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Israel 2017, Teil 6

Vor dem letzten Highlight unseres diesjährigen Urlaubs in Israel, dem Besuch der Gärten der Bahai’i in Haifa, legten wir einen Tag Pause in Tel Aviv ein. Chillen und spazieren am Strand, Naturpark besichtigen und einfach etwas ausruhen – dafür macht man ja schließlich auch Urlaub… 😉
Gerade in Tel Aviv kann man kilometerweit am Strand spazieren gehen, ist aber nie weiter als zweihundert Meter vom geschäftigen Treiben der Stadt entfernt.

Musiker an der Strandpromenade

 

Nach dem “Erholungstag” ging es wieder mit dem Zug nach Haifa. Dort waren wir auch bei unserem letzten Israel-Urlaub, die Sehenswürdigkeit schlechthin entging uns aus Zeitgründen damals aber. An den Sabbat und die damit verbundenen Einschränkungen beim Reisen muss man sich halt erst gewöhnen.
Diesmal hatten wir aber (fast) alles gut geplant und durch die heutzutage verfügbaren Smartphones und Internet rund um die Uhr ist vieles einfacher. Auch die Suche nach Busverbindungen in Israel. Drei, vier mal tippen auf dem Smartphone und schon bekommt man angezeigt, wann man mit welcher Linie in welche Richtung fahren kann. Dann muss man einfach nur noch die Haltestellen bis zur Zielhaltestelle zählen. Und auch in Haifa funktionierte das Bezahlen mit der Chipkarte problemlos. Kein lästiges Suchen nach passendem Kleingeld, einfach Chipkarte ans Lesegerät halten, Fahrschein vom Busfahrer bekommen, kurzen Blick auf das Ticket werfen und schauen, wieviel Guthaben noch aufgeladen ist und entspannt zum Ziel fahren. Was in unserem Fall die Gärten der Bahai’i war.

Ich hatte mir vorher schon Gedanken gemacht und einiges im Internet über diese wundervoll angelegten Gärten gelesen. Und weil diese an einem Hang des Karmel-Gebirges angelegt sind, war meine durchaus nachvollziehbare Idee, einfach mit dem Bus an das obere Ende der Gärten zu fahren und von da aus nach unten zu laufen.
So weit, so gut. Allerdings stand nirgendwo, dass man gar nicht direkt durch die Gärten nach unten laufen darf.

Es gibt nämlich nur drei Bereiche, die man als Tourist besichtigen kann: Ganz oben, in der Mitte am Schrein und ganz unten. Und das Problem dabei ist, dass sich rechts und links der Gärten private Grundstücke befinden, die man logischerweise nicht betreten darf, um nach unten zu kommen. Also muss man relativ weite Umwege über Straßen und steile Treppen laufen, um zum nächsten Aussichtspunkt zu kommen. Aber wir hatten ja Zeit und die herrlichen Gärten waren jede Anstrengung wert!
Gärten der Bahai'i
Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Nachdem wir uns die Füße platt gelaufen hatten, gab es in der deutschen Kolonie in Haifa, die sich praktischerweise gleich unterhalb der Gärten befindet, noch eine leckere Pizza zur Stärkung. Und weil es gar nicht gut ist, sich zu lange auszuruhen, ging es anschließend im gestreckten Galopp zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Tel Aviv noch zu bekommen. Schließlich wollten wir den Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv nicht verpassen…

Mit dem Zug aus Deutschland zurück nach Tel Aviv Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv

Fazit dieses Urlaubs: Wir wollen wieder dorthin!!!

Israel 2017, Teil 5

Foto: Klagemauer

Nach unserem Ausflug in den Norden Israels sollte es heute nach Jerusalem gehen. Vor 8 Jahren waren wir schon einmal dort, seinerzeit fuhren wir aber mit dem Bus von Tel Aviv aus dorthin.Damals wusste ich noch nicht, dass es auch eine Bahnverbindung nach Jerusalem gibt. Durch einen Bericht im Fernsehen wurde ich auf diese Strecke aufmerksam gemacht und es entstand der Wunsch, Jerusalem noch einmal zu besuchen, diesmal aber mit der Bahn.
Und wie es Wünsche so an sich haben… meistens schiebt man deren Erfüllung vor sich her, bis es zu spät für eine Umsetzung derselben ist. Fast wäre es mir auch so gegangen, denn im letzten Jahr las ich einen Bericht in der Zeitung in dem stand, dass zwischen Tel Aviv und Jerusalem eine neue Bahnverbindung entsteht und diese schon kurz vor der Fertigstellung steht. Mit dieser Verbindung soll sich die Fahrzeit zwischen den beiden Städten um mehr als die Hälfte verkürzen. Für die Pendler, die die Strecke jeden Tag nutzen, ist das natürlich schön. Für den Touristen, dem es nicht auf die Zeit ankommt und der die Aussicht genießen will, sind die vielen Tunnel und Lärmschutzwände neben den Gleisen dann aber eher nicht so schön.

Grabeskirche 2017 Grabeskirche 2009

Also wurde festgelegt, dass der nächste Urlaub nach Israel geht, um die Chance zu nutzen, noch einmal die alte Bahnstrecke zu befahren, bevor diese vielleicht stillgelegt wird.

