Mal was ganz anderes…

Neulich fand die Frau auf einer Webseite Vorlagen zum Bedrucken von Etiketten für die Rückseite von Aktenordnern zum Download. Die waren ganz hübsch, hatten nur einen Fehler: sie passten nicht zu den vorhandenen Aufklebern. Auf der Vorlage waren fünf Etiketten, auf den Bögen mit den Aufklebern waren nur vier Etiketten…

Nun ja… zwischen vielen anderen Bastelprojekten im Urlaub habe ich mich einfach mal hingesetzt, die Aufkleber vermessen und mit Inkscape ein paar individuelle, neue Etiketten gebastelt. Und die passen jetzt astrein.

Die Frau ist begeistert und wird ihr Büro demnächst mit hübschen Ordnern verzieren und wer mag, darf das jetzt auch.

Neu im Wohnzimmer – die Wort-Uhr

Foto: Wortuhr

Wortuhren sind seit einiger Zeit ja der letzte Schrei in Sachen Uhr – und wenn man sie kaufen will, zahlt man dafür je nach Anbieter und Ausführung ein kleines Vermögen. Aber es geht zum Glück auch anders. Das Zauberwort heißt Eigenbau. Im Netz der Netze kursieren unzählige Anleitungen zum Bau dieser Uhren und ich habe mir das für mich passende daraus zusammengesucht und einfach mal losgelegt.

Die Basis der Uhr bildet ein Bilderrahmen in der Größe 23x23cm aus einem schwedischen Möbelhaus. Leider wird der seit einiger Zeit nur noch mit einer Scheibe aus Plexiglas geliefert, welches relativ dünn ist und deshalb für die Uhr durch eine Glasscheibe aus der Glaserei um die Ecke ersetzt wurde.

Im Inneren der Uhr werkelt ein RaspberryPi Zero W, welcher in der neuesten Version meiner Uhr 114 Neopixel-LEDs ansteuert. Sicher wird jetzt manch Fachmann die Augen verdrehen und sagen, dass das völlige Ressourcenverschwendung ist und es ein kleinerer Mikrokontroller auch getan hätte. Stimmt! Aber: warum sollte ich es mir unnötig schwer machen?

Den Raspi kann ich super in Python programmieren, ich brauche NULL Bedienelemente, habe keine Sorgen wegen der Genauigkeit der Uhr und muss mir keine Gedanken wegen der jährlichen Zeitumstellungen machen. Ein Update der “Firmware” ist jederzeit problemlos per WLAN möglich und außer einem Netzteil ist keinerlei zusätzliche Hardware zum Betrieb der Uhr nötig.

Foto: Neopixel-Streifen auf der Rückwand des Bilderrahmens

Die Neopixel-LEDs gibt es in diversen Ausführungen zu kaufen. Für die Uhr fiel die Wahl auf LEDs auf selbstklebende Streifen. Diese kann man nach jeder LED teilen und so fast beliebige Designs erstellen. Ich habe sie in 10 Streifen mit je 11 LEDs aufgeteilt. In der zweiten Version der Uhr sind noch vier einzelne LEDs in den Ecken zur Anzeige der genauen Minute verbaut. Das besondere an den Neopixeln ist die serielle Ansteuerung der einzelnen LEDs. Einfach die Versorgungsspannung und die Datenleitung von Streifen zu streifen durchschleifen und fertig. Über die genaue Ansteuerung dieser LEDs lasse ich mich an dieser Stelle nicht aus, wer mehr wissen möchte, bemühe bitte die Suchmaschine seiner Wahl ;-). Dazu gibt es reichlich Informationen auf vielen anderen Seiten. Hier nur soviel: jedes “Neopixel” besteht aus einer roten, einer grünen und einer blauen LED. Durch Ansteuern dieser einzelnen LEDs mit unterschiedlichen Helligkeitswerten lassen sich fast alle Farben erzeugen.

