Bastelwastel

Sonnenpower nutzen

Provisorien halten ja bekanntlich am besten und am längsten. Trotzdem habe ich mich mal an die Arbeit gemacht und meinem  Solar-Powerbank-Lader endlich ein vernünftiges Gehäuse spendiert. Die Frau hat seit Wochen gegen den Strippenhaufen unter dem Gartenpavillon protestiert, da kann man(n) sich nicht ewig taub stellen… 😉.

Solarlader und Powerbank im Einsatz

Also startete ich gestern meinen Uralt-PC und entwarf mit FreeCAD  ein schickes Gehäuse. Kurze Zeit später hatte ich das fertige Modell auf dem Monitor. Fix den Slicer gestartet (das ist das Programm, das aus der Modelldatei des CAD-Programmes Daten erzeugt, die der 3D-Drucker auch versteht), den Drucker gestartet und los ging es.

Einige viele Minuten später folgte beim Kontrollblick auf den Drucker aber die Enttäuschung. Offenbar hatte entweder das CAD-Programm oder der Slicer einen schlechten Tag. Und das, obwohl es noch gar nicht Montag war…

Dem im Drucker entstehenden Gehäuse fehlte an einigen Stellen Material, wo eigentlich welches gedruckt werden sollte. Also blieb nur der Abbruch des Druckes und eine Kontrolle des Modells am Rechner. Und siehe da, die Datei mit dem G-Code (das ist der Code, den der Drucker für den Druck benötigt) war fehlerhaft.

Zweiter Versuch. Alles nochmal auf Anfang. Gehäuse im CAD-Programm nochmal zusammengesetzt, durch den Slicer ‘geschoben’ und sicherheitshalber den G-Code angeschaut. Tscha. Da war es wieder, das Problem. Wieder hingen einige Stellen des Gehäuses quasi ‘in der Luft’. Und das ist eher suboptimal, weil das Filament beim Drucken ja nicht in der Luft hängen bleibt, sondern der Schwerkraft folgend nach unten fällt.

Anlauf Nummer drei. Anderen Rechner hochgefahren, anderes Slicer-Programm gestartet, Ergebnis begutachtet und schließlich erneut den Druck gestartet. Gute zwei Stunden später folgte die nächste Enttäuschung. Die Gehäusewände waren jetzt zwar geschlossen, aber die Befestigungen für die Elektronikplatinen waren total verkorkst. Da fehlten die Löcher für die Schrauben und der Gehäuseboden war total uneben. Da war eine Schräge gedruckt, die dort definitiv nicht hingehörte!

Also lag das Problem wohl nicht beim Slicer, sondern FreeCAD hatte Mist produziert. So startete ich den vierten Versuch und konstruierte alles von Grund auf neu und diesmal klappte alles auf Anhieb. Das Gehäuse ist fertig, der Strippenverhau weg und der Hausfrieden gerettet…😉

Recycling. Wieder mal :-)

Für ein kleines Bastelprojekt brauche ich einen Batteriehalter für einen AA-Akku. Was liegt da näher, als die Elektronikschrott-Sammlung mal zu durchforsten um zu sehen, ob sich etwas brauchbares finden lässt. Und siehe da, es fanden sich tatsächlich die Batteriekontakte aus dem Gehäuse einer defekten Solarleuchte.
Fünfzehn Minuten später war der erste Entwurf eines Batteriehalters mit FreeCad konstruiert und nochmal zwanzig Minuten später fertig gedruckt.

Leider war er noch nicht ganz perfekt, weil ich mich bei der Konstruktion der Halterung für die Batterieclips auf jeder Seite um zwei Millimeter verrechnet hatte. Für den ersten Versuch war das Teil aber schon ganz brauchbar. Natürlich beließ ich es nicht dabei, obwohl… funktioniert hätte das Ding auch so, sondern korrigierte den Fehler und Nummer Zwei passte perfekt :).
Ihr braucht auch zufällig so ein Ding? Die Vorlage gibt es hier bei Thingiverse.com.

Foto: Selbst gedruckter Batteriehalter

Foto: Selbst gedruckter Batteriehalter

Doof kannste sein…

… du musst dir nur zu helfen wissen!

Also was tun, wenn man einen Batteriehalter für vier Akkus braucht, aber nur einen für sechs Akkus hat?

