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MicroWordClock

Am Samstag war ich ja am Stand des Makerspace Leipzig auf der Modell-Hobby-Spiel zu Gange. Dort könnte man diverse Sachen erwerben, deren Erlös dem Makerspace zukommt. Unter anderem gab es den Bausatz einer etwas anderen Uhr zu kaufen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe zugeschlagen. Natürlich nicht für mich selbst, sondern als Geschenk für das Töchterlein.

Gestern habe ich dann den Computer angeheizt, FreeCAD gestartet und ein Gehäuse für die Uhr entworfen. Ja, das geht sicher noch besser, aber für den ersten Entwurf passt das schon.

Zum Glück lagen in der Bastelkiste noch ein paar Stücke Holz von einem anderen Projekt. So hatte dann die CNC-Fräse auch noch etwas zu tun. Anschließend gleich eine Behandlung mit Holzwachs, Trocknung über Nacht und die Fertigstellung gerade eben.

Und für die Stromversorgung kommt ein sonst nutzlos in der Schublade liegendes Netzteil eines Uralt-Handys wieder zu Ehren.


Neu aus der Bastelstube – die Leselampe

Foto: selbstgebaute LED-BeleuchtungWer kennt das nicht? Im Lauf der Zeit sammeln sich im Haushalt immer mehr Geräte an, die mit Batterien betrieben werden und nicht alle diese Geräte lassen sich mit umweltfreundlicheren Akkus betreiben.

Nach mehr oder weniger langer Zeit stellen diese Geräte dann den Betrieb ein, weil die Spannung der Batterien zu gering geworden ist. Leer sind sie deshalb aber noch lange nicht. Bevor man die Batterien entsorgt, kann man die darin noch vorhandene “Restenergie” durchaus sinnvoll nutzen.

Von einem anderen Bastelprojekt hatte ich noch einige “Step-up”-Spannungsregler übrig. Diese Regler wandeln eine niedrige Eingangsspannung in eine höhere, konstante Ausgangsspannung um. In diesem Fall wird die “Restspannung” aus zwei in Reihe geschalteten Batterien in eine Spannung von 5 Volt umgewandelt. Damit lässt sich eine USB-LED-Lampe aus einem bekannten schwedischen Möbelhaus noch eine ganze Weile bequem betreiben. Blöd ist nur, dass der Hersteller des Spannungswandlers so auf platzsparende Platinenentwicklung bedacht war, das es nicht mehr für ein paar Befestigungslöcher gereicht hat.

Zum Glück steht bei mir ja noch ein 3D-Drucker rum. In weniger als fünfzehn Minuten dachte ich mir eine alternative Befestigungsmöglichkeit aus, setzte diese mit FreeCAD in ein 3D-Modell um und druckte anschließend ein passendes Teil aus.

Das Gehäuse der Lampe habe ich ebenfalls wie immer mit FreeCAD “designed” ;-). Anschließend wurde die Zeichnung mit ESTLCAM eingelesen und die nötigen Fräsdaten für die CNC-Fräse erzeugt. Diese hat dann aus zwei Kiefern-Leimholzbrettern mit 18mm Stärke zwei hübsche Gehäusehälften erzeugt. Zusammengehalten werden die beiden Teile ganz simpel mit jeweils zwei paar Neodymmagneten. Das hält bombenfest.

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Halterungen für die Batterien sind natürlich auch selbst entworfen und gedruckt. 😉

Noch schnell etwas umweltfreundliche Wachslasur als Schutz vor Wasser und fettigen Fingern drauf, die Elektronik rein und fertig ist eine hübsche kleine Lampe…

Foto: LED-Lampengehäuse

NestCam2… weiter geht’s

In den letzten Tagen habe ich mal im Internet nach brauchbaren Software-Lösungen für die Foto/Videoaufnahmen mit Bewegungserkennung gesucht. Das Ergebnis ist durchwachsen.
Wenn ich eine Software installiere und die schon beim Probelauf abkackt (Sorry!) dann hat sich das Thema weitestgehend erledigt.
Im Gegensatz zur ersten Nestcam habe ich diesmal keinen “normalen” RaspberryPi, sondern den RaspberryPi Zero mit WLAN im Einsatz. Leider hat der Pi Zero im Gegensatz zum “normalen” Raspi nur 512k RAM. Vielleicht lag es daran, dass Pikrellcam mehrfach abgestürzt ist.