Im Gegensatz zur Fahrt nach Akko ging es diesmal recht entspannt zur Sache. Der Zug war nicht sehr voll, weil viele Leute der kürzeren Fahrzeit wegen den Bus nach Jerusalem bevorzugen. Außerdem liegt der Bahnhof in Jerusalem recht weit ab vom Stadtzentrum. Vom Bahnhof aus fährt zwar ein Bus ins Zentrum, aber mit dem ist man auch eine gefühlte Ewigkeit unterwegs, weil der alle Wohngebiete rechts und links der Straße zum Zentrum abfährt…

Auf Fotos vom Zug aus habe ich diesmal bewußt verzichtet. Erstens wollte ich ja die Aussicht genießen und nicht ständig die Kamera vor der Nase haben und zweitens war die Scheibe nicht die sauberste. Wasser ist (nicht nur) in Israel ein knappes Gut und daher offenbar zu schade, um die Zugfenster damit zu putzen…

Wie schon beim letzten Mal in Jerusalem besuchten wir zuerst die Grabeskirche. Nicht, dass wir besonders religiös wären, aber bei unserem ersten Besuch war die Grabeskirche wegen Schäden nach einem Erdbeben mit einem Stahlgerüst gesichert. Inzwischen sind die Restaurationsarbeiten abgeschlossen und wir wollten die Kirche einfach mal ohne Gerüst sehen.
Danach bummelten wir durch die Altstadt zur Klagemauer und von dort durch das arabische Viertel in Richtung Tempelberg. Dort durften wir leider nicht hin, da wegen der israelischen Feiertage eine erhöhte Sicherheitsstufe bestand und man nur wenige Stunden am Vormittag hin durfte. Schade!
Auf dem Weg zum Tempelberg wurde ich von israelischen Soldaten gefragt, ob ich aus der Türkei kommen würde. Über diese Frage haben wir uns natürlich gewundert. Bis wir zur nächsten Kontrollstelle kamen und uns dort erklärt wurde, dass nur Muslime Zutritt hätten. Also ich wäre wegen meiner dunklen Haare und des Bartes sicher durchgekommen, aber Frau und Kind wohl eher nicht… 😉

Anschließend ging es weiter in Richtung des zentralen Busbahnhofes. Für den Rückweg wollten wir dann doch die schnellere Verbindung benutzen. Vorher fuhren wir aber noch ein paar Haltestellen mit der Straßenbahn durch Jerusalem. Während bei uns in Sachen Straßenbahn ja eher der Rückwärtsgang eingelegt wird und Strecken eher stillgelegt als neue Strecken gebaut werden, ist das in Israel ganz anders.
Bei unserem ersten Besuch in Jerusalem war die Straßenbahn gerade im Bau und große Plakate warben für die neue Bahn. Inzwischen ist die erste Strecke fertig und da mussten wir natürlich auch mitfahren. Was natürlich ganz praktisch war, weil wir ohnehin in diese Richtung mussten 🙂

2009: Werbung für die neue Tram 2009: Straßenbahnbaustelle
Basar in Jerusalem Bevor es aber mit dem Bus zurück ging, schlenderten wir noch über den Mahane Yehuda Markt und besorgten uns noch etwas Reiseproviant für die Rückfahrt.
Was uns erstaunte, war die Tatsache, dass wir diesmal am Busbahnhof nicht kontrolliert wurden. Bei unserem letzten Besuch wurden Taschen und Rucksäcke “durchleuchtet” und alle auf eventuell versteckte Waffen “gefilzt”. Diesmal konnten wir das Gebäude “einfach so” betreten.
Bis auf die üblichen Staus verlief die Rückfahrt ganz entspannt und wir waren froh über die Pause für unsere platt gelaufenen Füße 😉

Israel – 2017, Teil 4

Foto: Moschee in AkkoFür den vierten Tag unseres Urlaubs in Israel hatten wir einen Auflug per Bahn in die alte Kreuzfahrerstadt Akko geplant. Da wir noch die dritte Chipkarte für den ÖPNV brauchten, weil die Fahrzeit für die etwas mehr als 100 Kilometer fast zwei Stunden beträgt und der Fahrplan wegen des Feiertags ziemlich ausgedünnt war, starteten wir relativ zeitig in Richtung Bushaltestelle.
Der freundliche Hotelportier hatte uns am Vorabend schon die passende Buslinie und Abfahrtshaltestelle empfohlen. Einfach mit der Linie 10 bis zur Endstelle, die sich passenderweise direkt am Bahnhof befindet.

So marschierten wir straffen Schrittes mit reichlich einkalkulierter Zeitreserve die hundert Meter bis zur Haltestelle. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Es kamen zwar laufend Busse, aber die Zehn war nicht dabei und unsere Zeitreserve schmolz dahin, wie ein Eiswürfel in der mediterranen Sonne…

Offenbar war der nette Rezeptionist selten per Bus unterwegs, sonst hätte er gewusst, dass diese Buslinie an Feiertagen gar nicht verkehrt…

Schließlich entschlossen wir uns, auf ein Taxi umzusteigen. Nur ist es dann so, wie immer: wenn man es wirklich dringend braucht, kommt keines! Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit doch ein Fahrer anhielt, wollte der sein Taxameter nicht einschalten und stattdessen einen Festpreis nehmen. Als Tourist sollte man bei solchen Fahrern dann vorsichtig sein, damit man nicht abgezockt wird. Uns jedenfalls erschien der geforderte Preis für die paar Kilometer zum nächsten Bahnhof deutlich zu hoch und wir ließen ihn trotz weiter bedenklich knapper werdender Zeit weiterfahren.

