Allgemein

Mal was ganz anderes…

Neulich fand die Frau auf einer Webseite Vorlagen zum Bedrucken von Etiketten für die Rückseite von Aktenordnern zum Download. Die waren ganz hübsch, hatten nur einen Fehler: sie passten nicht zu den vorhandenen Aufklebern. Auf der Vorlage waren fünf Etiketten, auf den Bögen mit den Aufklebern waren nur vier Etiketten…

Nun ja… zwischen vielen anderen Bastelprojekten im Urlaub habe ich mich einfach mal hingesetzt, die Aufkleber vermessen und mit Inkscape ein paar individuelle, neue Etiketten gebastelt. Und die passen jetzt astrein.

Die Frau ist begeistert und wird ihr Büro demnächst mit hübschen Ordnern verzieren und wer mag, darf das jetzt auch.

Neu im Wohnzimmer – die Wort-Uhr

Foto: Wortuhr

Wortuhren sind seit einiger Zeit ja der letzte Schrei in Sachen Uhr – und wenn man sie kaufen will, zahlt man dafür je nach Anbieter und Ausführung ein kleines Vermögen. Aber es geht zum Glück auch anders. Das Zauberwort heißt Eigenbau. Im Netz der Netze kursieren unzählige Anleitungen zum Bau dieser Uhren und ich habe mir das für mich passende daraus zusammengesucht und einfach mal losgelegt.

Die Basis der Uhr bildet ein Bilderrahmen in der Größe 23x23cm aus einem schwedischen Möbelhaus. Leider wird der seit einiger Zeit nur noch mit einer Scheibe aus Plexiglas geliefert, welches relativ dünn ist und deshalb für die Uhr durch eine Glasscheibe aus der Glaserei um die Ecke ersetzt wurde.

Im Inneren der Uhr werkelt ein RaspberryPi Zero W, welcher in der neuesten Version meiner Uhr 114 Neopixel-LEDs ansteuert. Sicher wird jetzt manch Fachmann die Augen verdrehen und sagen, dass das völlige Ressourcenverschwendung ist und es ein kleinerer Mikrokontroller auch getan hätte. Stimmt! Aber: warum sollte ich es mir unnötig schwer machen?

Den Raspi kann ich super in Python programmieren, ich brauche NULL Bedienelemente, habe keine Sorgen wegen der Genauigkeit der Uhr und muss mir keine Gedanken wegen der jährlichen Zeitumstellungen machen. Ein Update der “Firmware” ist jederzeit problemlos per WLAN möglich und außer einem Netzteil ist keinerlei zusätzliche Hardware zum Betrieb der Uhr nötig.

Foto: Neopixel-Streifen auf der Rückwand des Bilderrahmens

Die Neopixel-LEDs gibt es in diversen Ausführungen zu kaufen. Für die Uhr fiel die Wahl auf LEDs auf selbstklebende Streifen. Diese kann man nach jeder LED teilen und so fast beliebige Designs erstellen. Ich habe sie in 10 Streifen mit je 11 LEDs aufgeteilt. In der zweiten Version der Uhr sind noch vier einzelne LEDs in den Ecken zur Anzeige der genauen Minute verbaut. Das besondere an den Neopixeln ist die serielle Ansteuerung der einzelnen LEDs. Einfach die Versorgungsspannung und die Datenleitung von Streifen zu streifen durchschleifen und fertig. Über die genaue Ansteuerung dieser LEDs lasse ich mich an dieser Stelle nicht aus, wer mehr wissen möchte, bemühe bitte die Suchmaschine seiner Wahl ;-). Dazu gibt es reichlich Informationen auf vielen anderen Seiten. Hier nur soviel: jedes “Neopixel” besteht aus einer roten, einer grünen und einer blauen LED. Durch Ansteuern dieser einzelnen LEDs mit unterschiedlichen Helligkeitswerten lassen sich fast alle Farben erzeugen.