Viel Zeit zum Rumprobieren bleibt nun aber nicht mehr, die Piepmätze fangen draußen im Garten schon heftig an zu singen und es wird höchste Zeit, dass der Kasten raus kommt.
Deshalb kommt nun doch erstmal wieder die bewährte alte Methode zum Einsatz. Jede Minute ein neues Bild und jede Stunde wird ein Video aktualisiert. Eventuell verkürze ich den Aufnahmeintervall noch etwas. Normalerweise lässt ein Cronjob ja nur Intervalle im Minutentakt zu, aber in den weiten des Internets habe ich einen Trick entdeckt, mit dem man die Zeit verkürzen kann. Mal schauen… 😉
Jedenfalls läuft die alte Software jetzt erstmal im Trockenen im Testbetrieb und wenn alles klappt, hängt der Kasten spätestens Ende nächster Woche im Garten. Kanns kaum erwarten! 🙂

Es geht voran…

Testfoto der neuen NestCam. Nachdem heute endlich eine neue Infrarot-Kamera für den RaspberryPi bei mir eingetroffen ist, konnte ich gleich ein paar “Testbilder” aufnehmen. Das sieht schon mal gut aus.

Nun muss nur noch die passende Software installiert werden. In der alten Version hat die Kamera ja stur jede Minute ein Bild aufgenommen. Und wenn dann mal wirklich kurz ein Piepmatz im Kasten war, war das ziemlich genau immer dann, wenn die Kamera gerade in ihrer Ruhephase war :o. Logisch, dass dann außer dem leeren Kasten meistens nichts zu sehen war.

Diesmal soll die Kamera mit einer automatischen Bewegungserkennung arbeiten, d.h., die Software erkennt, wenn sich am Inhalt des Bildes etwas ändert und nimmt dann automatisch Bilder/Video auf. Das soll dann ebenfalls automatisch hier auf den Webserver hochgeladen werden.
Das alles einzurichten wird die Arbeit der nächsten Tage sein.

Und jetzt noch ein ḱleiner Nachtrag zum letzten Eintrag im Blog. Da hatte ich ja beschrieben, wie ich dank des 3D-Druckers und FreeCAD innerhalb einer Stunde zu einer passablen Halterung für meine Platine gekommen bin. An dieser Stelle möchte ich euch FreeCAD noch einmal empfehlen.
Screenshot Platinenhalterung in FreeCAD
Es ist eine super Software, die zwar immer noch ein paar kleine Macken hat, dafür aber für (fast) alle Betriebssysteme gratis zu haben ist und die keinen zwingt, sich alle paar Wochen irgendwo zu registrieren, damit mit man damit weiter arbeiten kann. Und es besteht auch kaum die Gefahr, dass der Anbieter der Software plötzlich beschließt, Geld für sein Produkt zu verlangen und man seine bisher erstellten Arbeiten nicht mehr mit dem Programm öffnen/bearbeiten kann.

Israel 2017, Teil 6

Vor dem letzten Highlight unseres diesjährigen Urlaubs in Israel, dem Besuch der Gärten der Bahai’i in Haifa, legten wir einen Tag Pause in Tel Aviv ein. Chillen und spazieren am Strand, Naturpark besichtigen und einfach etwas ausruhen – dafür macht man ja schließlich auch Urlaub… 😉
Gerade in Tel Aviv kann man kilometerweit am Strand spazieren gehen, ist aber nie weiter als zweihundert Meter vom geschäftigen Treiben der Stadt entfernt.