Zu unserem Glück kam schon wenige Minuten später das nächste Taxi um die Ecke. Diesmal konnten wir uns mit dem Fahrer problemlos über das zu zahlende Entgeld einigen und so kamen wir etwa fünfzehn Minuten später am Bahnhof an.
Inzwischen wurde es zeitlich echt knapp und zu allem Überfluss hatte der Schalter, an dem man sonst die Chipkarten-Fahrkarten bekommt, wegen des Feiertags geschlossen…
Und dann wurde auch noch einer der wenigen Ticketauomaten gewartet und war deshalb außer Betrieb… Und die Uhr tickte gnadenlos weiter. Also hieß es, sich geduldig in die Schlange derer einzureihen, die sich auch Fahrkarten kaufen wollten.
Foto: Kreuzfahrertunnel
Letztlich schafften wir es doch noch, unsere Fahrkarten zu lösen und den Zug im gestreckten Galopp zu erreichen. Schwein gehabt! Da nahm ich den Stehplatz im proppevollen Zug doch gern in Kauf. Hauptsache drin! Und irgendwann wurde sogar noch ein Sitzplatz frei. Urlauberherz, was willst du mehr! 😉

Jedenfalls erreichten wir nach ein und einer dreiviertel Stunde den Bahnhof von Akko. Nach einem Blick auf die Karte, dank smarter Telefone hat man sowas ja heutzutage ständig dabei 😉 , entschieden wir uns gegen den Bus und machten uns auf Schusters Rappen auf den Weg in Richtung Altstadt. Jetzt hatten wir reichlich Zeit und schließlich wollten wir auch was von der Stadt sehen. Das funktioniert erwiesenermaßen zu Fuß am Besten.

Nach zirka zwanzig Minuten gemütlichen Spaziergangs erreichten wir die Altstadt von Akko, wo wieder ein reges Markttreiben auf dem Basar herrschte.
Wir quetschten uns durch die vollen Gassen und landeten schließlich am Hafen, wo just in dem Moment einige Transportflugzeuge der israelischen Armee im tiefen Formationsflug in Richtung Tel Aviv über uns hinweg flogen.
Es war beeindruckend, zu erleben, wie die Menschen den Fliegern winkten und zu jubelten. Die Israelis wissen offenbar, was sie an ihrer Armee haben. Bei uns wären solche Szenen wohl eher undenkbar…

Nach der Hafenbesichtigung ging es weiter in die alte Kreuzfahrer-Festung. Es ist immer wieder sehr beeindruckend, was die Menschen vor ein paar hundert Jahren mit den aus heutiger Sicht doch eher primitiven Werkzeugen gebaut haben!
Foto: Akko - Altstadt

Israel 2017 – Teil 3

Foto: Blick auf Tel Aviv

Blick vom Jaffa nach Tel Aviv

Am dritten Tag in Tel Aviv wanderten wir nach dem obligatorischen Frühstück im Hotel immer am Strand entlang ins alte Jaffa.
Auch diese Tour hatten wir bei unserem Besuch 2009 schon einmal gemacht und wir waren neugierig, was sich alles verändert hat.
Seinerzeit waren wir eigentlich auf der Suche nach einem, der damals noch relativ seltenen Geocaches dorthin gekommen.
Eine Geocoin sollte von dort aus wieder nach Leipzig kommen. Leider hat sie es nicht mal bis zum nächsten Cache geschafft… 🙁

Das Wetter war jedenfalls wieder fabelhaft, die Sonne knallte den ganzen Weg erbarmungslos auf uns herab. Für mich war das schon eine Herausforderung.
Ich bin nämlich nicht der Mensch, der sich gern den ganzen Tag in der Sonne grillen lässt. Ich setze mich da lieber in den Schatten und lese ein Buch.
Aber was tut man nicht alles… 😉

Der frisch gepresste Orangensaft am Ziel war da fast so gut, wie ein frisch gezapftes, eiskaltes Pils ;-).

Auf dem Weg dorthin machten wir vorher Station im Eisenbahnmuseum von Jaffa. Naja. Für einen Eisenbahner wie unsereinen war das Museum eher unspektakulär.
Ein paar alte Wagons, die alten Gebäude hübsch restauriert, aber im Inneren meist teure Shops und Galerien, die überhaupt gar nichts mit Eisenbahn zu tun haben.
Aber man war halt mal dort und hat es gesehen.

Als wir weiter in Richtung Jaffa spazierten, begannen plötzlich überall die Sirenen zu heulen.
Nein, kein Luftangriff, sondern ein Signal zur Eröffnung der vielen Gedenkveranstaltungen. In einem früheren Post hatte ich ja schon die beiden Feiertage erwähnt.
Der eine heißt “Jom haSikaron” und begann schon am Vorabend um 20Uhr. Auch da heulten die Sirenen eine Minute lang und eröffneten den Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus.
Beim ersten Sirenenton blieben alle Menschen stehen, Autos hielten an, die Insassen stiegen aus und alle gedachten der Toten in einer Gedenkminute.
Das war schon sehr beeindruckend! Und nach dem letzten Sirenenton setzten alle ihre Tätigkeiten fort.

Foto: Alter Bahnhof in Jaffa

Alter Bahnhof in Jaffa

Foto: Alter Bahnhof in Jaffa

Ein paar alte Wagen, viel mehr nicht…

Die Aussicht von Jaffa auf die Skyline von Tel Aviv entschädigt dafür aber schon. Einfach mal hinsetzen, Pause machen und die Aussicht genießen. Herrlich!
Auf dem Rückweg spazierten wir durch Jaffas Gassen und besuchten auch den bekannten Trödelmarkt. Gekauft haben wir nichts.
Man weiß als Laie ja nie, ob man nicht ausversehen ein wertvolles historisches Teil ersteht und dann bei der Ausreise Probleme bekommt ;-). Nee, lieber nicht! 😀

Foto: In der Jaffaer Altstadt Foto: Trödelmarkt in Jaffa

Den Nachmittag verbrachten wir dann am Strand. Irgendwann müssen sich die Füße von der vielen Lauferei ja auch mal erholen.
Und nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es am Abend wieder auf die Piste. Im Hotel hatte man uns gesagt, dass heute, zum Beginn der israelischen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten der Bär steppt.
Alle Leute würden auf die Straßen gehen und Feiern und wir sollten uns das unbedingt ansehen!
Gesagt – getan!