Foto: Pappstreifen zur optischen Trennung der LEDs

Damit beim Ansteuern einzelner LEDs nicht die benachbarten Buchstaben mit ausgeleuchtet werden, müssen alle LEDs optisch voneinander getrennt werden. Dazu habe ich aus einfacher Pappe zuerst mit der CNC-Fräse, dann mit dem Lasercutter Streifen geschnitten, die dann zusammengesetzt werden und ein passendes Raster ergeben. Darauf wird zur besseren Streuung des Lichts ein Blatt Transparentpapier geklebt. Dann alles Zusammensetzen und in den Rahmen packen – fertig. Naja… fast. Vorher müssen die Buchstaben ja noch irgendwie auf die Glasscheibe. Der erste Schritt dazu bestand in der Anschaffung eines Schneidplotters. Der war nicht ganz billig, aber ich hatte genug gute Argumente, um ihn der besten aller Ehefrauen schmackhaft zu machen ;-). Dank einiger zwischenzeitlich damit für sie angefertigter Bastelprojekte hat sie die Nützlichkeit dieses Teils anerkannt. 😉

Als nächstes entwarf ich mit dem Opensourceprogramm Inkscape das “Ziffernblatt” der Uhr. Dabei kam ich ziemlich ins Schwitzen, denn es musste auf Anhieb alles passen – in der Packung Folie, die ich bestellt hatte, waren nur zwei Bögen in schwarzer Farbe enthalten und nachbestellen wollte ich nicht unbedingt. Zudem war der Schneidplotter auch noch nagelneu und die richtigen Einstellungen zum Schneiden der Folie musste ich auch erst noch herausfinden.
Zum Glück passte wirklich alles gleich beim ersten Versuch. Auf verschiedenen Webseiten hatte ich zwar viel darüber gelesen, wie man eine Folie am Sichersten auf eine Glasscheibe bekommt, aber wenn man es dann selbst machen muss, sieht vieles anders aus, als in der Theorie… Also noch eine Sprühflasche organisiert, Wasser und ein Tropfen Spülmittel dazu und dann die Glasplatte ordentlich einsprühen. Folie drauf und fertig? So einfach war es dann doch nicht. Aber mit etwas Geduld und dem Nachplotten einiger Buchstaben (R,O,A,D) passte dann doch noch alles super. Bei der zweiten Uhr lief das dann zum Glück viel entspannter.

Wie schon geschrieben, wird die Uhr von einem RaspberryPi gesteuert, auf dem ein Pythonscript läuft. Ganz sicher ist er damit total unterfordert. Aber ich habe so noch genügend Reserven für einen möglichen Ausbau der Uhr. Im Moment zeigt sie nur die Zeit an, aber irgendwann fällt mir bestimmt noch etwas geniales ein, um die Uhr zu erweitern. Auf dem Plan steht zum Beispiel ein Webinterface. Zurzeit hat die Uhr ja keinerlei Bedienelemente. Für die Grundfunktion sind auch keine nötig. Um die Farbe der LEDs, die Helligkeit, einen Wecker oder Timer zu steuern, wäre ein Webinterface eine feine Sache. Damit könnte man vom Computer, Smartphone oder Tablet alles einstellen und anpassen.

Möglich wäre auch der Anschluss eines kleinen Verstärkers und damit z.B. auf Wunsch die Ansage der Uhrzeit oder das Abspielen von Melodien, zum Geburtstag ein gesprochener Glückwunsch, die Erinnerung an Termine und, und, und…

Foto: Wortuhr, Version 2

Der Schaltplan ist an sich auch sehr simpel. In der neuesten Version habe ich noch einen Taster angebaut, der nach dem Drücken ein sauberes Herunterfahren des Raspberries gewährleistet. Dazu fragt ein Pythonscript den Zustand des Tasters regelmäßig ab und setzt nach dem Betätigen das Kommando zum Herunterfahren des Rechners ab.