Musiker an der Strandpromenade

 

Nach dem “Erholungstag” ging es wieder mit dem Zug nach Haifa. Dort waren wir auch bei unserem letzten Israel-Urlaub, die Sehenswürdigkeit schlechthin entging uns aus Zeitgründen damals aber. An den Sabbat und die damit verbundenen Einschränkungen beim Reisen muss man sich halt erst gewöhnen.
Diesmal hatten wir aber (fast) alles gut geplant und durch die heutzutage verfügbaren Smartphones und Internet rund um die Uhr ist vieles einfacher. Auch die Suche nach Busverbindungen in Israel. Drei, vier mal tippen auf dem Smartphone und schon bekommt man angezeigt, wann man mit welcher Linie in welche Richtung fahren kann. Dann muss man einfach nur noch die Haltestellen bis zur Zielhaltestelle zählen. Und auch in Haifa funktionierte das Bezahlen mit der Chipkarte problemlos. Kein lästiges Suchen nach passendem Kleingeld, einfach Chipkarte ans Lesegerät halten, Fahrschein vom Busfahrer bekommen, kurzen Blick auf das Ticket werfen und schauen, wieviel Guthaben noch aufgeladen ist und entspannt zum Ziel fahren. Was in unserem Fall die Gärten der Bahai’i war.

Ich hatte mir vorher schon Gedanken gemacht und einiges im Internet über diese wundervoll angelegten Gärten gelesen. Und weil diese an einem Hang des Karmel-Gebirges angelegt sind, war meine durchaus nachvollziehbare Idee, einfach mit dem Bus an das obere Ende der Gärten zu fahren und von da aus nach unten zu laufen.
So weit, so gut. Allerdings stand nirgendwo, dass man gar nicht direkt durch die Gärten nach unten laufen darf.

Es gibt nämlich nur drei Bereiche, die man als Tourist besichtigen kann: Ganz oben, in der Mitte am Schrein und ganz unten. Und das Problem dabei ist, dass sich rechts und links der Gärten private Grundstücke befinden, die man logischerweise nicht betreten darf, um nach unten zu kommen. Also muss man relativ weite Umwege über Straßen und steile Treppen laufen, um zum nächsten Aussichtspunkt zu kommen. Aber wir hatten ja Zeit und die herrlichen Gärten waren jede Anstrengung wert!
Gärten der Bahai'i
Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Nachdem wir uns die Füße platt gelaufen hatten, gab es in der deutschen Kolonie in Haifa, die sich praktischerweise gleich unterhalb der Gärten befindet, noch eine leckere Pizza zur Stärkung. Und weil es gar nicht gut ist, sich zu lange auszuruhen, ging es anschließend im gestreckten Galopp zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Tel Aviv noch zu bekommen. Schließlich wollten wir den Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv nicht verpassen…

Mit dem Zug aus Deutschland zurück nach Tel Aviv Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv

Fazit dieses Urlaubs: Wir wollen wieder dorthin!!!

Israel 2017, Teil 5

Foto: Klagemauer

Nach unserem Ausflug in den Norden Israels sollte es heute nach Jerusalem gehen. Vor 8 Jahren waren wir schon einmal dort, seinerzeit fuhren wir aber mit dem Bus von Tel Aviv aus dorthin.Damals wusste ich noch nicht, dass es auch eine Bahnverbindung nach Jerusalem gibt. Durch einen Bericht im Fernsehen wurde ich auf diese Strecke aufmerksam gemacht und es entstand der Wunsch, Jerusalem noch einmal zu besuchen, diesmal aber mit der Bahn.
Und wie es Wünsche so an sich haben… meistens schiebt man deren Erfüllung vor sich her, bis es zu spät für eine Umsetzung derselben ist. Fast wäre es mir auch so gegangen, denn im letzten Jahr las ich einen Bericht in der Zeitung in dem stand, dass zwischen Tel Aviv und Jerusalem eine neue Bahnverbindung entsteht und diese schon kurz vor der Fertigstellung steht. Mit dieser Verbindung soll sich die Fahrzeit zwischen den beiden Städten um mehr als die Hälfte verkürzen. Für die Pendler, die die Strecke jeden Tag nutzen, ist das natürlich schön. Für den Touristen, dem es nicht auf die Zeit ankommt und der die Aussicht genießen will, sind die vielen Tunnel und Lärmschutzwände neben den Gleisen dann aber eher nicht so schön.