Foto: Leckeres Abendessen

Wieder zu Fuß machten wir uns auf dem Weg zum Rathaus. Auf dem Platz davor sollte die zentrale Veranstaltung in Tel Aviv stattfinden.
Vorher gab es allerdings lecker Abendessen in einem kleinen Restaurant. Lecker Hummus in allen Variationen, dazu Salat, eingelegtes Gemüse, Soßen und Fladenbrot. Leckerrrrr!
Eigentlich hätte ich danach keinen Schritt mehr gehen wollen… Wir hatten nur zwei Portitonen bestellt, wurden aber zu dritt mehr als satt. Und dazu gab es auf Kosten des Hauses noch einen oberleckeren Kaffee!
Danach fiel das Aufstehen und weiterlaufen nicht mehr ganz so schwer… 😉

Tel Aviv ist ja sehr international. Das konnte man direkt sehen, wenn man als Deutscher in einem Restaurant in Israel von einer Argentinierin bedient wird.
Sie gab uns auch sehr hilfreiche Tipps für den weiteren Abend. Vor allem, dass wir uns von Kindern mit Sprayflaschen fernhalten sollen, wenn wir nicht eingeschäumt werden wollen…
In der Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie von der netten Dame angekündigt, begaben wir uns dann zum Rathaus.
Unterwegs sahen wir dann die besagten Sprayflaschen in Massen in allen Geschäften herumstehen. Offenbar ist es ein sehr beliebter Brauch, sich an diesem Abend gegenseitig einzuschäumen :D.

Als wir am Rathaus ankamen, war noch gar nicht sooo viel los, aber im Lauf des Abends wurde es dann knackevoll und die Menschen feierten ausgelassen.
Weil wir am folgenden Tag die alte Kreuzfahrerstadt Akko besuchen wollten, ließen wir es nicht ganz so spät werden und liefen dann irgendwann zum Hotel zurück.
Von unserem Zimmer aus hatten wir zwar keinen Meerblick, dafür aber auf das Rathaus und so hatten wir beim nächtlichen Höhenfeuerwerk einen Logenplatz :).

 

Foto: Feier vor dem Rathaus

Israel 2017 – Teil 2

Foto: Tel Aviv - Strandpromenade
 
Viele Leute, denen wir von unserem Urlaub in Israel erzählen, fragen uns, ob wir uns dort denn überhaupt sicher gefühlt hätten. Sie reagieren dann immer ganz erstaunt, wenn wir sagen “Ja, selbstverständlich! Es ist mindestens genau so sicher oder unsicher, wie in Deutschland.”
Und tatsächlich ist es auch so! Im Gegenteil! Wir fühlten uns dort sicherer, als hier!

Die Israelis mussten in der Vergangenheit viele Terroranschläge erleiden und haben eine Menge daraus gelernt. Viele Soldaten tragen auch nach Dienstschluss ihre Waffen, selbst bei den Busfahrern konnte man die Pistole am Gürtel sehen. Vor dem Betreten jedes größeren Gebäudes/Einkaufszentrums wird man mit Metalldetektoren gescannt und ein Securitymitarbeiter schaut sich den Inhalt jeder Handtasche an. Bevor einen Bahnhof betreten darf, wird das Gepäck, wie bei uns am Flughafen, durchleuchtet.

Es wird dort also viel für die Sicherheit getan und man muss sich wirklich keine Sorgen machen. Und eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben. In Israel nicht und auch sonst nirgends in der Welt, wie die traurigen Ereignisse der letzten Tage in England bewiesen haben.

Nun aber zurück zu unserem Urlaub.
Den zweiten Tag nutzten wir, um zu sehen, was sich in Tel Aviv seit unserem letzten Besuch im Jahr 2009 so alles verändert hat.
Zudem hatte uns der Taxifahrer auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel erzählt, dass in Israel zwei Feiertage bevorstehen und dass an diesen Tagen nur wenige Geschäfte geöffnet haben und abends alle Restaurants geschlossen sind.
Also hieß es, etwas Verpflegung zu besorgen. Wir bummelten über den Basar, staunten wie schon beim letzten Besuch über das vielfältige Angebot und das bunte Treiben dort.

Foto: Marktstand Foto: Gewürzstand

Am Nachmittag besuchten wir einen anderen Markt, von dem es heißt, man bekommt dort kulinarische Angebote aus der ganzen Welt. Und es stimmt wirklich! Vom Sushi über die Weißwurst vom Bayernmarket, von Pizza bis Hummus gits da alles. Zu entsprechenden Preisen, versteht sich… 😉 Ein kleines belegtes Baguette sollte gleich mal umgerechnet acht Euro kosten… Da versorgten wir uns lieber anderweitig.

Foto: Sarona Markt Foto: Sarona Markt


Außerdem besorgten wir uns, für den Kontakt in die Heimat ganz wichtig, eine israelische SIM-Karte. Das ging, ganz im Gegensatz zu den Gepflogenheiten hier bei uns in Deutschland völlig unkompliziert und vollkommen anonym!
Wenn ich mich richtig erinnere, kostete die Prepaid-Karte samt fünf Gigabyte Datenvolumen (einen Monat gültig) etwa 25 Euro. Die Karte wanderte in einen mobilen Hotspot und versorgte uns so während des gesamten Aufenthaltes mit mobilem Internet. Und am Ende war das Datenvolumen trotz intensiver Nutzung durch drei Personen noch nicht einmal aufgebraucht…

Foto: Hundespielplatz in Tel Aviv

Was uns bei unserem Spaziergang auch auffiel: Es gibt viele Hunde in Tel Aviv. Vielleicht sogar mehr, als in vergleichbaren deutschen Städten. Nur eines haben wir nicht gesehen: Hundehaufen auf den Fußwegen. Jeder Hundehalter nimmt die Hinterlassenschaften seines Fiffis mit und entsorgt sie.

