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Alle Jahre wieder…

… kommt die Weihnachtszeit und mit ihr jede Menge Lichterkram, den die beste aller Ehefrauen leuchten lassen möchte. Bei so viel Kram stellt sich die Frage, wer das alles jeden Abend ein- und wieder ausschalten soll, zumal viele Steckdosen nur unter erschwerten Bedingungen zugänglich sind. Die erste Wahl fiel auf einfache mechanische Zeitschaltuhren. Aber bei diesen Dingern lässt sich die Zeit/Schaltzeit nur relativ ungenau einstellen und es sieht doof aus, wenn die Lichter in dem einen Fenster eine halbe Stunde später als im anderen Fenstern eingeschaltet werden. Außerdem lässt sich nur eine Schaltzeit einstellen, unterschiedliche Schaltzeiten für Wochentage/Wochenende sind nicht drin.

Variante zwei sind/waren Funksteckdosen. Diese lassen sich prima über einen Raspberry Pi mit angeschlossenem 433Mhz-Funkmodul und der Software Pilight steuern. Das funktioniert super, da sich über den Raspberry quasi unendlich viele Schaltzeiten programmieren lassen. Nachteil: jeder andere mit etwas Bastelgeschick kann das auch tun, weil die Funkübertragung unverschlüsselt geschieht.
Mit einem simplen Befehl kann man sehen, was in der Nachbarschaft so an Funksignalen durch die Luft wandert und wenn man wollte, könnte man die Nachbarn zur Verzweiflung treiben, indem man ihre Steckdosen lustig ein- und ausschaltet. Aus diesem Grund kommen diese Steckdosen bei. mir kaum noch zum Einsatz.

Variante drei sind Steckdosen, die sich per WLAN schalten lassen. Die gibt es von diversen Herstellern im Internet und im Baumarkt zu kaufen. Die funktionieren auch prima, haben aber den Nachteil, dass jeder Hersteller sein eigenes Süppchen in Sachen Software kocht, dass man die Dose vom letzten Jahr oft nicht mehr nachkaufen kann und die neue Dose wieder eine eigene App für ihre Steuerung mitbringt. Außerdem funktionieren diese Apps meist nur über einen Server beim Hersteller und sie „telefonieren“ oft ungehemmt viele Daten „nach Hause“. Zudem klaffen in vielen dieser Dinger Sicherheitslücken, die das heimische Netz unter Umständen für Angreifer wie ein Scheunentor offen stehen lassen…

Eines haben diese Teile aber fast alle gemeinsam: in ihnen werkelt ein Chip vom Typ ESP8266. Und für den gibt es im Netz alternative, quelloffene Software, die sich mit wenig Aufwand in die Steckdosen „verpflanzen“ lässt. Das funktioniert super, man wird den Zwang, die App des Herstellers zu verwenden los, ohne Funktionen zu verlieren. Ganz im Gegenteil.

Schon im letzten Jahr hatte ich einige Steckdosen im Baumarkt mit den drei Buchstaben erworben und mit Tasmota geflasht. Die funktionieren seitdem problemlos und es wuchs der Wunsch, den „Rest“ der Weihnachtsillumination auch noch automatisiert zu schalten. Also erwarb ich wieder vier Dosen. Allerdings stellte sich nach dem Öffnen selbiger Ernüchterung ein. Wo im letzten Jahr die erforderlichen Anschlüsse zur Programmierung noch hübsch erreichbar waren, war dieses Mal nichts zu sehen. Das Design der Platine hat sich geändert… Aber: aufgeben gibt‘s nicht!

Das Herz der Dose ist nämlich unverändert ein ESP8266-Modul. Das ist gut dokumentiert und die nötigen Schritte zur Programmierung waren schnell ermittelt.
Wer sich nun selbst an‘s Werk machen möchte, dem seien folgende Hinweise mit auf den Weg gegeben:

  • Sobald ihr die Dose öffnet und daran rumfummelt, verliert ihr die Herstellergarantie!
  • Ihr fummelt an einem Gerät herum, dass mit Netzspannung arbeitet! Strom macht klein, schwarz und hässlich! Wenn ihr keine Elektrofachkraft seid und von Strom nur wisst, dass er aus der Steckdose in der Wand kommt, lasst die Finger davon!!!
  • Ihr solltet wissen, wo das heiße Ende am Lötkolben ist und eine ruhige Hand haben!
  • Ihr braucht einen PC (bevorzugt mit Linux als Betriebssystem, auf andere Systeme gehe ich nicht ein!)
  • Ihr braucht einen USB zu seriell-Konverter, der mit 3,3V Betriebsspannung klar kommt.
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