stromnetz. Nach kurzer Zeit sollte die rote LED (Power) etwa im Sekundentakt blinken.

Die Dose hat jetzt einen eigenen WLAN-Hotspot gestartet. Verbindet euren PC oder ein Smartphone mit dem Hotspot. Der Name des Netzes beginnt mit „sonoff-XXXX“ wobei „XXXX“ für eine beliebige Zahlenkombination steht. Diesen Namen solltet ihr euch notieren. Ruft nun mit einem Webbrowser die IP-Adresse 192.168.4.1 auf. Auf dieser Seite könnt ihr die Zugangsdaten eures WLAN eintragen. Nach dem Speichern und dem darauffolgenden Reboot loggt sich die Dose in euer WLAN ein. Die weitere Konfiguration geschieht wieder per Browser. Ruft dazu die Seite http://sonoff-XXXX auf. (Ihr erinnert euch: das solltet ihr euch vorhin notiert haben… ;-))

 

 

Mal was ganz anderes…

Neulich fand die Frau auf einer Webseite Vorlagen zum Bedrucken von Etiketten für die Rückseite von Aktenordnern zum Download. Die waren ganz hübsch, hatten nur einen Fehler: sie passten nicht zu den vorhandenen Aufklebern. Auf der Vorlage waren fünf Etiketten, auf den Bögen mit den Aufklebern waren nur vier Etiketten…

Nun ja… zwischen vielen anderen Bastelprojekten im Urlaub habe ich mich einfach mal hingesetzt, die Aufkleber vermessen und mit Inkscape ein paar individuelle, neue Etiketten gebastelt. Und die passen jetzt astrein.

Die Frau ist begeistert und wird ihr Büro demnächst mit hübschen Ordnern verzieren und wer mag, darf das jetzt auch.