Und noch etwas haben wir gesehen: Einen eingezäunten (!) Hundespielplatz mitten in Tel Aviv! Hundewiesen gibt es bei uns auch, aber wirklich frei laufen lassen möchte ich meine Hunde dort nicht. Hier habe ich, im Gegensatz zu anderen Ländern wie eben Israel oder Dänemark, noch keine umzäunten, öffentlichen (und kostenfreien!) Hundewiesen gesehen.
Bei uns geht es auf den ausgewiesenen Hundewiesen ja bunt durcheinander und das selten konfliktfrei. Da fahren Radler quer über die ausgeschilderte Hundewiese und meckern, wenn ein Hund auf sie zugerannt kommt. Gleiches gilt für Jogger, die so dicht neben dem angeleinten(!) Hund vorbei rennen, dass sie ihm fast auf die Pfoten treten und sich dann wundern, wenn der überraschte Hund nach ihnen schnappt.
Da wünscht man sich von unseren Politikern, dass die nicht gerade niedrige Hundesteuer doch endlich mal zweckgebunden für eine sinnvoll eingerichtete Hundewiese verwendet wird!

Zwei Kilometer weiter erlebten wir dann eine, nach dem unkompliziertem Kauf der SIM-Karte, eher unangenehme Überraschung. Da wir unsere Reise selbst organisiert hatten und daher viel den öffentlichen Nahverkehr/Zug nutzen wollten, wollten wir uns eine Chipkarte, die man als Fahrkarte nutzt, besorgen.

Die viele Bürokratie, die bei uns beim Kauf einer SIM nötig ist, kam dort beim Kauf dieser “Fahrkarte” auf uns zu. Der Verkäufer forderte nämlich den Reisepass, trug alle Daten in seinen Computer ein und machte zum Schluss auch noch ein mehr oder weniger hübsches Passbild von uns, welches anschließend auf die Karte gedruckt wurde.
Blöd war halt nur, das ein Reisepass im Hotelsafe lag und der Verkäufer sich nicht mit einem deutschen Personalausweis/Führerschein zufrieden geben wollte. Es musste unbedingt ein Reisepass sein… 🙁
Immerhin hatten wir schon mal zwei von drei Chipkarten. Diese wurden im Anschluss am Automaten mit einem Guthaben aufgeladen. Beim Aufladen von dreißig Schekeln wurden 37,50 auf der Karten gutgeschrieben – man bekommt so quasi immer etwas mehr als eine Fahrt geschenkt.

Im Bus legt man die Karte beim Einsteigen auf ein Lesegerät, der Fahrpreis (pro Fahrt) von 5,90 wird abgebucht und man bekommt ein Papierticket ausgedruckt, auf dem auch gleich das Restguthaben der Karte ausgewiesen ist.
Man sieht so immer rechtzeitig. wenn man wieder Guthaben nachladen muss.
Selbstverständlich kann man mit dieser Karte auch Wochen/Monats/Jahreskarten kaufen/nutzen. Aber das brauchten wir für unsere paar Tage Urlaub ja nicht.

Das Beste an dieser Karte ist aber, dass sie nicht nur in Tel Aviv gültig ist, sondern im ganzen Land. Wir brauchten also für unsere Touren nach Haifa, Jerusalem oder Akko keine anderen Fahrkarten. Selbst beim Fahren mit dem Zug ist sie gültig – man bucht sich den Fahrschein vor der Fahrt am Automaten. Alles völlig unkompliziert!

Na gut. Wie es mit dem Datenschutz bei dieser Art zu reisen ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber darüber wollten wir uns im Urlaub nicht den Kopf zerbrechen. Für uns war es einfach nur bequem! Und der Fahrpreis für eine Fahrt mit dem Bus in Tel Aviv ist der gleiche, wie eine Fahrt in Jerusalem mit der Straßenbahn oder in Haifa mit dem Bus. Man stelle sich so etwas mal in Deutschland vor… UNDENKBAR! 😉

Eine Fahrkarte für alles und überall!

… braucht er natürlich so nicht! 😉

Am Abend ging es dann nochmal an den Strand zum Sonnenuntergang gucken. Und es kam, wie es kommen musste: ein paar Minuten vor Sonnenuntergang schob sich die Wolke vom Dienst ins Bild…

Israel 2017 – Teil 1

Foto: Tel Aviv - Strandpromendade
 
Nach einer langen urlaubsmäßigen Durststrecke war es vor einer Woche endlich soweit: der nächste Wunsch auf der Löffel-Liste wurde in Angriff genommen.
Vor einiger Zeit las ich in der Zeitung, dass die Eisenbahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem neu gebaut wird und die alte Bahnstrecke, die sich romantisch durch das Gebirge schlängelt, dann bald nur noch Geschichte ist.
So entstand der Wunsch, diese Strecke zu befahren und die Aussicht zu genießen, bevor sie vielleicht für immer außer Betrieb geht.