Grabeskirche 2017 Grabeskirche 2009

Also wurde festgelegt, dass der nächste Urlaub nach Israel geht, um die Chance zu nutzen, noch einmal die alte Bahnstrecke zu befahren, bevor diese vielleicht stillgelegt wird.

Im Gegensatz zur Fahrt nach Akko ging es diesmal recht entspannt zur Sache. Der Zug war nicht sehr voll, weil viele Leute der kürzeren Fahrzeit wegen den Bus nach Jerusalem bevorzugen. Außerdem liegt der Bahnhof in Jerusalem recht weit ab vom Stadtzentrum. Vom Bahnhof aus fährt zwar ein Bus ins Zentrum, aber mit dem ist man auch eine gefühlte Ewigkeit unterwegs, weil der alle Wohngebiete rechts und links der Straße zum Zentrum abfährt…

Auf Fotos vom Zug aus habe ich diesmal bewußt verzichtet. Erstens wollte ich ja die Aussicht genießen und nicht ständig die Kamera vor der Nase haben und zweitens war die Scheibe nicht die sauberste. Wasser ist (nicht nur) in Israel ein knappes Gut und daher offenbar zu schade, um die Zugfenster damit zu putzen…

Wie schon beim letzten Mal in Jerusalem besuchten wir zuerst die Grabeskirche. Nicht, dass wir besonders religiös wären, aber bei unserem ersten Besuch war die Grabeskirche wegen Schäden nach einem Erdbeben mit einem Stahlgerüst gesichert. Inzwischen sind die Restaurationsarbeiten abgeschlossen und wir wollten die Kirche einfach mal ohne Gerüst sehen.
Danach bummelten wir durch die Altstadt zur Klagemauer und von dort durch das arabische Viertel in Richtung Tempelberg. Dort durften wir leider nicht hin, da wegen der israelischen Feiertage eine erhöhte Sicherheitsstufe bestand und man nur wenige Stunden am Vormittag hin durfte. Schade!
Auf dem Weg zum Tempelberg wurde ich von israelischen Soldaten gefragt, ob ich aus der Türkei kommen würde. Über diese Frage haben wir uns natürlich gewundert. Bis wir zur nächsten Kontrollstelle kamen und uns dort erklärt wurde, dass nur Muslime Zutritt hätten. Also ich wäre wegen meiner dunklen Haare und des Bartes sicher durchgekommen, aber Frau und Kind wohl eher nicht… 😉

Anschließend ging es weiter in Richtung des zentralen Busbahnhofes. Für den Rückweg wollten wir dann doch die schnellere Verbindung benutzen. Vorher fuhren wir aber noch ein paar Haltestellen mit der Straßenbahn durch Jerusalem. Während bei uns in Sachen Straßenbahn ja eher der Rückwärtsgang eingelegt wird und Strecken eher stillgelegt als neue Strecken gebaut werden, ist das in Israel ganz anders.
Bei unserem ersten Besuch in Jerusalem war die Straßenbahn gerade im Bau und große Plakate warben für die neue Bahn. Inzwischen ist die erste Strecke fertig und da mussten wir natürlich auch mitfahren. Was natürlich ganz praktisch war, weil wir ohnehin in diese Richtung mussten 🙂

2009: Werbung für die neue Tram 2009: Straßenbahnbaustelle
Basar in Jerusalem Bevor es aber mit dem Bus zurück ging, schlenderten wir noch über den Mahane Yehuda Markt und besorgten uns noch etwas Reiseproviant für die Rückfahrt.
Was uns erstaunte, war die Tatsache, dass wir diesmal am Busbahnhof nicht kontrolliert wurden. Bei unserem letzten Besuch wurden Taschen und Rucksäcke “durchleuchtet” und alle auf eventuell versteckte Waffen “gefilzt”. Diesmal konnten wir das Gebäude “einfach so” betreten.
Bis auf die üblichen Staus verlief die Rückfahrt ganz entspannt und wir waren froh über die Pause für unsere platt gelaufenen Füße 😉

Neues aus der Tierwelt

Vor einiger Zeit hatte ich im Garten eine Fotofalle aufgestellt, um dem heimlichen Besucher unseres Komposters auf die Schliche zu kommen. Seit dieser aber erwischt und identifiziert ist, hat er sich nicht wieder blicken lassen… 🙂
So wurde es etwas ruhig um die Kamera. Heute habe ich mich daran gemacht, mal zu sichten, was in den letzten Wochen in der hintersten Ecke des Gartens so passierte.
Um es vorweg zu sagen: viel war nicht los.
Eine Katze, zweimal ein Igel, einige Fledermäuse und Spinnen waren zu sehen.

