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Fehlerbehebung am Ultimaker3

Nachdem mein Ultimaker3 nun mehrere Monate ungenutzt in der Ecke stand, weil irgendwie kaputt, hatte ich mich vor einigen Tagen daran gemacht, die Störung (Düse verstopft, Filament in der Zuführung fest) zu beheben und die Ursache für die immer wiederkehrenden Probleme zu finden.

Das Problem: Die ersten Layer wurden anstandslos gedruckt, doch nach einiger Zeit kam kein Filament mehr raus. Und das an jedem, der beiden Druckköpfe.  Zuerst musste ich den kompletten Druckkopf zerlegen, weil sich das noch darin befindliche Filament weder vor, noch zurück bewegen ließ. Das allein war schon eine ziemlich nervige Fummelei, dazu noch die Zuführungsschläuche abfummeln und, und, und…

Zwischenzeitlich dachte ich über die Ursache für den  ständigen Filamentstau nach. An der Heizung konnte es nicht liegen, die ersten Layer wurden ja immer astrein gedruckt, die Druckköpfe selbst waren auch nicht das Problem, denn ein extra neu bestellter Druckkopf verursachte das gleiche Problem. Also befragte ich die große Suchmaschine mit den sechs Buchstaben und fand nach dem Lesen mehrerer nicht relevanter Artikel den, der exakt mein Problem beschrieb.
Im Druckkopf befinden sich drei Lüfter, einer an der Front (den klappt man beim Wechsel eines Druckkopfes runter) und zwei seitlich. Im vorliegenden Fall war der vordere Lüfter defekt. Dieser Lüfter läuft ständig und soll die Erwärmung des Druckkopfes begrenzen. Ist er defekt,  führt das dazu, dass sich der in Betrieb befindliche Druckkopf im Lauf der Zeit immer stärker erwärmt. Dadurch wird das Filament im oberen Bereich zu weich und durch den Schub vom Extruder wird das weiche Filament an dieser Stelle immer mehr gestaucht, so dass durch die Vergrößerung des Filamentdurchmessers eine Verstopfung entsteht und irgendwann kein Filament mehr in der Druckdüse ankommt. In der Folge „raspelt“ die „Stachelwalze“, die das Filament durch den Zuführungsschlauch zum Druckkopf schiebt, das Filament, welches sich ja nun nicht mehr in Richtung Druckkopf bewegen lässt regelrecht ab, so dass es sich nun auch nicht mehr entfernen lässt und man alles auseinandernehmen muss.

Genau solche Verdickungen waren in meinem Filament auch zu sehen. Also nochmal genau hingeschaut, den Lüfter inspiziert und siehe da… im Lüfter hing ein Knäuel extrudiertes Filament. Wie auch immer das dorthin gekommen ist…  Vermutlich lief der Lüfter deshalb entweder zu langsam oder überhaupt nicht und es kam zur oben beschriebenen Fehlfunktion.
Kaputt war der Lüfter jedenfalls zum Glück nicht.
Inzwischen habe ich mehrere Objekte gedruckt, auch mit unterschiedlichen Filamenten und verschieden langen Druckzeiten (längste Zeit >13h), ohne dass der Fehler nochmal aufgetreten ist. 🙂

So. Und nun hoffe ich, es bleibt auch dabei! 🙂

Foto: Ultimaker3 Druckkopf

Hinter der Abdeckung versteckt sich der Lüfter. Ist der blockiert oder defekt, kommt nach einiger Zeit kein Filament mehr aus der Düse

Foto: Vorderer Lüfter am Ultimaker3

Das ist der „Übeltäter“, der die Probleme verursacht: Frontlüfter am Ultimaker3

 

Noch eine Anmerkung für die ganz Schlauen 😉 : Es gibt da unterschiedliche Meinungen über die Bezeichnungen der Teile vom 3d-Drucker. Einige bezeichnen das Teil, aus dem das Filament rauskommt als Extruder. Einige bezeichnen damit das Teil, dass das Filament von der Rolle in den Druckkopf fördert. Extruder ist für mich das Teil, dass das Filament in den Druckkopf schiebt. Eine einheitliche Bezeichnung für die Teile hat sich offenbar noch nicht durchgesetzt.