Foto: Pappstreifen zur optischen Trennung der LEDs

Damit beim Ansteuern einzelner LEDs nicht die benachbarten Buchstaben mit ausgeleuchtet werden, müssen alle LEDs optisch voneinander getrennt werden. Dazu habe ich aus einfacher Pappe zuerst mit der CNC-Fräse, dann mit dem Lasercutter Streifen geschnitten, die dann zusammengesetzt werden und ein passendes Raster ergeben. Darauf wird zur besseren Streuung des Lichts ein Blatt Transparentpapier geklebt. Dann alles Zusammensetzen und in den Rahmen packen – fertig. Naja… fast. Vorher müssen die Buchstaben ja noch irgendwie auf die Glasscheibe. Der erste Schritt dazu bestand in der Anschaffung eines Schneidplotters. Der war nicht ganz billig, aber ich hatte genug gute Argumente, um ihn der besten aller Ehefrauen schmackhaft zu machen ;-). Dank einiger zwischenzeitlich damit für sie angefertigter Bastelprojekte hat sie die Nützlichkeit dieses Teils anerkannt. 😉

Als nächstes entwarf ich mit dem Opensourceprogramm Inkscape das “Ziffernblatt” der Uhr. Dabei kam ich ziemlich ins Schwitzen, denn es musste auf Anhieb alles passen – in der Packung Folie, die ich bestellt hatte, waren nur zwei Bögen in schwarzer Farbe enthalten und nachbestellen wollte ich nicht unbedingt. Zudem war der Schneidplotter auch noch nagelneu und die richtigen Einstellungen zum Schneiden der Folie musste ich auch erst noch herausfinden.
Zum Glück passte wirklich alles gleich beim ersten Versuch. Auf verschiedenen Webseiten hatte ich zwar viel darüber gelesen, wie man eine Folie am Sichersten auf eine Glasscheibe bekommt, aber wenn man es dann selbst machen muss, sieht vieles anders aus, als in der Theorie… Also noch eine Sprühflasche organisiert, Wasser und ein Tropfen Spülmittel dazu und dann die Glasplatte ordentlich einsprühen. Folie drauf und fertig? So einfach war es dann doch nicht. Aber mit etwas Geduld und dem Nachplotten einiger Buchstaben (R,O,A,D) passte dann doch noch alles super. Bei der zweiten Uhr lief das dann zum Glück viel entspannter.

Wie schon geschrieben, wird die Uhr von einem RaspberryPi gesteuert, auf dem ein Pythonscript läuft. Ganz sicher ist er damit total unterfordert. Aber ich habe so noch genügend Reserven für einen möglichen Ausbau der Uhr. Im Moment zeigt sie nur die Zeit an, aber irgendwann fällt mir bestimmt noch etwas geniales ein, um die Uhr zu erweitern. Auf dem Plan steht zum Beispiel ein Webinterface. Zurzeit hat die Uhr ja keinerlei Bedienelemente. Für die Grundfunktion sind auch keine nötig. Um die Farbe der LEDs, die Helligkeit, einen Wecker oder Timer zu steuern, wäre ein Webinterface eine feine Sache. Damit könnte man vom Computer, Smartphone oder Tablet alles einstellen und anpassen.

Möglich wäre auch der Anschluss eines kleinen Verstärkers und damit z.B. auf Wunsch die Ansage der Uhrzeit oder das Abspielen von Melodien, zum Geburtstag ein gesprochener Glückwunsch, die Erinnerung an Termine und, und, und…

Foto: Wortuhr, Version 2

Der Schaltplan ist an sich auch sehr simpel. In der neuesten Version habe ich noch einen Taster angebaut, der nach dem Drücken ein sauberes Herunterfahren des Raspberries gewährleistet. Dazu fragt ein Pythonscript den Zustand des Tasters regelmäßig ab und setzt nach dem Betätigen das Kommando zum Herunterfahren des Rechners ab.

Außerdem ist für den Fall, dass das WLAN mal nicht zur Verfügung steht und der Raspberry keinen NTP-Server kontaktieren kann, jetzt ein RTC-Modul mit einer DS3231 bzw. DS1307 installiert. So ist sichergestellt, dass immer die korrekte Zeit angezeigt wird.

Und zum Schluss noch der Schaltplan, der zeigt, dass der Schaltungsaufwand wirklich minimal ist…

MicroWordClock

Am Samstag war ich ja am Stand des Makerspace Leipzig auf der Modell-Hobby-Spiel zu Gange. Dort könnte man diverse Sachen erwerben, deren Erlös dem Makerspace zukommt. Unter anderem gab es den Bausatz einer etwas anderen Uhr zu kaufen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe zugeschlagen. Natürlich nicht für mich selbst, sondern als Geschenk für das Töchterlein.

Gestern habe ich dann den Computer angeheizt, FreeCAD gestartet und ein Gehäuse für die Uhr entworfen. Ja, das geht sicher noch besser, aber für den ersten Entwurf passt das schon.