Als Tourist und Eisenbahnfan sieht man das gewöhnlich ja nur etwas einseitig romantisch. Die Leute aber, die die Strecke regelmäßig befahren, werden die alte Strecke sicher nicht betrauern, wenn sie auf den neuen Gleisen nur noch halb so lange unterwegs sind, wie vorher.
Man sieht dann größenteils (wie bei uns in solchen Fällen) nur noch Lärmschutzwände und Tunnel, aber das ist dann eben der Preis für die Zeitersparnis. Auch für die Busse, die zwischen den beiden Städten pendeln, wird der Kampf um die Fahrgäste nach Inbetriebnahme der neuen Strecke härter. Die Bahn braucht dann nur noch 45 Minuten, mit dem Bus ist man 15 Minuten länger unterwegs und das auch nur, wenn sie im Berufsverkehr nicht im Stau stehen, sonst dauert es noch länger …

Auf der Karte sieht man ziemlich gut, wie sich die Strecke durch die Berge schlängelt. In engen Radien und mit Tempo 50 dauert das seine Zeit.

Jedenfalls nahmen schon Ende September letzten Jahres die Pläne zu dieser Reise Gestalt an. Der Urlaubsplan wurde bei Chefe eingereicht, anschließend Hotels gesichtet, Flüge gesucht und schlussendlich Preise verglichen und alles gebucht. Nun galt es nur noch zu warten, dass es endlich soweit ist…

Ende April war es dann so weit. Von Berlin-Tegel (BER lässt ja noch auf sich warten… :D) starteten wir nach Tel Aviv. Dort hatten wir uns nur wenige zu-Fuß-Minuten vom Strand entfernt in einem Hotel einquartiert. Meerblick war zwar leider nicht, aber da es mit dem Lottogewinn bisher noch nicht geklappt hat, waren wir auch damit zufrieden ;-).
Vom Ben-Gurion-Flughafen ging es, diesmal wegen des Sabbats per Taxi, nach Tel Aviv. Unterwegs hatten wir mit dem Taxifahrer in drei Sprachen (englisch, deutsch, Hände und Füße ;-)) eine angeregte Unterhaltung. Im Hotel angekommen, machten wir zunächst wieder einmal die Erfahrung, dass man mit Höflichkeit und Zurückhaltung beim Check-In nicht weit kommt, wenn Touristen aus Fernost im Anmarsch sind…

An Tag eins reichte die Zeit dann nur noch für einen kurzen Spaziergang am Strand und eine erste Erkundung der Umgebung.

Freitag… :-(

Freitag. Morgen gehts nach Hause und wir haben eigentlich gar keine Lust, ins kalte und verschneite Leipzig zurück zu kommen…
Aber hier ist das Wetter heute auch nicht so toll. Sehr windig und Regen ab und an. Weil heute Abend wieder der Sabbat beginnt und ab dem späten Nachmittag keine Busse und Bahnen mehr fahren, lohnte sich kein längerer Ausflug. Eigentlich hätten wir uns noch gern Akko angesehen. Aber das wäre zu weit weg gewesen.
So bummelten wir am Vormittag in Richtung Jaffa, um einen Cache zu suchen und den Basar anzugucken.

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Dort herrschte ein reges Treiben, jeder Händler preist lautstark seine Waren an und versucht, den Nachbarn noch zu übertönen. Auf dem Hinweg war es noch relativ leicht, sich einen Weg durch die enge Gasse zu bahnen, auf dem Rückweg war kaum noch durch zu kommen, so groß war das Gedränge.

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Man bekommt dort fast alles zu kaufen, vom Brötchen bis zum Fisch, Gemüse, Fleisch, Schmuck, Kleidung, und, und, und. Katrin hatten es vor allem die leckeren Erdbeeren angetan. Riesige Dinger und fast so groß wie kleine Äpfel. Und lecker sind die…

Aber bevor es die gab, mußte erst noch ein Cache gesucht werden. Heute hatten wir mehr Glück als gestern. Da kamen wir wegen einer Baustelle nicht an die Dose ran.
Der Cache liegt am ehemaligen Wohnhaus von Plato Ustinov, dem Großvater von Schauspieler Peter Ustinov. Das GPS führte uns zu einem Grundstück, das sehr privat aussah und ich hatte schon einige Bedenken, dort zu suchen. Aber zum Glück kümmerte sich niemand um uns und die Dose war nach kurzer Suche auch gefunden. Nur die eingeloggte Coin war leider nicht mehr drin, da war jemand schneller als wir…
Anschließend besichtigten wir die Immanuel-Kirche, die direkt gegenüber der Cachelocation steht. Sie wurde 1904 von Deutschen gebaut und nach dem 2. Weltkrieg von der norwegischen Kirche betreut.

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Katrin hatte erst Bedenken, die Kirche auch von innen zu besichtigen, obwohl draußen ein Schild “Visitors welcome” stand. Zum Glück konnte ich sie überreden, doch noch rein zu gehen.
Kaum drin angekommen sprach uns eine ältere Dame auf englisch an und fragte uns, woher wir kämen. Nachdem wir ihre Frage beantwortet hatten, erzählte sie uns in fließendem deutsch die ganze Geschichte der Kirche.
Ihr Mann (er führte gerade eine Gruppe Schüler durch die Kirche) war in den 1970er Jahren Pfarrer in der Kirche. Als ihre Kinder größer wurden, kehrten sie nach 5 Jahren wieder zurück nach Norwegen. Die Kinder sind nun erwachsen und deshalb kehrten die beiden wieder nach Jaffa zurück.
Sie lud uns herzlich zu einem Gottesdienst ein, ich wär auch gern mal hingegangen, aber leider findet er morgen vormittag statt und wir müssen ja wieder nach Hause :(.

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Auf dem Rückweg ging es dann wieder über den Basar in Richtung Hotel. Nun kam Katrin endlich zu einer riesigen Schale Riesenerdbeeren und ich zu meinem Naschwerk vom Bäcker :-). Und Tina kam auch nicht zu kurz. Nur Fabian hatte Pech, denn er wollte nicht nochmal mit durch den Basar und ist den kurzen Weg zum Hotel gegangen. Weil wir aber nicht so sind, haben wir ihm doch etwas von den Naschereien abgegeben ;-).