Wobei letzteres im Video schon etwas gruselig aussieht… nix für schwache Nerven! 😉
Kostprobe gefällig? Gerne doch!

Frech wie Oskar

 

Seit einiger Zeit haben wir uns gewundert, warum der Komposter in unserem Garten morgens immer offen steht, obwohl er abends immer verschlossen war.
Selbst als wir den Deckel mit mehreren Ziegelsteinen beschwerten, änderte sich nichts. Abends zu, morgens offen und die doch recht schweren Steine lagen vor oder neben dem Komposter…
Neugierig wie wir sind, beschlossen wir, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Wie es der Zufall so will, gab es just vor ein paar Tagen bei einem Discounter eine Wildkamera im Angebot und ein paar Tage später landete das Paket mit der Kamera im Postkasten. 🙂

 

Einige Tage vergingen, ohne das die Kamera etwas aufzeichnete. Doch nach unserer spontanen Mittsommernachtsparty landete die Kamera den ersten Treffer. Offenbar war endlich etwas nach dem Geschmack des dreisten Diebes im Komposter gelandet. Leider waren die Einstellungen der Kamera suboptimal. Man muss ja alles erstmal testen und probieren. Die Videoaufnahmezeit hatte ich mit 15 Sekunden etwas zu niedrig angesetzt, aber immerhin kann man den frechen Kerl oder die dreiste Dame (weiß man ja nicht so genau 😉 ) gut erkennen…

 



Israel – 2017, Teil 4

Foto: Moschee in AkkoFür den vierten Tag unseres Urlaubs in Israel hatten wir einen Auflug per Bahn in die alte Kreuzfahrerstadt Akko geplant. Da wir noch die dritte Chipkarte für den ÖPNV brauchten, weil die Fahrzeit für die etwas mehr als 100 Kilometer fast zwei Stunden beträgt und der Fahrplan wegen des Feiertags ziemlich ausgedünnt war, starteten wir relativ zeitig in Richtung Bushaltestelle.
Der freundliche Hotelportier hatte uns am Vorabend schon die passende Buslinie und Abfahrtshaltestelle empfohlen. Einfach mit der Linie 10 bis zur Endstelle, die sich passenderweise direkt am Bahnhof befindet.

So marschierten wir straffen Schrittes mit reichlich einkalkulierter Zeitreserve die hundert Meter bis zur Haltestelle. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Es kamen zwar laufend Busse, aber die Zehn war nicht dabei und unsere Zeitreserve schmolz dahin, wie ein Eiswürfel in der mediterranen Sonne…

Offenbar war der nette Rezeptionist selten per Bus unterwegs, sonst hätte er gewusst, dass diese Buslinie an Feiertagen gar nicht verkehrt…

Schließlich entschlossen wir uns, auf ein Taxi umzusteigen. Nur ist es dann so, wie immer: wenn man es wirklich dringend braucht, kommt keines! Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit doch ein Fahrer anhielt, wollte der sein Taxameter nicht einschalten und stattdessen einen Festpreis nehmen. Als Tourist sollte man bei solchen Fahrern dann vorsichtig sein, damit man nicht abgezockt wird. Uns jedenfalls erschien der geforderte Preis für die paar Kilometer zum nächsten Bahnhof deutlich zu hoch und wir ließen ihn trotz weiter bedenklich knapper werdender Zeit weiterfahren.