Zum Glück lagen in der Bastelkiste noch ein paar Stücke Holz von einem anderen Projekt. So hatte dann die CNC-Fräse auch noch etwas zu tun. Anschließend gleich eine Behandlung mit Holzwachs, Trocknung über Nacht und die Fertigstellung gerade eben.

Und für die Stromversorgung kommt ein sonst nutzlos in der Schublade liegendes Netzteil eines Uralt-Handys wieder zu Ehren.


Neu aus der Bastelstube – die Leselampe

Foto: selbstgebaute LED-BeleuchtungWer kennt das nicht? Im Lauf der Zeit sammeln sich im Haushalt immer mehr Geräte an, die mit Batterien betrieben werden und nicht alle diese Geräte lassen sich mit umweltfreundlicheren Akkus betreiben.

Nach mehr oder weniger langer Zeit stellen diese Geräte dann den Betrieb ein, weil die Spannung der Batterien zu gering geworden ist. Leer sind sie deshalb aber noch lange nicht. Bevor man die Batterien entsorgt, kann man die darin noch vorhandene “Restenergie” durchaus sinnvoll nutzen.

Von einem anderen Bastelprojekt hatte ich noch einige “Step-up”-Spannungsregler übrig. Diese Regler wandeln eine niedrige Eingangsspannung in eine höhere, konstante Ausgangsspannung um. In diesem Fall wird die “Restspannung” aus zwei in Reihe geschalteten Batterien in eine Spannung von 5 Volt umgewandelt. Damit lässt sich eine USB-LED-Lampe aus einem bekannten schwedischen Möbelhaus noch eine ganze Weile bequem betreiben. Blöd ist nur, dass der Hersteller des Spannungswandlers so auf platzsparende Platinenentwicklung bedacht war, das es nicht mehr für ein paar Befestigungslöcher gereicht hat.

Zum Glück steht bei mir ja noch ein 3D-Drucker rum. In weniger als fünfzehn Minuten dachte ich mir eine alternative Befestigungsmöglichkeit aus, setzte diese mit FreeCAD in ein 3D-Modell um und druckte anschließend ein passendes Teil aus.

Das Gehäuse der Lampe habe ich ebenfalls wie immer mit FreeCAD “designed” ;-). Anschließend wurde die Zeichnung mit ESTLCAM eingelesen und die nötigen Fräsdaten für die CNC-Fräse erzeugt. Diese hat dann aus zwei Kiefern-Leimholzbrettern mit 18mm Stärke zwei hübsche Gehäusehälften erzeugt. Zusammengehalten werden die beiden Teile ganz simpel mit jeweils zwei paar Neodymmagneten. Das hält bombenfest.

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Halterungen für die Batterien sind natürlich auch selbst entworfen und gedruckt. 😉

Noch schnell etwas umweltfreundliche Wachslasur als Schutz vor Wasser und fettigen Fingern drauf, die Elektronik rein und fertig ist eine hübsche kleine Lampe…

Foto: LED-Lampengehäuse

NestCam2… weiter geht’s

In den letzten Tagen habe ich mal im Internet nach brauchbaren Software-Lösungen für die Foto/Videoaufnahmen mit Bewegungserkennung gesucht. Das Ergebnis ist durchwachsen.
Wenn ich eine Software installiere und die schon beim Probelauf abkackt (Sorry!) dann hat sich das Thema weitestgehend erledigt.
Im Gegensatz zur ersten Nestcam habe ich diesmal keinen “normalen” RaspberryPi, sondern den RaspberryPi Zero mit WLAN im Einsatz. Leider hat der Pi Zero im Gegensatz zum “normalen” Raspi nur 512k RAM. Vielleicht lag es daran, dass Pikrellcam mehrfach abgestürzt ist.

Viel Zeit zum Rumprobieren bleibt nun aber nicht mehr, die Piepmätze fangen draußen im Garten schon heftig an zu singen und es wird höchste Zeit, dass der Kasten raus kommt.
Deshalb kommt nun doch erstmal wieder die bewährte alte Methode zum Einsatz. Jede Minute ein neues Bild und jede Stunde wird ein Video aktualisiert. Eventuell verkürze ich den Aufnahmeintervall noch etwas. Normalerweise lässt ein Cronjob ja nur Intervalle im Minutentakt zu, aber in den weiten des Internets habe ich einen Trick entdeckt, mit dem man die Zeit verkürzen kann. Mal schauen… 😉
Jedenfalls läuft die alte Software jetzt erstmal im Trockenen im Testbetrieb und wenn alles klappt, hängt der Kasten spätestens Ende nächster Woche im Garten. Kanns kaum erwarten! 🙂

Es geht voran…

Testfoto der neuen NestCam. Nachdem heute endlich eine neue Infrarot-Kamera für den RaspberryPi bei mir eingetroffen ist, konnte ich gleich ein paar “Testbilder” aufnehmen. Das sieht schon mal gut aus.