Außerdem ist für den Fall, dass das WLAN mal nicht zur Verfügung steht und der Raspberry keinen NTP-Server kontaktieren kann, jetzt ein RTC-Modul mit einer DS3231 bzw. DS1307 installiert. So ist sichergestellt, dass immer die korrekte Zeit angezeigt wird.

Und zum Schluss noch der Schaltplan, der zeigt, dass der Schaltungsaufwand wirklich minimal ist…

Frisch aus der Fräse

Bei meinem letzten Projekt mit der CNC-Fräse fiel mir auf, dass ich zu wenige Spannpratzen besitze. Spannpratzen nennt man die Dinger, mit denen man das Werkstück auf dem Arbeitstisch der Fräse festspannt. Die, die ich seinerzeit zusammen mit der Fräse kaufte, sind ab einer bestimmten Materialhöhe eher suboptimal zu verwenden. Also musste etwas neues her. Beim Stöbern im Internet stieß ich dann auf die Seite des Eigenbaukombinats in Halle. Feine Sache dachte ich. Da gibt es sogar eine fertige Datei zum Fräsen gleich dazu. Bei näherer Betrachtung fiel mir dann aber auf, dass die dortigen Spannpratzen für meine Zwecke etwas zu groß waren. Aber immerhin: die Idee, die Dinger selbst zu bauen war Klasse.

Bisher nutzte ich für meine Eigenkonstruktionen immer FreeCAD. So natürlich auf diesmal. Nur trieben mich die kleinen Eigenheiten von FreeCAD beim Zeichnen fast zur Verzweiflung. Es mag sein, dass das nur an meiner eigenen Blödheit lag, aber es wollte einfach keine funktionierende Datei aus diesem Programm rauskommen. Vermutlich gibt es sogar irgendwo in den weiten des Internets eine Lösung für dieses Problem. Nur für heute war ich einfach pappesatt und hatte keine Lust mehr.

Auf irgendeiner Seite hatte ich kurz vorher von einem anderen freien CAD-Programm gelesen. Das es mit FreeCAD einfach nicht weiter ging, installierte ich kurzerhand LibreCAD. Und siehe da: nach kurzer Einarbeitungsphase hatte ich eine wunderschöne DXF-Datei und kurze Zeit später hielt ich den Prototypen 😉 in der Hand. Und weil es so gut lief, zeichnet ich gleich noch ein zweites, diesmal etwas kürzeres Teil.
Beide Versionen sind aus 10mm dickem Buchensperrholz gefräst. Wer mag, darf sich gern bedienen und die Dinger nachbauen.
Ich hoffe, dass meine laienhaften Zeichnungen einigermaßen verständlich sind.
Bei Fragen, Anregungen und Hinweisen kontaktiert mich bitte per Twitter oder FB.

Download der DXF-Datei Version 1 (60mm lang)
Download der DXF-Datei Version 2 (45mm lang)



Alte und neue Spannpratze im Vergleich


MicroWordClock

Am Samstag war ich ja am Stand des Makerspace Leipzig auf der Modell-Hobby-Spiel zu Gange. Dort könnte man diverse Sachen erwerben, deren Erlös dem Makerspace zukommt. Unter anderem gab es den Bausatz einer etwas anderen Uhr zu kaufen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe zugeschlagen. Natürlich nicht für mich selbst, sondern als Geschenk für das Töchterlein.

Gestern habe ich dann den Computer angeheizt, FreeCAD gestartet und ein Gehäuse für die Uhr entworfen. Ja, das geht sicher noch besser, aber für den ersten Entwurf passt das schon.

Zum Glück lagen in der Bastelkiste noch ein paar Stücke Holz von einem anderen Projekt. So hatte dann die CNC-Fräse auch noch etwas zu tun. Anschließend gleich eine Behandlung mit Holzwachs, Trocknung über Nacht und die Fertigstellung gerade eben.