Zu unserem Glück kam schon wenige Minuten später das nächste Taxi um die Ecke. Diesmal konnten wir uns mit dem Fahrer problemlos über das zu zahlende Entgeld einigen und so kamen wir etwa fünfzehn Minuten später am Bahnhof an.
Inzwischen wurde es zeitlich echt knapp und zu allem Überfluss hatte der Schalter, an dem man sonst die Chipkarten-Fahrkarten bekommt, wegen des Feiertags geschlossen…
Und dann wurde auch noch einer der wenigen Ticketauomaten gewartet und war deshalb außer Betrieb… Und die Uhr tickte gnadenlos weiter. Also hieß es, sich geduldig in die Schlange derer einzureihen, die sich auch Fahrkarten kaufen wollten.
Foto: Kreuzfahrertunnel
Letztlich schafften wir es doch noch, unsere Fahrkarten zu lösen und den Zug im gestreckten Galopp zu erreichen. Schwein gehabt! Da nahm ich den Stehplatz im proppevollen Zug doch gern in Kauf. Hauptsache drin! Und irgendwann wurde sogar noch ein Sitzplatz frei. Urlauberherz, was willst du mehr! 😉

Jedenfalls erreichten wir nach ein und einer dreiviertel Stunde den Bahnhof von Akko. Nach einem Blick auf die Karte, dank smarter Telefone hat man sowas ja heutzutage ständig dabei 😉 , entschieden wir uns gegen den Bus und machten uns auf Schusters Rappen auf den Weg in Richtung Altstadt. Jetzt hatten wir reichlich Zeit und schließlich wollten wir auch was von der Stadt sehen. Das funktioniert erwiesenermaßen zu Fuß am Besten.

Nach zirka zwanzig Minuten gemütlichen Spaziergangs erreichten wir die Altstadt von Akko, wo wieder ein reges Markttreiben auf dem Basar herrschte.
Wir quetschten uns durch die vollen Gassen und landeten schließlich am Hafen, wo just in dem Moment einige Transportflugzeuge der israelischen Armee im tiefen Formationsflug in Richtung Tel Aviv über uns hinweg flogen.
Es war beeindruckend, zu erleben, wie die Menschen den Fliegern winkten und zu jubelten. Die Israelis wissen offenbar, was sie an ihrer Armee haben. Bei uns wären solche Szenen wohl eher undenkbar…

Nach der Hafenbesichtigung ging es weiter in die alte Kreuzfahrer-Festung. Es ist immer wieder sehr beeindruckend, was die Menschen vor ein paar hundert Jahren mit den aus heutiger Sicht doch eher primitiven Werkzeugen gebaut haben!
Foto: Akko - Altstadt

Israel 2017 – Teil 3

Foto: Blick auf Tel Aviv

Blick vom Jaffa nach Tel Aviv

Am dritten Tag in Tel Aviv wanderten wir nach dem obligatorischen Frühstück im Hotel immer am Strand entlang ins alte Jaffa.
Auch diese Tour hatten wir bei unserem Besuch 2009 schon einmal gemacht und wir waren neugierig, was sich alles verändert hat.
Seinerzeit waren wir eigentlich auf der Suche nach einem, der damals noch relativ seltenen Geocaches dorthin gekommen.
Eine Geocoin sollte von dort aus wieder nach Leipzig kommen. Leider hat sie es nicht mal bis zum nächsten Cache geschafft… 🙁

Das Wetter war jedenfalls wieder fabelhaft, die Sonne knallte den ganzen Weg erbarmungslos auf uns herab. Für mich war das schon eine Herausforderung.
Ich bin nämlich nicht der Mensch, der sich gern den ganzen Tag in der Sonne grillen lässt. Ich setze mich da lieber in den Schatten und lese ein Buch.
Aber was tut man nicht alles… 😉

Der frisch gepresste Orangensaft am Ziel war da fast so gut, wie ein frisch gezapftes, eiskaltes Pils ;-).

Auf dem Weg dorthin machten wir vorher Station im Eisenbahnmuseum von Jaffa. Naja. Für einen Eisenbahner wie unsereinen war das Museum eher unspektakulär.
Ein paar alte Wagons, die alten Gebäude hübsch restauriert, aber im Inneren meist teure Shops und Galerien, die überhaupt gar nichts mit Eisenbahn zu tun haben.
Aber man war halt mal dort und hat es gesehen.