Nun muss nur noch die passende Software installiert werden. In der alten Version hat die Kamera ja stur jede Minute ein Bild aufgenommen. Und wenn dann mal wirklich kurz ein Piepmatz im Kasten war, war das ziemlich genau immer dann, wenn die Kamera gerade in ihrer Ruhephase war :o. Logisch, dass dann außer dem leeren Kasten meistens nichts zu sehen war.

Diesmal soll die Kamera mit einer automatischen Bewegungserkennung arbeiten, d.h., die Software erkennt, wenn sich am Inhalt des Bildes etwas ändert und nimmt dann automatisch Bilder/Video auf. Das soll dann ebenfalls automatisch hier auf den Webserver hochgeladen werden.
Das alles einzurichten wird die Arbeit der nächsten Tage sein.

Und jetzt noch ein ḱleiner Nachtrag zum letzten Eintrag im Blog. Da hatte ich ja beschrieben, wie ich dank des 3D-Druckers und FreeCAD innerhalb einer Stunde zu einer passablen Halterung für meine Platine gekommen bin. An dieser Stelle möchte ich euch FreeCAD noch einmal empfehlen.
Screenshot Platinenhalterung in FreeCAD
Es ist eine super Software, die zwar immer noch ein paar kleine Macken hat, dafür aber für (fast) alle Betriebssysteme gratis zu haben ist und die keinen zwingt, sich alle paar Wochen irgendwo zu registrieren, damit mit man damit weiter arbeiten kann. Und es besteht auch kaum die Gefahr, dass der Anbieter der Software plötzlich beschließt, Geld für sein Produkt zu verlangen und man seine bisher erstellten Arbeiten nicht mehr mit dem Programm öffnen/bearbeiten kann.

Israel 2017, Teil 6

Vor dem letzten Highlight unseres diesjährigen Urlaubs in Israel, dem Besuch der Gärten der Bahai’i in Haifa, legten wir einen Tag Pause in Tel Aviv ein. Chillen und spazieren am Strand, Naturpark besichtigen und einfach etwas ausruhen – dafür macht man ja schließlich auch Urlaub… 😉
Gerade in Tel Aviv kann man kilometerweit am Strand spazieren gehen, ist aber nie weiter als zweihundert Meter vom geschäftigen Treiben der Stadt entfernt.

Musiker an der Strandpromenade

 

Nach dem “Erholungstag” ging es wieder mit dem Zug nach Haifa. Dort waren wir auch bei unserem letzten Israel-Urlaub, die Sehenswürdigkeit schlechthin entging uns aus Zeitgründen damals aber. An den Sabbat und die damit verbundenen Einschränkungen beim Reisen muss man sich halt erst gewöhnen.
Diesmal hatten wir aber (fast) alles gut geplant und durch die heutzutage verfügbaren Smartphones und Internet rund um die Uhr ist vieles einfacher. Auch die Suche nach Busverbindungen in Israel. Drei, vier mal tippen auf dem Smartphone und schon bekommt man angezeigt, wann man mit welcher Linie in welche Richtung fahren kann. Dann muss man einfach nur noch die Haltestellen bis zur Zielhaltestelle zählen. Und auch in Haifa funktionierte das Bezahlen mit der Chipkarte problemlos. Kein lästiges Suchen nach passendem Kleingeld, einfach Chipkarte ans Lesegerät halten, Fahrschein vom Busfahrer bekommen, kurzen Blick auf das Ticket werfen und schauen, wieviel Guthaben noch aufgeladen ist und entspannt zum Ziel fahren. Was in unserem Fall die Gärten der Bahai’i war.

Ich hatte mir vorher schon Gedanken gemacht und einiges im Internet über diese wundervoll angelegten Gärten gelesen. Und weil diese an einem Hang des Karmel-Gebirges angelegt sind, war meine durchaus nachvollziehbare Idee, einfach mit dem Bus an das obere Ende der Gärten zu fahren und von da aus nach unten zu laufen.
So weit, so gut. Allerdings stand nirgendwo, dass man gar nicht direkt durch die Gärten nach unten laufen darf.

