Weihnachten…

Kobo Glo…ist ja nun schon eine ganze Weile vorbei, mein Weihnachtsgeschenk trudelte aber erst vorgestern nach langer Wartezeit bei mir ein.
Vor einiger Zeit hatte ich ja schon über das Onleihe-Angebot unserer Stadtbibliothek berichtet und auch darüber, dass man die Bücher mit der zugehörigen App auf dem iPad prima lesen kann.
 

Allerdings hat die Sache zwei kleine Häkchen. Punkt 1 ist das doch recht große Gewicht des iPads. Auf Dauer ist das ziemlich schwer beim Lesen.
Der zweite Punkt ist die recht begrenzte Akkulaufzeit beim iPad. Da kommt man bei einer längeren Reise ohne Nachlademöglichkeit schnell an die Kapazitätsgrenze.
 
Ich denke da nur an den letzten Flug nach Amerika. Inklusive Zugfahrt und Wartezeit auf dem Flughafen hätte der iPad lange vor der Ankunft schlapp gemacht…
 
Nicht nur aus diesem Grund erwuchs der Wunsch nach einer Alternative. Ein anderer Grund ist gerade auf Reisen der Platz- und Gewichtsverbrauch von „richtigen“ Büchern.
 
Deshalb hieß die Alternative nach längerer Suche und diversen Vergleichen mit anderen Geräten Kobo Glo.

 
 
Das ist ein kleiner, feiner Ebook-Reader mit Beleuchtung, 2GB Speicher (per Micro-SD bis auf 32GB erweiterbar…), Touchscreen und WLAN. Vergleichbar mit dem Kobo Glo wäre in etwa der Kindle Paperwhite.
Allerdings hat der den Nachteil, dass man nur Titel des Herstellers Amazon lesen kann – Ebooks aus der Bücherei oder aus anderen Shops kann man damit nach meiner Kenntnis vergessen.
 
Und gerade die letzten beiden Punkte gefallen mir an dieser Geschichte gar nicht. Deshalb fiel meine Entscheidung zugunsten des Kobo Glo.
Außer zum Schmökern kann man mit dem Reader bei vorhandener WLAN-Verbindung im Internet surfen, aber wirklich Spaß macht das nicht. Für „Notfälle“ ist dieses Extra aber nicht schlecht, denn immerhin ist es besser als gar nichts ;-).
An weiteren Extras bietet der Glo Schach, Sudoku und einen Notizblock. Letzterer ist aber nicht wirklich brauchbar. Unter „Notizen“ verstehe ich schriftliche Aufzeichnungen, der Hersteller Kobo allerdings eher „Bilder“ auf dem Touchscreen malen. Ohne speziellen Stift ist das Zeichnen bzw. Schreiben auf dem Glo aber fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Sinnvoller wäre es gewesen, für Notizen eine Tastatur auf dem Display einzublenden, mit der man den Text mehr oder weniger zügig eintippen und dann speichern kann. So ist dieser „Feature“ nur sinnlos vergeudeter Speicherplatz…
 
Die Hauptaufgabe des Glo ist aber das Anzeigen der Ebooks und das macht er Klasse, da gibt es nix zu meckern. Das Display zeigt den Text gestochen scharf an, Bilder werden in Graustufen und für meinen Geschmack auch super dargestellt. Das Display zeigt keine Reflexionen und spiegelt nicht. Man hat wirklich den Eindruck, der Text ist auf Papier gedruckt. 
Beim Umblättern der Seiten wird das Display nicht bei jedem Blättern komplett gelöscht. Das hat zur Folge, dass man nach einigen Seiten im Hintergrund verschwommen graue „Textreste“ sieht. Stören tut das beim Lesen nicht wirklich und in der Grundeinstellung wird das Display nach jeder sechsten Seite komplett gelöscht, dann ist wieder alles „sauber“. Je nach Geschmack läßt sich diese Einstellung aber auch ändern, so dass das Display zum Beispiel nach jeder Seite „geputzt“ wird.
 
Wenn Frauchen abends schon mal schlafen möchte, unsereins aber ausnahmsweise mal noch nicht so richtig müde ist, kommt die Hintergrundbeleuchtung des Glo zu Einsatz ;-). Hier reicht schon die niedrigste Beleuchtungsstärke aus, um vernünftig lesen zu können. Das Display wird gleichmäßig und ohne störendes Flackern oder Flimmern ausgeleuchtet. Natürlich geht der Einsatz der Beleuchtung zu Lasten der Akkulaufzeit. Einen Test diesbezüglich habe ich aber noch nicht gemacht.
 
Mit der Bedienung des Glo kommt man nach kurzer Eingewöhnung problemlos klar, so viele Einstell- bzw. Bedienmöglichkeiten gibt es ja nicht ;-). Allerdings hat der Hersteller hier noch mächtig Nachholbedarf in Sachen Service. Warum ausgerechtnet einem Ebook-Reader nicht mal ein vernünftiges Handbuch (als eBook!) beiliegt, wissen nur die Götter… 
Auf dem Glo selbst befindet sich nämlich nur eine „Quick Tour“ und ansonsten wird auf „ausführliche Benutzerhandbücher und Videotutorials“ auf der Webseite des Herstellers verwiesen… Das geht auch besser!!!
 
Einen großen Nachteil möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen. Für Linuxfans gibt es leider keine Möglichkeit, Bücher per Onleihe auf den Glo zu holen. Das liegt an den DRM-Restriktionen. Um ein Buch per Onleihe auf den Kobo Glo zu bringen, benötigt man zwingend die Adobe Digital Editions (2.0). Soweit ich weiß, gibt es diese Software nämlich nur für Windows und Mac :-(. Aber irgendeinen Haken muss es ja geben. Sonst wäre die Welt viel zu einfach…

Kobo Glo

2 Kommentare zu „Weihnachten…“

  • Rene:

    Nein, ich habe nicht vergessen wa ich kommentieren wollte 😉

    Ich finde eBook-Reader ja klasse – können die Teile doch Juristen das Tragen ungemein erleichtern indem es alle Gesetze beinhaltet ;-). Aber ich habe bislang noch keinen zum schönen Suchen gefunden 🙁
    Aber was eigentlich wichtiger ist: kommt das gute Stück auch mit haushaltsüblichen PDFs klar und kann man Lesezeichen setzen?

    Für den Datentransfer bietet sich für die Linuxer hilfsweise ja eine „Notvirtualisierung“ eines guten alten Windows XP in Betracht (WINE dürfte wohl etwas zu umständlich werden bei den ganzen notwendingen DLLs?)

    Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Spaß damit! (Und falls dich jmd überfällt, dann sollte es wie ein Buch auch als Verteidigungsmittel wirken können 😀 )

  • Kurt:

    Also pdf-Dateien zeigt der Kobo an, das habe ich mit einer Ausgabe der LVZ getestet. Was die Lesezeichen betrifft, kann ich dazu noch nichts sagen. Wenn ich einen Krimi lese, reicht es mir, wenn ich die zuletzt gelesene Seite wieder angezeigt bekomme.
    Bei Fachliteratur sieht das natürlich anders aus, da wünscht man sich ja auch, an bestimmten Stellen Anmerkungen machen und Texte markieren zu können. Da geht bestimmt auch was, das muss ich nur mal testen…