Und für die Stromversorgung kommt ein sonst nutzlos in der Schublade liegendes Netzteil eines Uralt-Handys wieder zu Ehren.


Neu aus der Bastelstube – die Leselampe

Foto: selbstgebaute LED-BeleuchtungWer kennt das nicht? Im Lauf der Zeit sammeln sich im Haushalt immer mehr Geräte an, die mit Batterien betrieben werden und nicht alle diese Geräte lassen sich mit umweltfreundlicheren Akkus betreiben.

Nach mehr oder weniger langer Zeit stellen diese Geräte dann den Betrieb ein, weil die Spannung der Batterien zu gering geworden ist. Leer sind sie deshalb aber noch lange nicht. Bevor man die Batterien entsorgt, kann man die darin noch vorhandene “Restenergie” durchaus sinnvoll nutzen.

Von einem anderen Bastelprojekt hatte ich noch einige “Step-up”-Spannungsregler übrig. Diese Regler wandeln eine niedrige Eingangsspannung in eine höhere, konstante Ausgangsspannung um. In diesem Fall wird die “Restspannung” aus zwei in Reihe geschalteten Batterien in eine Spannung von 5 Volt umgewandelt. Damit lässt sich eine USB-LED-Lampe aus einem bekannten schwedischen Möbelhaus noch eine ganze Weile bequem betreiben. Blöd ist nur, dass der Hersteller des Spannungswandlers so auf platzsparende Platinenentwicklung bedacht war, das es nicht mehr für ein paar Befestigungslöcher gereicht hat.

Zum Glück steht bei mir ja noch ein 3D-Drucker rum. In weniger als fünfzehn Minuten dachte ich mir eine alternative Befestigungsmöglichkeit aus, setzte diese mit FreeCAD in ein 3D-Modell um und druckte anschließend ein passendes Teil aus.

Das Gehäuse der Lampe habe ich ebenfalls wie immer mit FreeCAD “designed” ;-). Anschließend wurde die Zeichnung mit ESTLCAM eingelesen und die nötigen Fräsdaten für die CNC-Fräse erzeugt. Diese hat dann aus zwei Kiefern-Leimholzbrettern mit 18mm Stärke zwei hübsche Gehäusehälften erzeugt. Zusammengehalten werden die beiden Teile ganz simpel mit jeweils zwei paar Neodymmagneten. Das hält bombenfest.

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Halterungen für die Batterien sind natürlich auch selbst entworfen und gedruckt. 😉

Noch schnell etwas umweltfreundliche Wachslasur als Schutz vor Wasser und fettigen Fingern drauf, die Elektronik rein und fertig ist eine hübsche kleine Lampe…

Foto: LED-Lampengehäuse

NestCam2… weiter geht’s

In den letzten Tagen habe ich mal im Internet nach brauchbaren Software-Lösungen für die Foto/Videoaufnahmen mit Bewegungserkennung gesucht. Das Ergebnis ist durchwachsen.
Wenn ich eine Software installiere und die schon beim Probelauf abkackt (Sorry!) dann hat sich das Thema weitestgehend erledigt.
Im Gegensatz zur ersten Nestcam habe ich diesmal keinen “normalen” RaspberryPi, sondern den RaspberryPi Zero mit WLAN im Einsatz. Leider hat der Pi Zero im Gegensatz zum “normalen” Raspi nur 512k RAM. Vielleicht lag es daran, dass Pikrellcam mehrfach abgestürzt ist.