Ganz einfach! Man nehme FreeCAD,  entwerfe einen einfachen Zylinder mit den passenden Maßen für einen AA-Akku, drucke sich diesen mit dem 3D-Drucker aus und umwickle ihn mangels Kupferfolie mit Alufolie.

Fertig ist der Akku-Dummy und die Halloween-Deko kann leuchten 😁.

 

Frisch gedruckt ist halb gesprudelt…

Foto: Sprudelstein im GartenBei dieser Überschrift wird sich manch einer fragen, ob bei mir im Oberstübchen noch alles im grünen Bereich ist. Aber da kann ich den geneigten Leser beruhigen – ist alles ok!
Doch wie kommt’s nun dazu?

In unserem Garten steht seit einigen Jahren ein kleiner Sprudelstein, anderswo auch Quellstein genannt. Der plätscherte lange zu unserer Entspannung so vor sich hin und verteilte bei Dunkelheit noch angenehm gelbes Licht. Bis es sich vor einiger Zeit ausgesprudelt hatte. Die kleine Wasserpumpe hatte sich in die ewigen elektrischen Jagdgründe verabschiedet.

Für die Pumpe fand sich schnell passender Ersatz, nur die LED-Beleuchtung tat es ohne ihre Pumpenschwester nicht mehr.Beide hingen nämlich an der gleichen 12V-Stromversorgung, die jetzt fehlte.

Letzte Woche stellte ich die Stromversorgung meiner Pi-Wetterstation auf 12V-Betrieb um und dachte, das wäre eine günstige Gelegenheit, die LED-Beleuchtung des Sprudelsteins davon mit zu versorgen. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die Beleuchtung gemacht. Die war nämlich inzwischen auch verschieden und zog bei 0.5V schon 300mA… also war das auch ein Satz mit X.

Nach kurzer Recherche im Netz der Netze fand sich tatsächlich in einem Onlineshop eine passende neue Beleuchtung und die wurde auch umgehend geordert. Gestern lag das Päckel dann endlich in der Paketbox.

Nach dem Auspacken wich die Freude kurzzeitig erstmal einem kleinen Frust. Der Anschluß für den Wasserschlauch war nämlich bei der neuen Beleuchtung viel zu klein im Durchmesser. Da hätte ich den Schlauch nie festbekommen. Ein dünnerer Schlauch war auch keine Option, dann hätte er nämlich an der Pumpe nicht gepasst.
Kleiner Pluspunkt: Bei der neuen Beleuchtung war der Schlauchanschluß nicht fest angegossen, wie beim alten Modell, sondern nur angesteckt.

Foto: alte Sprudelsteinbeleuchtung

Alte LED-Beleuchtung mit 20mm Anschlußstutzen für den Wasserschlauch


Frei nach dem Motto “Dem Inschenör is nüscht zu schwör” setzte ich mich deshalb an den Laptop und konstruiere mir einen kleinen, aber feinen Adapter. 30 Druckminuten später lag der dann vor mir und siehe da — er passte sogar super 😉 !

Und nun sprudelt und leuchtet es wieder zu unserer Entspannung vor sich hin. Nur nicht mehr in gelb, sondern in strahlendem Weiß :-).

Und die Moral von der Geschicht: Ohne 3D-Drucker hätte ich wieder vor einem mächtigen Problem gestanden und sicher stundenlang rumgefriemelt, um dann eine total wacklige Behelfskonstruktion zu basteln, die mir noch mehr graue Haare auf die Platte gebracht und dann doch mehr nur recht als schlecht funktioniert hätte…

Fazit: Wieder ein Beweis dafür, dass sich die Anschaffung des Drucker mehr als gelohnt hat :).

Bild: selbst konstruierter Adapter

Der neue selbst konstruierte Schlauchanschluss für die Beleuchtung

Neues aus dem Drucker

Foto: Wandhalterung für Bohrer

Am Wochenende hat mich mal wieder etwas die Aufräumwut gepackt. Das passiert (leider) viel zu selten. Diesmal waren es die Bohrer, die im Weg rumlagen. Ich hatte schon länger daran gedacht, mir eine Wandhalterung dafür zu drucken. Dann hat man auch gleich immer gut im Blick, wenn mal einer fehlt.
Allerdings waren die Temperaturen der letzten Wochen nicht dazu angetan, mich an den Rechner zu treiben und ein 3D-Modell zu basteln. Bei mehr als 30°C macht das auch echt keinen Spaß.