Als wir weiter in Richtung Jaffa spazierten, begannen plötzlich überall die Sirenen zu heulen.
Nein, kein Luftangriff, sondern ein Signal zur Eröffnung der vielen Gedenkveranstaltungen. In einem früheren Post hatte ich ja schon die beiden Feiertage erwähnt.
Der eine heißt “Jom haSikaron” und begann schon am Vorabend um 20Uhr. Auch da heulten die Sirenen eine Minute lang und eröffneten den Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus.
Beim ersten Sirenenton blieben alle Menschen stehen, Autos hielten an, die Insassen stiegen aus und alle gedachten der Toten in einer Gedenkminute.
Das war schon sehr beeindruckend! Und nach dem letzten Sirenenton setzten alle ihre Tätigkeiten fort.

Foto: Alter Bahnhof in Jaffa

Alter Bahnhof in Jaffa

Foto: Alter Bahnhof in Jaffa

Ein paar alte Wagen, viel mehr nicht…

Die Aussicht von Jaffa auf die Skyline von Tel Aviv entschädigt dafür aber schon. Einfach mal hinsetzen, Pause machen und die Aussicht genießen. Herrlich!
Auf dem Rückweg spazierten wir durch Jaffas Gassen und besuchten auch den bekannten Trödelmarkt. Gekauft haben wir nichts.
Man weiß als Laie ja nie, ob man nicht ausversehen ein wertvolles historisches Teil ersteht und dann bei der Ausreise Probleme bekommt ;-). Nee, lieber nicht! 😀

Foto: In der Jaffaer Altstadt Foto: Trödelmarkt in Jaffa

Den Nachmittag verbrachten wir dann am Strand. Irgendwann müssen sich die Füße von der vielen Lauferei ja auch mal erholen.
Und nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel ging es am Abend wieder auf die Piste. Im Hotel hatte man uns gesagt, dass heute, zum Beginn der israelischen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten der Bär steppt.
Alle Leute würden auf die Straßen gehen und Feiern und wir sollten uns das unbedingt ansehen!
Gesagt – getan!

Foto: Leckeres Abendessen

Wieder zu Fuß machten wir uns auf dem Weg zum Rathaus. Auf dem Platz davor sollte die zentrale Veranstaltung in Tel Aviv stattfinden.
Vorher gab es allerdings lecker Abendessen in einem kleinen Restaurant. Lecker Hummus in allen Variationen, dazu Salat, eingelegtes Gemüse, Soßen und Fladenbrot. Leckerrrrr!
Eigentlich hätte ich danach keinen Schritt mehr gehen wollen… Wir hatten nur zwei Portitonen bestellt, wurden aber zu dritt mehr als satt. Und dazu gab es auf Kosten des Hauses noch einen oberleckeren Kaffee!
Danach fiel das Aufstehen und weiterlaufen nicht mehr ganz so schwer… 😉

Tel Aviv ist ja sehr international. Das konnte man direkt sehen, wenn man als Deutscher in einem Restaurant in Israel von einer Argentinierin bedient wird.
Sie gab uns auch sehr hilfreiche Tipps für den weiteren Abend. Vor allem, dass wir uns von Kindern mit Sprayflaschen fernhalten sollen, wenn wir nicht eingeschäumt werden wollen…
In der Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm wird, wie von der netten Dame angekündigt, begaben wir uns dann zum Rathaus.
Unterwegs sahen wir dann die besagten Sprayflaschen in Massen in allen Geschäften herumstehen. Offenbar ist es ein sehr beliebter Brauch, sich an diesem Abend gegenseitig einzuschäumen :D.

Als wir am Rathaus ankamen, war noch gar nicht sooo viel los, aber im Lauf des Abends wurde es dann knackevoll und die Menschen feierten ausgelassen.
Weil wir am folgenden Tag die alte Kreuzfahrerstadt Akko besuchen wollten, ließen wir es nicht ganz so spät werden und liefen dann irgendwann zum Hotel zurück.
Von unserem Zimmer aus hatten wir zwar keinen Meerblick, dafür aber auf das Rathaus und so hatten wir beim nächtlichen Höhenfeuerwerk einen Logenplatz :).

 

Foto: Feier vor dem Rathaus