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Viel wird nun nicht mehr passieren. Morgen werden die Koffer gepackt und dann gehts wieder nach Hause. Leider :-(.

Ab in die Wüste…

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Am Dienstag mußten wir relativ zeitig raus. Unser schon zu Hause gebuchter Ausflug nach Masada und ans Tote Meer stand an. Mit einem kleinen Shuttlebus wurden wir zum zentralen Busbahnhof gebracht, wo wir nach kurzer Wartezeit in einen modernen Reisebus umstiegen.

Dann ging es erstmal nach Jerusalem. Auf der Fahrt erklärte uns der Reiseleiter verschiedene Dinge und wies uns auf Besonderheiten hin. Jerusalem liegt in einer Höhe von etwa 700-800 Metern. Kommt man von Tel Aviv sieht man, dass die Berge relativ dicht bewaldet sind. Fährt man auf der anderen Seite der Stadt in Richtung Totes Meer, sieht man nur kahle Berge. Der wenige Niederschlag regnet sich nur auf der Meerseite ab und auf der Rest bleibt trocken.

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In Jerusalem gab es dann eine längere Pause, weil noch einige Reisende zugestiegen sind, einige davon hatten wohl verschlafen… Als endlich alle da waren, ging es in Richtung Totes Meer.

Kurz nach dem Jerusalemer Ortsausgang kann man rechts und links der Straße Beduinenbehausungen sehen. Ärmliche Wellblechhütten, bei denen man nicht vermuten würde, dass sie bewohnbar sind… Vereinzelt stehen ein abgemagerter Esel oder ein paar Schafe oder Ziegen davor.

Von nun an geht es steil bergab. Am Straßenrand sind an einigen Punkten Markierungen angebracht: Bei Meereshöhe und dann bei -100, -200 und -300 Metern. Momentan liegt der Wasserspiegel des Toten Meeres bei etwa -420Metern. Tendenz stark fallend. Der Jordan ist der einzige größere Wasserlieferant des Toten Meeres. Dem wird wegen vieler Bewässerungsanlagen aber soviel Wasser entnommen, dass der Wasserstand im Toten Meer in jedem Jahr um über einen Meter sinkt.

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Unsere Tour führte uns nun bis nach Masada immer am Ufer des Toten Meeres entlang. Dabei konnten wir viele Dattelpalmen-Plantagen und auch Gewächshäuser sehen. Ohne künstliche Bewässerung wäre das nicht möglich.

Schließlich kamen wir in Masada an. Nach einer kurzen Pause sahen wir einen kurzen Film über die Geschichte von Masada und dann ging es mit der Seilbahn nach oben. Die Bergstation der Seilbahn liegt 33m über Meereshöhe(!), der Gipfel des Masadaplateaus aber 450m über dem Toten Meer…

Leider hatten wir viel zu wenig Zeit, um uns Masada ausführlich anzusehen und unser Guide schleppte uns im Eiltempo über die Anlage. Da werden wir wohl nochmal kommen müssen…

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Danach fuhren wieder wieder ein Stück in Richtung Jerusalem nach En Gedi. Dort wurde in den achtziger Jahren ein Bad direkt am Toten Meer gebaut. Inzwischen ist aber soviel Wasser verdunstet, dass man mit einer kleinen Bahn bis zum Wasser gefahren wird. Alle paar Meter stehen am Wegrand Schilder mit einer Jahreszahl und die geben Auskunft darüber, wo zu dieser Zeit der Strand mal war…

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Inzwischen dürfte der Abstand vom ersten Schild (1985) bis zum Wasser etwa einen Kilometer betragen. Irgendwann in naher Zukunft ist dann Schluß mit Lustig, weil kein Wasser zum Baden mehr da sein wird…

Wir haben den Aufenthalt jedenfalls genossen und vom Bad im Toten Meer bis zum Schlammbad alles mitgemacht :-).

Die Reise nach Jerusalem…

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Heute haben wir uns in aller Frühe auf den Weg nach Jerusalem gemacht. Zuerst ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof. Dabei ist die Preisgestaltung bei so einer Fahrt offenbar von vielen Faktoren wie Wetterlage, Tageszeit oder Mondphase abhängig. Jedenfalls haben wir für die selbe Strecke schon 4 unterschiedliche Preise bezahlt…

Allgemein muß man aber sagen, daß die Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel relativ günstig sind. Für die Strecke nach Jerusalem haben wir im Bus 76 Schekel bezahlt, das sind umgerechnet etwas über 14 Euro für uns alle vier zusammen. Die Rückfahrt war sogar noch etwas günstiger, weil uns die Dame am Ticketschalter auch für Fabian eine Kinderfahrkarte verkauft hat :-).

Nach reichlich einer Stunde Fahrzeit sind wir dann am Busbahnhof in Jerusalem angekommen.Von dort wollten wir eigentlich mit dem Linienbus bis zur Altstadt fahren. Allerdings haben uns die chaotischen Verhältnisse an den Haltestellen so verwirrt, dass wir dann doch lieber ein Taxi genommen haben. Soviel Taxi wie hier in Israel bin ich im ganzen Leben noch nicht gefahren ;-). Es ist aber auch viel preiswerter als bei uns. Und eh man ewig auf den Bus wartet…

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In der Altstadt sind wir zuerst durch den Basar zur Klagemauer gegangen. Dort haben wir, Frauen und Männer getrennt, einen Zettel in die Mauerritzen gesteckt und anschließend das Treiben vor der Mauer noch etwas beobachtet. Das ist schon sehr beeindruckend.