Letzten Sonntag war es dann endlich soweit. Vor das Erfolgserlebnis setzten die CAD-Götter aber wie immer erstmal den Schweiß.
Den ersten Entwurf startete ich mit FreeCAD in der Version 0.15. Bisher habe ich damit schon einige Sachen entworfen. Allerdings ist das Programm ziemlich … naja, eigentlich sogar ziemlich viel mit Fehlern ausgestattet.
Diesmal gab ich schon relativ zeitig auf, weil beim Zeichnen einer Skizze immer das Raster, das eigentlich als Zeichenhilfe dienen soll, jedes mal nach dem Zeichnen einer Linie verschwand und auch nicht wieder auftauchen wollte.
OK, FreeCAD kostet nix und ist in der aktuellen Version ja noch voll in der Entwicklung. Vielleicht saß der Fehler ja auch vor dem Monitor und man muß ganz anders an so eine Zeichnung rangehen, als ich das tat. Ich werde es auf jeden Fall weiter probieren. Am Sonntag wollte ich allerdings vorrangig ein handfestes Ergebnis sehen.

Nächster Versuch: Autodesk Fusion 360
Da gibt es seit einiger Zeit ein Lizenzmodell, dass Maker (auch so ein schöner Begriff ;-)) das Programm ein Jahr für den privaten Zweck kostenfrei nutzen dürfen. Also die Megabytes runtergeladen und installiert. So richtig warm wurde ich mit dem Programm aber vorläufig auch nicht. Alles in englischer Sprache und dann auch noch neu… nee, das braucht auch Zeit zum Einarbeiten und die wollte ich mir nicht nehmen.

Dritter Versuch: Autodesk 123 Design

Das hatte ich auch schon länger nicht mehr verwendet, aber damit hatte ich dann ziemlich schnell meine Halterung als 3D-Modell im Rechner.
So schaffte ich es sogar noch, das Modell trotz der vorhergesagten vier Stunden Druckzeit an die Wand zu bringen :-).

Und wenn ich jetzt noch den 8mm-Steinbohrer finde, der in der Reihe momentan fehlt, ist alles gut :D.

Das Modell zum Nachdrucken findet ihr übrigens bei thingiverse.com: http://www.thingiverse.com/thing:981335

Und nochwas: Englisch ist nicht unbedingt meine Stärke. Falls mir jemand mit einer besseren Übersetzung bei Thingiverse helfen kann… immer her damit 😉

Upcycling Nummer 3: Handy laden zum Nulltarif :-)

Vor einiger Zeit bekam ich von einem netten Kollegen ein Solarmodul geschenkt, welches bisher mehr oder weniger unbeachtet im Garten stand. Gelegentlich nutzte ich es in Verbindung mit einem Akku zur Versorgung eines CB-Funkgerätes.
Allerdings geschah das nur sehr selten und ich dachte mir, dass man das doch öfter nutzen müsste. Also wurden aus ein paar aus alten elektronischen Geräten ausgelötete Bauelemente aus der Bastelkiste geholt und flux auf eine Lochrasterplatine gelötet. Heraus kam ein 5V-Spannungsregler, der die 15V vom Solarmodul auf verträgliche 5V herunterregelt und bei ausreichend Sonnenschein über einen USB-Anschluß ein herkömmliches Akkupack lädt.

Damit kann ich dann abends das Handy (fast) zum Nulltarif wieder aufladen :-).

Und falls die Sonne mal nicht scheint: Das Akkupack hat eine Kapazität von 10 Ah, da lassen sich 1-2 Regentage locker überbrücken :-).

Foto: Solarzelle

Foto: Spannungsregler

Nützliches aus dem Drucker

 Befestigung für  Scheibengardine Nachdem es nun endlich in der Werkstatt auf Arbeit neue Fenster gibt, sollten natürlich auch die Gardinen wieder ans Fenster.
Allerdings gab es ein Problem: die alten Befestigungshaken für die Gardinenstange sollten aus Gründen nicht wieder in den Rahmen der nagelneuen Fenster geschraubt werden.  Also habe ich mal schnell mit FreeCad neue Halterungen ‘designed’ 😉 und mit dem Drucker anschließend ausgedruckt.