Viel Zeit zum Rumprobieren bleibt nun aber nicht mehr, die Piepmätze fangen draußen im Garten schon heftig an zu singen und es wird höchste Zeit, dass der Kasten raus kommt.
Deshalb kommt nun doch erstmal wieder die bewährte alte Methode zum Einsatz. Jede Minute ein neues Bild und jede Stunde wird ein Video aktualisiert. Eventuell verkürze ich den Aufnahmeintervall noch etwas. Normalerweise lässt ein Cronjob ja nur Intervalle im Minutentakt zu, aber in den weiten des Internets habe ich einen Trick entdeckt, mit dem man die Zeit verkürzen kann. Mal schauen… 😉
Jedenfalls läuft die alte Software jetzt erstmal im Trockenen im Testbetrieb und wenn alles klappt, hängt der Kasten spätestens Ende nächster Woche im Garten. Kanns kaum erwarten! 🙂

Es geht voran…

Testfoto der neuen NestCam. Nachdem heute endlich eine neue Infrarot-Kamera für den RaspberryPi bei mir eingetroffen ist, konnte ich gleich ein paar “Testbilder” aufnehmen. Das sieht schon mal gut aus.

Nun muss nur noch die passende Software installiert werden. In der alten Version hat die Kamera ja stur jede Minute ein Bild aufgenommen. Und wenn dann mal wirklich kurz ein Piepmatz im Kasten war, war das ziemlich genau immer dann, wenn die Kamera gerade in ihrer Ruhephase war :o. Logisch, dass dann außer dem leeren Kasten meistens nichts zu sehen war.

Diesmal soll die Kamera mit einer automatischen Bewegungserkennung arbeiten, d.h., die Software erkennt, wenn sich am Inhalt des Bildes etwas ändert und nimmt dann automatisch Bilder/Video auf. Das soll dann ebenfalls automatisch hier auf den Webserver hochgeladen werden.
Das alles einzurichten wird die Arbeit der nächsten Tage sein.

Und jetzt noch ein ḱleiner Nachtrag zum letzten Eintrag im Blog. Da hatte ich ja beschrieben, wie ich dank des 3D-Druckers und FreeCAD innerhalb einer Stunde zu einer passablen Halterung für meine Platine gekommen bin. An dieser Stelle möchte ich euch FreeCAD noch einmal empfehlen.
Screenshot Platinenhalterung in FreeCAD
Es ist eine super Software, die zwar immer noch ein paar kleine Macken hat, dafür aber für (fast) alle Betriebssysteme gratis zu haben ist und die keinen zwingt, sich alle paar Wochen irgendwo zu registrieren, damit mit man damit weiter arbeiten kann. Und es besteht auch kaum die Gefahr, dass der Anbieter der Software plötzlich beschließt, Geld für sein Produkt zu verlangen und man seine bisher erstellten Arbeiten nicht mehr mit dem Programm öffnen/bearbeiten kann.

Mal schnell gedruckt…


Im Moment bin ich ja gerade dabei, eine neue NestCam zu bauen und es geht gut voran. Natürlich möchte ich das Rad nicht nochmal neu erfinden und versuche deshalb, so viel wie möglich von der alten NestCam zu verwenden.

Zum Beispiel die Platine zur Ansteuerung der Infrarot-LEDs. Nur hatte ich die im alten Nistkasten anders befestigt und musste mir daher für den neuen Nistkasten etwas anderes einfallen lassen.

So entstand erst ein Entwurf einer Halterung im Kopf und innerhalb von zehn Minuten ein 3D-Modell im Computer.
Und von da an nochmal gut 30 Minuten später konnte ich das fertige Teil aus dem 3D-Drucker nehmen. Ich liebe dieses Ding!