Danach haben wir versucht, durch ein Labyrinth von Gängen und Gassen die Grabeskirche zu finden. Im ersten Anlauf ist uns das nicht geglückt, aber die Händler im Basar haben sich über den Umsatz gefreut… Schließlich kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Zum Glück gab es dort eine Touristeninformation, die Leute wie uns auf den richtigen Weg bringt ;-).

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Nun mit einem Lageplan mit eingezeichnetem Weg besser ausgerüstet klappte es auf Anhieb. Die Kirche ist ein beeindruckender Bau und was mich besonders gewundert hat, war die Tatsache, daß man dort nach Herzenslust fotografieren durfte. In Deutschland wäre es entweder verboten oder man müßte für eine Fotoerlaubnis bezahlen…

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Nachdem wir uns alles angesehen hatten, ging es nochmals durch den Basar aus der Altstadt heraus zur Bushaltestelle. Dort wollten wir mit einem Linienbus zu einem Einkaufszentrum am anderen Ende von Jerusalem (eigentlich nur knapp 4km Luftlinie) fahren. Das Verkehrschaos hier ist aber kaum beschreibbar. Taxis halten an der Bushaltestelle und machen keine Anstalten weiter zu fahren, Linienbusse halten dafür in zweiter Reihe, alles geht kreuz und quer. Daran muß man sich erstmal gewöhnen. Schließlich schafften wir es mit Mühe und Not, in einen Bus zu kommen. Der brauchte dann für die 4km Luftlinie etwa eine Stunde…

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In allergrößtes Staunen versetzte uns aber ein Schild an einer Straßenbaustelle. In Jerusalem wird eine Straßenbahn gebaut! Bei uns wird eine Linie nach der anderen geschlossen, Taktzeiten werden verlängert, Busse fahren selten oder nur nach Anruf und hier wird eine Straßenbahn komplett neu gebaut!

Im Einkaufszentrum haben wir uns erstmal etwas gestärkt, sind durch die Geschäfte gebummelt und haben dann eine Bekannte von Fabian getroffen. Nach einer Stunde und einem kräftigen Abendessen haben wir uns dann gemeinsam wieder auf den Weg in Richtung Busbahnhof gemacht. Dort haben wir den Bus nach Tel Aviv gerade noch so erwischt. Ansonsten hätten wir etwa 20 Minuten auf den nächsten Bus warten müssen.

Fotos gibt es heute leider noch nicht, es ist schon reichlich spät und das Hochladen ist hier immer ein kleines Geduldsspiel und man weiß nie, wielange es dauert bzw. ob es überhaupt funktioniert.

Morgen geht es dann wieder in aller Frühe zu einer Tour in Richtung Massada und Totes Meer.

Einmal Haifa und zurück

Am Hafen von Haifa

Hier in Israel heißt es, daß in Haifa gearbeitet, in Tel Aviv gelebt und in Jerusalem gebetet wird. Weil wir prinzipiell neugierig sind, wollten wir uns das mal ansehen. Von Tel Aviv haben wir ja nun schon etwas gesehen, deshalb ging es heute mal nach Haifa.
Per Zug geht das einfach und unkompliziert. Einfach zum Ticketautomaten, Tickets auswählen, Kreditkarte durchziehen und zum Bahnsteig gehen. Ach nee, ganz so einfach ist es doch nicht. Für uns ist es ungewohnt, hier aber Standard. Bevor man in ein Kaufhaus, öffentliches Gebäude oder eben in den Bahnhof kommt, muß man durch den Sicherheitscheck.
In Kaufhäusern guckt sich ein Securitymann oder -frau die Taschen an und man wird mit nem Metalldetektor gefilzt. Am Bahnhof stehen zusätzlich noch Geräte, mit denen das Gepäck, genau wie bei uns am Flughafen, durchleuchtet wird.
Danach gehts zum Bahnsteig. Vorher muß man sein Ticket am Automaten entwerten und durch ein Drehkreuz gehen. Ohne Fahrkarte kommt man nicht auf den Bahnsteig und man sollte es tunlichst vermeiden, nach der Fahrt seine Fahrkarte in den nächsten Papierkorb zu werfen, denn ohne Ticket kommt man nicht aus dem Bahnhof raus…

Dreisprachiges Schild

In Haifa selbst sind wir dann ein bisschen durch die Straßen gebummelt. Dort haben wir sehr oft uns gut bekannte Töne gehört – russisch. Das scheint dort neben hebräisch und arabisch die dritte Amtssprache zu sein. Jedenfalls waren an den meisten Geschäften Schilder in russisch angebracht.
Da wir schon einige Postkarten geschrieben hatten, aber gestern keine Briefmarken bekamen, wollten wir heute in Haifa auf der Post mal fix ein paar besorgen. Aber auch hier geht es etwas anders als bei uns zur Sache.
Vor der Briefmarke kommt erstmal eine andere Marke. Und bei der handelt es sich um eine Wartemarke. Ganz wie bei uns in den Amtsstuben muß man sich erstmal eine Marke ziehen. Dann setzt man sich brav aufs Wartebänkchen und wartet bis man an der Reihe ist. Das kann unter Umständen ganz schön dauern. In Haifa jedenfalls zu lange…
Wir haben die Warteprozedur dann nochmal hier in Tel Aviv in der Post um die Ecke wiederholt und hatten nach fünf Minuten unsere Briefmarken.
Nachher wollen wir uns mal den Sonnenuntergang am Strand ansehen. Mal sehen, ob es klappt oder ob uns eine Wolke den Spaß verdirbt 😉

Man versteht russisch ;-)
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