Es gibt nämlich nur drei Bereiche, die man als Tourist besichtigen kann: Ganz oben, in der Mitte am Schrein und ganz unten. Und das Problem dabei ist, dass sich rechts und links der Gärten private Grundstücke befinden, die man logischerweise nicht betreten darf, um nach unten zu kommen. Also muss man relativ weite Umwege über Straßen und steile Treppen laufen, um zum nächsten Aussichtspunkt zu kommen. Aber wir hatten ja Zeit und die herrlichen Gärten waren jede Anstrengung wert!
Gärten der Bahai'i
Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i Gärten der Bahai'i

Nachdem wir uns die Füße platt gelaufen hatten, gab es in der deutschen Kolonie in Haifa, die sich praktischerweise gleich unterhalb der Gärten befindet, noch eine leckere Pizza zur Stärkung. Und weil es gar nicht gut ist, sich zu lange auszuruhen, ging es anschließend im gestreckten Galopp zum Bahnhof, um den nächsten Zug nach Tel Aviv noch zu bekommen. Schließlich wollten wir den Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv nicht verpassen…

Mit dem Zug aus Deutschland zurück nach Tel Aviv Sonnenuntergang am Strand von Tel Aviv

Fazit dieses Urlaubs: Wir wollen wieder dorthin!!!

Israel 2017, Teil 5

Foto: Klagemauer

Nach unserem Ausflug in den Norden Israels sollte es heute nach Jerusalem gehen. Vor 8 Jahren waren wir schon einmal dort, seinerzeit fuhren wir aber mit dem Bus von Tel Aviv aus dorthin.Damals wusste ich noch nicht, dass es auch eine Bahnverbindung nach Jerusalem gibt. Durch einen Bericht im Fernsehen wurde ich auf diese Strecke aufmerksam gemacht und es entstand der Wunsch, Jerusalem noch einmal zu besuchen, diesmal aber mit der Bahn.
Und wie es Wünsche so an sich haben… meistens schiebt man deren Erfüllung vor sich her, bis es zu spät für eine Umsetzung derselben ist. Fast wäre es mir auch so gegangen, denn im letzten Jahr las ich einen Bericht in der Zeitung in dem stand, dass zwischen Tel Aviv und Jerusalem eine neue Bahnverbindung entsteht und diese schon kurz vor der Fertigstellung steht. Mit dieser Verbindung soll sich die Fahrzeit zwischen den beiden Städten um mehr als die Hälfte verkürzen. Für die Pendler, die die Strecke jeden Tag nutzen, ist das natürlich schön. Für den Touristen, dem es nicht auf die Zeit ankommt und der die Aussicht genießen will, sind die vielen Tunnel und Lärmschutzwände neben den Gleisen dann aber eher nicht so schön.

Grabeskirche 2017 Grabeskirche 2009

Also wurde festgelegt, dass der nächste Urlaub nach Israel geht, um die Chance zu nutzen, noch einmal die alte Bahnstrecke zu befahren, bevor diese vielleicht stillgelegt wird.

Im Gegensatz zur Fahrt nach Akko ging es diesmal recht entspannt zur Sache. Der Zug war nicht sehr voll, weil viele Leute der kürzeren Fahrzeit wegen den Bus nach Jerusalem bevorzugen. Außerdem liegt der Bahnhof in Jerusalem recht weit ab vom Stadtzentrum. Vom Bahnhof aus fährt zwar ein Bus ins Zentrum, aber mit dem ist man auch eine gefühlte Ewigkeit unterwegs, weil der alle Wohngebiete rechts und links der Straße zum Zentrum abfährt…

Auf Fotos vom Zug aus habe ich diesmal bewußt verzichtet. Erstens wollte ich ja die Aussicht genießen und nicht ständig die Kamera vor der Nase haben und zweitens war die Scheibe nicht die sauberste. Wasser ist (nicht nur) in Israel ein knappes Gut und daher offenbar zu schade, um die Zugfenster damit zu putzen…