Bissel doppelseitiges Klebeband auf die Rückseite… und passt! 😃😃😃

Neues Wetter

Meine Wetterstation kommt so langsam in die Jahre. Ein Außensensor hat sich schon teilweise verabschiedet und misst bei der Luftfeuchtigkeit nur noch Mist und die Batteriekontakte des Kombisensors fangen über kurz oder lang auch an, sich einem ordentlichen Stromfluß zu verweigern.
Deshalb fiel mir der Entschluss nicht schwer, in eine neue Station zu investieren.
Die Wahl fiel auf die WS3080. Und weil ich nicht nur im Wohnzimmer sehen will, wie die aktuelle Wetterlage ist, läuft auf einem RaspberryPi weewx, eine super Software, die in Python geschrieben wurde, zur Auswertung/Anzeige der Wetterdaten per Webseite.

Momentan läuft das Ganze noch im ‘Beta-Status’. Der Raspberry ist zwar sehr sparsam und Ressourcen schonend, aber die vielen Schreibvorgänge in die Wetterdatenbank sind auf Dauer eher suboptimal für die SD-Speicherkarte, auf der das Betriebssystem des Raspi läuft. Außerdem braucht die Webseite noch etliches an Überarbeitung, angefangen bei der Übersetzung, dem Design und … also noch viel Arbeit.

Wer trotzdem schon mal schauen möchte: hier geht’s lang 😀

Update: C-Berry Text aufs Display

Vor einiger Zeit habe ich mich mit dem C-Berry-Display für den RaspberryPi beschäftigt und ein kleines Programm geschrieben, mit dem man relativ einfach Text auf das Display schreiben kann.
Nun ist etwas Zeit vergangen und ich habe das Programm um zwei Parameter erweitert. Man kann den Text und in fetter Schrift ausgeben und eine Hintergrundtransparenz einschalten. So kann man zum Beispiel ein erst Bild ins Display laden und darüber dann einen transparenten Text ausgeben.
Alles wie immer ohne Gewähr… ;-).

Benutzt wird das Programm wie folgt:

Wobei Transparenz und Bold entweder den Wert Null oder Eins haben muss. 0 -> Eigenschaft ausgeschaltet, 1 -> Eigenschaft eingeschaltet
Die anderen Parameter erkläre ich hier jetzt nicht nochmal, da hat sich nichts geändert. Schaut bei Bedarf einfach mal hier nach.

Hier der Quellcode:

Nochmal zur Nestcam

Da immer mal wieder Anfragen kommen, wie ich die Knipserei mit der Nestcam gelöst habe, hier nochmal ein paar Details.

Wie schon beschrieben läuft das ganze auf einem RaspberryPi Modell B. Dort habe ich an die GPIOs über Schalttransistoren vier Infrarot-LEDs angeschlossen.
Als Kamera kommt die orginale NOIR-Kamera für den Raspberry zum Einsatz. Die normale Kamera tuts im Dunklen nicht, weil die einen Infrarotfilter eingbaut hat, der, wie es der Name schon sagt, bei der NoIR-Kamera fehlt. Deshalb klappt die Beleuchtung per IR-LEDs da super.
Um die SD-Speicherkarte des Raspi zu schonen, habe ich eine Ramdisk mit 8MB Größe eingerichtet. Das reicht aus, um das aufgenommene Bild temporär zu speichern und zu bearbeiten.
Das Script nutzt Imagemagick, um eine Statuszeile in das fertige Bild zu schreiben, ggfs. müsst ihr das installieren, wenn ihr das Script 1:1 nutzen möchtet.
Zum Schluß wird das fertige Bild mittels curl auf den Webserver kopiert.

Ein Cronjob ruft jede Minute das Shellscript auf. Soll der Aufnahmeintervall kürzer werden, geht das per Cronjob nicht mehr, dann müsse man das Script in einer Zeitschleife laufen lassen.

Weil der Raspi für das Rendern des Zeitraffervideos aus den Einzelbildern etwas zu lahm ist, passiert das per Cronjob auf dem Webserver. Doch dazu später mehr. Jetzt bauche ich erstmal einen Kaffee… 😉