Es sind die kleinen Dinge, die einem das Leben leichter machen…😀

Erste Schritte mit der neuen CNC-Fräse

Wie versprochen hier nun ein kleiner Bericht von den ersten Schritten mit der neuen CNC-Fräse. Das ganze Thema ist, wie schon geschrieben, absolutes Neuland für mich.
In den letzten Tagen habe ich mich in kleinen Schritten mit der Steuerungssoftware vertraut gemacht. Man lernt ja am Schnellsten durch die eigenen Erfahrungen, wenn die auch am Anfang erstmal ins Geld gehen. Das tut weh, hat aber den Vorteil, das man einmal gemachte Fehler nicht so schnell vergisst und abgebrochene Fräser sind zum Glück ja schnell ersetzt.
Foto: Gefräste Platine
Als erstes testete ich das Isolationsfräsen einer kleinen, auf die Schnelle mit Target 3001 erstellten Leiterplatte. Target erlaubt den direkten Export von Bohr- und Fräsdateien. Nun ja… bis ich die richtigen Einstellungen in der CNC-Steuerungssoftware verinnerlicht hatte, waren zwei Fräser im Werkzeughimmel angekommen. Beim dritten Versuch stellte ich fest, dass die Unterlage, die auf der Fräsmaschine unter der Platine lag (man will beim Bohren schließlich nicht in die Maschine bohren), nicht ganz plan war.
Das hatte zur Folge, dass auf der einen Ecke der Platine der Fräser den Nullpunkt auf der Platine hatte, auf der anderen Ecke war aber ein Millimeter Luft zwischen Platine und Fräser. Gar nicht gut!
Erst der vierte Versuch mit einer anderen Unterlage war dann endlich erfolgreich.

Das nächste Projekt startete mit anderen Schwierigkeiten. Das begann schon mit der Konstruktion der einzelnen Teile am PC. Üblicherweise nutze ich dazu FreeCAD. Allerdings unterscheidet sich die Konstruktion von Teilen für den 3D-Druck schon ein ganzes Stück von der, die man für die Fräse benötigt. Viele Schweißperlen später hatte ich einen hübschen Nistkasten konstruiert, bei dem in der 3D-Ansicht alle Teile fabelhaft zusammen passten, ich aber die einzelnen Teile nicht im von mir gebrauchten Dateiformat exportieren konnte… immerhin hatte ich schon ein fertiges Modell.
Also zeichnete ich die einzelnen Teile nochmal neu, exportierte sie im svg-Format und ließ ESTLCAM die erforderlichen Fräsdateien erzeugen. Endlich hieß es dann: Ran an die Fräse!
Als das erste Teil fertig war, stellte ich mit erstaunen fest, dass das Teil an zwei Seiten genau 2mm zu klein war. Merkwürdiger Weise passten diese zwei Millimeter genau zum Durchmesser des Fräsers und nach einigem Nachdenken fand ich den Fehler beim Positionieren der Bauteile in ESTLCAM.
Foto: Gefräste Nistkastenteile
Nachdem diese Hürde genommen war, stimmten beim folgenden Versuch endlich alle Maße. Also ran an den Speck und gleich das nächste Teil gefräst. Man könnte ja annehmen, das nun alles glatt geht, aber das wäre ja zu einfach. Kurz vor dem Ende des ersten Fräsdurchgangs machte es KNACK! und der Fräser war Geschichte. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, warum er sich verabschiedet hat. Es gab keinen Unterschied bei den Fräsparametern zu den ersten beiden Versuchen. Sicherheitshalber verringerte ich den Vorschub bei den restlichen Teilen aber etwas.
Jedenfalls sind jetzt alle Teile fertig, der Nistkasten ist fertig zusammengebaut und braucht nur noch etwas Wetterschutz. Dann wird er wieder mit einem RaspberryPi samt einer Infrarot-Kamera ergänzt und kommt in den Garten.
Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr dann endlich Glück habe und eine Meisenfamilie stalken kann… 😉

Ach ja. Das nächste Projekt ist selbstverständlich auch schon in Arbeit. Dazu aber später mehr.