Wie schon beim letzten Mal in Jerusalem besuchten wir zuerst die Grabeskirche. Nicht, dass wir besonders religiös wären, aber bei unserem ersten Besuch war die Grabeskirche wegen Schäden nach einem Erdbeben mit einem Stahlgerüst gesichert. Inzwischen sind die Restaurationsarbeiten abgeschlossen und wir wollten die Kirche einfach mal ohne Gerüst sehen.
Danach bummelten wir durch die Altstadt zur Klagemauer und von dort durch das arabische Viertel in Richtung Tempelberg. Dort durften wir leider nicht hin, da wegen der israelischen Feiertage eine erhöhte Sicherheitsstufe bestand und man nur wenige Stunden am Vormittag hin durfte. Schade!
Auf dem Weg zum Tempelberg wurde ich von israelischen Soldaten gefragt, ob ich aus der Türkei kommen würde. Über diese Frage haben wir uns natürlich gewundert. Bis wir zur nächsten Kontrollstelle kamen und uns dort erklärt wurde, dass nur Muslime Zutritt hätten. Also ich wäre wegen meiner dunklen Haare und des Bartes sicher durchgekommen, aber Frau und Kind wohl eher nicht… 😉

Anschließend ging es weiter in Richtung des zentralen Busbahnhofes. Für den Rückweg wollten wir dann doch die schnellere Verbindung benutzen. Vorher fuhren wir aber noch ein paar Haltestellen mit der Straßenbahn durch Jerusalem. Während bei uns in Sachen Straßenbahn ja eher der Rückwärtsgang eingelegt wird und Strecken eher stillgelegt als neue Strecken gebaut werden, ist das in Israel ganz anders.
Bei unserem ersten Besuch in Jerusalem war die Straßenbahn gerade im Bau und große Plakate warben für die neue Bahn. Inzwischen ist die erste Strecke fertig und da mussten wir natürlich auch mitfahren. Was natürlich ganz praktisch war, weil wir ohnehin in diese Richtung mussten 🙂

2009: Werbung für die neue Tram 2009: Straßenbahnbaustelle
Basar in Jerusalem Bevor es aber mit dem Bus zurück ging, schlenderten wir noch über den Mahane Yehuda Markt und besorgten uns noch etwas Reiseproviant für die Rückfahrt.
Was uns erstaunte, war die Tatsache, dass wir diesmal am Busbahnhof nicht kontrolliert wurden. Bei unserem letzten Besuch wurden Taschen und Rucksäcke “durchleuchtet” und alle auf eventuell versteckte Waffen “gefilzt”. Diesmal konnten wir das Gebäude “einfach so” betreten.
Bis auf die üblichen Staus verlief die Rückfahrt ganz entspannt und wir waren froh über die Pause für unsere platt gelaufenen Füße 😉

Neues aus der Tierwelt

Vor einiger Zeit hatte ich im Garten eine Fotofalle aufgestellt, um dem heimlichen Besucher unseres Komposters auf die Schliche zu kommen. Seit dieser aber erwischt und identifiziert ist, hat er sich nicht wieder blicken lassen… 🙂
So wurde es etwas ruhig um die Kamera. Heute habe ich mich daran gemacht, mal zu sichten, was in den letzten Wochen in der hintersten Ecke des Gartens so passierte.
Um es vorweg zu sagen: viel war nicht los.
Eine Katze, zweimal ein Igel, einige Fledermäuse und Spinnen waren zu sehen.

Wobei letzteres im Video schon etwas gruselig aussieht… nix für schwache Nerven! 😉
Kostprobe gefällig? Gerne doch!

Frech wie Oskar

 

Seit einiger Zeit haben wir uns gewundert, warum der Komposter in unserem Garten morgens immer offen steht, obwohl er abends immer verschlossen war.
Selbst als wir den Deckel mit mehreren Ziegelsteinen beschwerten, änderte sich nichts. Abends zu, morgens offen und die doch recht schweren Steine lagen vor oder neben dem Komposter…
Neugierig wie wir sind, beschlossen wir, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Wie es der Zufall so will, gab es just vor ein paar Tagen bei einem Discounter eine Wildkamera im Angebot und ein paar Tage später landete das Paket mit der Kamera im Postkasten. 🙂

 

Einige Tage vergingen, ohne das die Kamera etwas aufzeichnete. Doch nach unserer spontanen Mittsommernachtsparty landete die Kamera den ersten Treffer. Offenbar war endlich etwas nach dem Geschmack des dreisten Diebes im Komposter gelandet. Leider waren die Einstellungen der Kamera suboptimal. Man muss ja alles erstmal testen und probieren. Die Videoaufnahmezeit hatte ich mit 15 Sekunden etwas zu niedrig angesetzt, aber immerhin kann man den frechen Kerl oder die dreiste Dame (weiß man ja nicht so genau 😉 ) gut erkennen…