Foto: Nistkasten

Ein neues Kapitel in der Bastelstube

Foto: großes Paket
Die Weihnachtszeit ist ja immer die Zeit, in der man sich Wünsche erfüllt oder vom Weihnachtsmann erfüllen lässt. So war es im vergangenen Jahr auch bei mir.
Nachdem schon vor längerer Zeit ein 3D-Drucker in die Bastelstube einzog, sollte es nach einer längeren Anspar-Phase jetzt noch eine CNC-Fräse sein.
Viele Dinge lassen sich mit dem 3D-Drucker ja relativ unkompliziert umsetzen, bei größeren Teilen steigt die Druckzeit und der Materialverbrauch aber rapide an.
Zudem sind manche gedruckten Teile auch nicht so belastbar, wie man sich das mitunter wünscht. Der Wunsch nach so einem Gerät war schon lange da, aber weil der Lottogewinn bisher ausblieb, stand seinerzeit die Wahl zwischen Drucker oder Fräse. Und nachdem das Sparschwein jetzt wieder etwas Fett angesetzt hatte, ließ sich der zweite Wunsch auch erfüllen.

Wie immer stand an erster Stelle die Recherche im Netz nach einer passenden Maschine, wobei meine Wahl auf die Next3D von gocnc.de fiel. Gleich nach dem Jahreswechsel machte ich mich an die “Arbeit” und orderte im gocnc-Online-Shop die Maschine meiner Wahl. Passend dazu bestellte ich auch gleich einen passenden Fräsmotor und einen Werkzeuglängensensor.
Die Bestellung wurde auch umgehend bestätigt und versendet. Leider dauerte es eine kleine Ewigkeit, bis das riesige Paket endlich bei mir eintraf. DHL legte beim Versand keine übermäßige Eile an den Tag – so ist es gefühlt ja meistens, wenn man auf ein Paket so richtig wartet, weil man endlich loslegen will.
Am 10.Januar traf das Paket dann bei mir ein und die Zustellerin war sichtlich erleichert, dass ich zu Hause war und ihr das schwere Paket abnehmen konnte. Kurz darauf ging es ans Auspacken und viele leere Kartons später stand die fertige Maschine auf dem Tisch und wartete auf die Inbetriebnahme.

Tja. Daraus wurde nichts, weil das Paket ein falsches Netzteil enthielt. Die elektrischen Werte passten zwar, aber der Stecker am Netzteil passte nicht zur Buchse an der Fräse… 🙁
Foto: Next3D-CNC-Fräse
Zum Glück war es noch kurz vor 16Uhr und ich erreichte bei gocnc.de noch jemanden an der Service-Hotline. Ich schilderte das Problem und wurde gebeten, Fotos von Netzteil und Stecker per Mail an die Serviceabteilung von gocnc zu schicken, was ich auch postwendend erledigte. Gleich am folgenden Tag erhielt ich eine Antwort und die Info, dass in Kürze ein passendes Netzteil an mich verschickt würde.
In der Hoffnung, dass nun alles geklärt ist, wendete ich mich dem nächsten Problem zu. In das Bohrfutter des Fräsmotors passte keiner meiner schon vor längerer Zeit erworbenen Fräser. Also bestellte ich bei gocnc einen passenden Ersatz. Und auch hier bekleckerte sich DHL beim Versand wieder nicht gerade mit Ruhm. Das “Paket” lagerte erstmal mehrere Tage im Start-Paketzentrum, bevor man es schaffte, es in meine Richtung zu bewegen. Und in Sachen Netzteil herrschte auch noch Funkstille.

Im Grunde bin ich ja ein sehr geduldiger Mensch, aber irgendwann reißt auch mein Geduldsfaden. Mehr als 10 Tage sollten eigentlich reichen, um ein simples Standard-Laptopnetzteil einzupacken und zu verschicken – nur passierte es nicht. Erst nach einem erneuten Anruf bei gocnc kam endlich Bewegung in die Sache. Und nun, fünfzehn Tage nachdem die Maschine bei mir eintraf, kann ich endlich loslegen…

Nun heißt es, sich mit der Software und den Grundlagen vertraut zu machen und erste Versuche zu starten, wovon ich dann selbstverständlich hier berichten werde.